1. Heidelberg24
  2. Verbraucher

Hohe Milchpreise: Mit pflanzlichen Alternativen die Umwelt schützen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Teresa Knoll

Kommentare

Die Milchpreise stiegen im April explosionsartig in die Höhe. Einige Menschen überlegen jetzt, auf pflanzliche Alternativen umzusteigen – und dafür gibt es mehrere gute Gründe.

Soja, Mandel, Hafer, Reis – es gibt mehrere Pflanzen, aus denen eine Art Milch gewonnen werden kann. Wem Kuhmilch nach der Preiserhöhung zu teuer ist, kann auf Pflanzenmilch zurückgreifen und tut seiner Umwelt damit sogar etwas Gutes. Denn Kuhmilch belastet die Umwelt in mehrfacher Hinsicht. Darüber berichtet HEIDELBERG24.

TierMilchkuh
Anzahl in DE4,3 Millionen
Betriebe in DE71.000

Milchproduktion: Massentierhaltung und Methan

Es gibt viele Gründe, keine Kuhmilch mehr zu trinken. Tierschützer nennen etwa den, dass Kuh und Kalb nach der Geburt sofort getrennt werden, da die Kuh nur befruchtet wurde, damit sie Milch gibt. Ein weiterer Punkt ist die Massentierhaltung. Die Kühe haben kaum Platz und stoßen Methan aus. Bei der Produktion von Kuhmilch entsteht daher mit Abstand die höchste Umweltbelastung durch Treibhausgase.

Für Soja-Anbauflächen werden in Brasilien weite Mengen an Regenwald abgeholzt. Ist Sojamilch also kein guter Ersatz für Kuhmilch? Im Gegenteil: Der Großteil von Soja wird als Futtermittel für Tiere angebaut. Bekannte Marken wie Alpro, Alnatura oder Provamel beziehen die Bohnen für Sojamilch vor allem aus Kanada und Europa. Ein Umstieg auf Sojamilch trägt also nicht zur Rodung des Regenwaldes bei.

Alternativen zu Milch: Mandeln und Monokultur

Mandelmilch ist nach Soja die zweitbeliebteste Alternative. Etwa 80 Prozent kommen aus Kalifornien. Da es dort sehr heiß ist, brauchen die Mandeln übermäßig viel Wasser. Außerdem verdrängt die Monokultur aus Mandelbäumen die ursprünglichen Pflanzen. Zur Bestäubung werden Bienen eingesetzt, die beim Transport stark gestresst und geschwächt werden. Dadurch wird das Bienensterben beschleunigt.

Auch für den Reisanbau werden große Mengen Wasser benötigt, da ganze Felder in Süd- und Ostasien unter Wasser gesetzt werden. Dabei entstehen auch Treibhausgase: Organische Stoffe verfaulen im Boden und setzen dabei Methan frei. Laut der Albert-Schweitzer-Stiftung ist damit die Ökobilanz von Reis eher negativ. Übrigens: Darum sollten Sie Reiswasser nicht wegschütten.

Alternativen zu Milch: Hafer, Hanf und Haselnuss

Hafer wird seit jeher in Europa angebaut. Somit muss dafür kein Regenwald abgeholzt werden, es entstehen keine langen Transportwege und kein extremer Wasserverbrauch. Beim Anbau werden deutlich weniger Energie und Landfläche gebraucht als für Kuhmilch. Die Ökobilanz von Hafer ist damit von allen bekannten Milchalternativen am besten.

Wer dennoch keine Hafermilch oder eines der anderen Produkte verwenden möchte, hat noch weitere Möglichkeiten. Hanf wird wie Hafer schon lange in Europa angebaut und ist vermutlich weitgehend umweltfreundlich. Für Milch aus Haselnüssen gibt es ebenfalls noch keine Studien. Die Nüsse werden jedoch überwiegend in Europa angebaut, was für eine positive Ökobilanz spricht. (resa)

Auch interessant

Kommentare