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Omikron „XE“: Was zu Symptomen und Verlauf der neuen Corona-Variante bekannt ist

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Von: Jason Blaschke

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In Großbritannien grassiert eine neue Version der Corona-Variante „Omikron“ mit Namen „XE“. Hinweise deuten an, dass die Mutation extrem ansteckend sein könnte.

Seit Anfang April greifen auch in Baden-Württemberg nahezu keine Corona-Auflagen mehr, lediglich in einigen wenigen Bereichen ist die Maskenpflicht noch per Verordnung vorgeschrieben. Doch die Freunde über die Lockerungen ist bei vielen gedämpft, denn: Zur Wahrheit gehört auch, dass sich Corona-Lage in Baden-Württemberg und ganz Deutschland nicht entspannt. Nach wie vor ist die Zahl an neuen Covid-Infektionen extrem groß, wie Daten der Gesundheitsämter zeigen.

KrankheitCOVID-19
ErregerSARS-CoV-2
UrsprungChina
MutationXE
erster NachweisGroßbritannien

Corona-Varianten grassieren – das macht hybride Mutationen gefährlich

Laut Robert Koch-Institut (RKI) gibt es in Deutschland aktuell (Stand, 10. April) 22.441.051 bestätigte Fälle – das sind 175.263 mehr, als am Samstag. Die 7-Tage-Inzidenz nähert sich mit 1.181,2 neuen Fällen binnen sieben Tagen und auf 100.000 Einwohner gerechnet der 2.000er-Marke an. Mit einer der wichtigsten Gründe ist, dass sich die in Deutschland vorherrschende Omikron-Mutation von SARS-CoV schneller verbreitet, als die Delta- oder Alpha-Variante – kurz: Omikron ist ansteckender.

Umso größer ist die Sorge unter Experten, dass in Zukunft neue Mutation entstehen könnten, die noch ansteckender und zugleich gefährlicher sind, als die bisher bekannten Varianten. Die Rede ist von Hybriden, also von Mutationen, die sich aus mehreren schon bekannten Coronavirus-Versionen bilden. Erst vor mehreren Wochen hatte HEIDELBERG24 über die Symptome einer Infektion mit der Variante „Deltakron“ informiert, einer Kreuzung aus Delta und Omikron.

Neue Corona-Variante XE entdeckt: Fallzahlen in Großbritannien steigen

Aktuell löst aber eine andere Hybrid-Mutation Sorge in Expertenkreise aus, eine Variante mit Namen „XE“, die erstmals in Laboren in Großbritannien nachgewiesen wurde. Omikron XE ist ein genetischer Mix aus BA.1 und BA.2, also von zwei Varianten der Ur-Corona-Mutante Omikron. Laut MDR.de beobachten Experten schon seit einiger Zeit, dass verschiedenen Untervarianten von SARS-CoV zu neuen Mutationen verschmelzen – in Fachkreisen sind das „Rekombinationen“.

In Großbritannien wurden laut der Gesundheitsbehörde UK Health Security Agency bisher (Stand, 10. April) bisher 637 Fälle von XE registriert. Der Behörde zufolge mehren sich zudem die Hinweise, dass sich die neue Variante verstärkt verbreitet. Also womöglich eine Mutante, die ansteckender ist als Omikron und im Verlauf schlimmer als Delta? Experten wie der Virologe Ulf Dittmer – Leiter am Institut für Virologie am Universitätsklinikum Essen – geben Entwarnung.

Symptome einer Corona-Infektion mit Omikron

Typische Symptome treten in der Inkubationszeit einer Omikron-Infektion auf und unterschieden sich nicht sehr stark von Beschwerden, wie sie unter anderen Varianten wie Alpha oder Delta auftreten. Betroffene klagen in vielen Fällen über die Symptome, die auch im Rahmen eines grippalen Infekts auftreten können. Dazu gehören öfters neben Glieder-, Hals- und Kopfschmerzen auch Fieber, Schnupfen sowie Husten.

Forscher finden aber immer wieder auch neue, Omikron-typische Symptome in Studien heraus. Dazu gehören Rücken und Hautausschläge, aber zum Beispiel auch Niesen. Daher kann ein Schnelltest auch dann sinnvoll sein, wenn Betroffene bloß leichte Symptome zeigen, die man zunächst gar nicht mit Covid-19 assoziiert. Welche Antigen-Schnelltests auch Omikron erkennen, hatte das Paul-Ehrlich-Institut kürzlich untersucht.

Corona-Mutation XE tödlicher als Delta? Experte mit deutlicher Einschätzung

„Es war zu befürchten, dass Rekombinanten aus BA.1 und BA.2 auftreten würden, weil diese Untervarianten gleichzeitig zirkulieren“, sagt Dittmer auf Nachfrage von FOCUS Online zu Corona-XE. Dass die neue Mutation aber tödlicher sein könnte, als Delta, glaubt der Experte nicht. Immerhin sei bei Delta nicht bloß das aggressive Virus das Problem gewesen. Gleichzeitig habe es im Vergleich zu heute eine geringere Immunität in der Bevölkerung gegeben.

Genauso wie Dittmer bewerte auch die Virologin Ulrike Protzer aus München die neue Omikron-Variante XE. Im Gespräch mit der Augsburger Allgemeinen erzählt sie, dass das Immunsystem der Menschen aufgrund von Impfungen und Genesungen gut auf die neuen Varianten von SARS-CoV vorbereitet sei. Das Fazit der Expertin: „Ich sehe es als extrem unwahrscheinlich an, dass wir noch gefährlichere Varianten sehen werden.“

Varianten werden ansteckender – Virologe warnt vor Neuinfektionen-Explosion

Sorgen macht Virologe Dittmer eher die Möglichkeit, dass neue Corona-Mutationen wie XE sich rasant ausbreiten und zu ähnlichen Szenarien führen könnten, wie derzeit. „Sollte ‚XE‘ noch infektiöser sein oder noch besser unserem Immunsystem entgehen können, als BA.1/2, könnten wir einen weiteren Peak an neuen Infektionen erleben“, warnt er im Gespräch mit FOKUS Online. Und zwar „mit all den Folgen, die wir heute schon von Omikron kennen.“

Der Krankheitsverlauf von Omikron-Variante XE, über den kreiszeitung.de* aktuell berichtet, macht Experten in Deutschland derzeit also weniger Sorgen, als die Möglichkeit, dass die Infektionszahlen wieder nach oben schnellen. Sichere Aussagen zur Variante-XE werde man aber erst mit der Zeit treffen können, meint Susan Hopkins, medizinische Leiterin von UK Health. Noch seien die Zahl an Omikron-XE-Fällen zu niedrig.

Omikron-Variante XE noch sehr neu – Expertin hofft auf mehr Erkenntnisse

Hopkins und ihre Kollegen hoffen, dass man mit der Zeit Rückschlüsse auf die Vermehrungsfähigkeit, Übertragbarkeit, Wirksamkeit der Impfstoffe oder Krankheitsschwere der Omikron-Variante XE ziehen kann. Vorläufige Ergebnisse oder Hinweise sind immer mit Vorsicht zu genießen, da sie oft auf wenigen Fällen beruhen und nicht in Studien untersucht und geprüft wurden. *HEIDELBERG24 und kreiszeitung.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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