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Hunderttausende von potenziell tödlicher Krankheit betroffen – aber kaum einer weiß es

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Von: Teresa Toth

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Ein sogenanntes Bauchaortenaneurysma verläuft meist ohne Symptome. Doch wenn es platzt kann es tödlich sein. Alles Wichtige über die gefährliche Erkrankung.

Einige Erkrankungen bleiben so lange unentdeckt, bis eine Heilung kaum mehr möglich ist. Dazu gehört auch das so genannte Bauchaortenaneurysma – einer Erweiterung der Bauchschlagader. In Deutschland leiden unter der tückischen Krankheit deutlich mehr Menschen als man denkt. Die meisten von ihnen wissen gar nicht, in welch großer Gefahr sie schweben, berichtet hna.de.

BezeichnungAneurysma der Bauchschlagader (Bauchaortenaneurysma)
Definitionkrankhafte Erweiterung der Bauchschlagader (Bauchaorta)
SymptomeMeist keine; Möglich sind aber auch Rücken-, Bauch-, Seitenschmerzen

Bauchaortenaneurysma kann lebensbedrohlich sein: Was sind die häufigsten Symptome?

Das liegt darin, dass sich ein Aneurysma in der Regel ohne Symptome entwickelt – so etwa auch Aneurysmen im Kopf. Sobald Beschwerden auftreten, ist der Zustand der betroffenen Patienten meist schon lebensbedrohlich. In Großbritannien wird die Krankheit daher auch als „the silent killer“, also „der stille Mörder“ bezeichnet. Das wichtigste über die gefährliche Krankheit im Überblick.

Während Betroffene zu Beginn eines Bauchaortenaneurysma in der Regel keinerlei Symptome aufweisen, kann es bei einem fortgeschrittenen Aneurysma in seltenen Fällen jedoch zu einem Pulsieren im Bauch oder Schmerzen im Bauch oder Rücken kommen, so das MSD Manual. Die Symptome im Überblick:

Deutlich spürbare Symptome treten allerdings erst auf, wenn das Aneurysma „rupturiert“, die Bauchschlagader also reißt oder platzt. Dies führt zu starken Schmerzen und einem hohen Blutverlust. Der Blutdruck sackt enorm ab, sodass Schwindel oder Bewusstlosigkeit folgen können. In diesen Fällen müssen Betroffene so schnell wie möglich handeln und Hilfe aufsuchen. Das Risiko ist umso höher, je größer das Aneurysma ist.

Geplatztes Bauchaortenaneurysma wird zur tödlichen Gefahr: Das sind die Symptome

Potenziell tödliche Krankheit betrifft Hunderttausende Deutsche: Was dahinter steckt

Vor einer Ruptur und den damit einhergehenden schweren Symptomen werden die meisten Aneurysmen oftmals nur durch Zufall entdeckt – etwa wenn Patienten wegen Gallensteinen in Behandlung sind. Ärzte können jedoch auch Vorsorgeuntersuchungen durchführen. Hierfür misst der behandelte Arzt mittels eines Ultraschalls den Durchmesser der Bauchaorta. Liegt eine Ausbeulung von mindestens drei Zentimetern vor, spricht man von einem Aneurysma.

Wie das Bundesgesundheitsministerium erklärt, entsteht ein Aneurysma dann, wenn die Elastizität der Aorta abnimmt oder die Gefäßwand durch eine Verhärtung oder Verengung geschwächt wird. Das passiert zum Beispiel durch den natürlichen Alterungsprozess, aber auch durch genetische Veranlagung, Bluthochdruck oder Rauchen. Zudem können Verletzungen der Aorta, etwa durch schwere Unfälle, ein Bauchaortenaneurysma auslösen.

Bauchaortenaneurysma: Wer ist am häufigsten betroffen?

Besonders gefährdet ein Bauchaortenaneurysma zu bekommen sind Männer über 65: Laut Gesundheitsministerium haben etwa zwei Prozent aller Männer zwischen 65 und 75 Jahren ein Aneurysma in der Bauchschlagader. Bei Frauen kommt es deutlich seltener vor. Daher übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Vorsorgeuntersuchungen für ein Ultraschallscreening zur Früherkennung von Bauchaortenaneurysmen nur für Männer über 65.

Hinweis der Redaktion

Die in diesem Artikel genannten Informationen ersetzen nicht den Gang zu einem Arzt oder einer Ärztin. Nur Fachleute können die richtige Diagnose erstellen und eine geeignete Therapie einleiten. Die Einnahme von Medikamenten oder auch Nahrungsergänzungsmitteln sollte vorher mit einem Arzt oder einer Ärztin abgesprochen werden.

Bauchaortenaneurysma: Was sind die Risikofaktoren?

Entdecken Ärzte ein Bauchaortenaneurysma wird dieses zunächst beobachtet. Häufig bleiben die Erweiterungen unverändert und müssen nicht behandelt werden, erklärt Prof. Dr. Arend Billing von der Gefäßchirurgie im Sana Klinikum Offenbach. Eine Operation kommt allerdings dann infrage, wenn das Aneurysma schon größer als fünf Zentimeter ist, da dann die Gefahr einer Ruptur besteht. In den seltensten Fällen verschwinden Aneurysmen von allein wieder. (tt)

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