31 Marken im Test

Stiftung Warentest: Mineralwasser-Vergleich 2020 – diese Marken fallen komplett durch

Stiftung Warentest: Die Deutschen trinken am liebsten Mineralwasser aus der Flasche. Welche Marken Test-Sieger 2020 sind und welchen genialen Tipp Experten geben: 

  • Stiftung Warentest* hat 31 Mineralwasser-Marken (medium) getestet
  • Die Experten untersuchten das Mineralwasser unter anderem auf Geschmack, Rückstände, Geruch und Aussehen.
  • Welches Mineralwasser ist der Test-Sieger 2020? Und von welchen Marken rät Stiftung Warentest ab?

Deutschland – Um ihren Flüssigkeitshaushalt zu füllen, greifen viele Menschen zu Leitungswasser – aber auch natürliches Mineralwasser ist bei den Deutschen sehr beliebt. Durchschnittlich 140 Liter Mineralwasser pro Kopf werden jährlich in Deutschland getrunken. Besonders beliebt ist dabei Mineralwasser mit dem Kohlensäuregehalt Medium. Stiftung Warentest hat 31 Mineralwasser-Marken getestet. Zwei Medium-Mineralwasser schneiden sehr gut ab – doch bei vier Marken wurden besorgniserregende Werte festgestellt. HEIDELBERG24* berichtet über das Test-Ergebnis 2020:

Stiftung Warentest: Mineralwasser im Test 2020 – so wurden die Marken getestet

Unter den 31 von Stiftung Warentest getesteten Medium-Mineralwasser-Marken sind 14 Produkte Eigenmarken aus Supermarkt und Co., 14 regionale Mineralwasser sowie 3 bio-zertifizierte Sorten. Laut Stiftung Warentest wurden die Sorten anonymisiert und von einer geschulten Prüf-Gruppe verkostet. Die Prüfer hätten Aussehen, Geruch und Geschmack beschrieben. „Sehr gut sind nur Wässer, die weder fruchtige Noten noch Fremdgeschmack aufweisen", so die Experten

Getestet wurden die Mineralwasser-Sorten außerdem auf kritische Stoffe wie Arsen, Blei oder Uran sowie auf die mikrobiologische Qualität. Auch mögliche Verunreinigungen, Verpackung und Etikettangaben wurden von den Experten von Stiftung Warentest untersucht. Ein weiterer interessanter Test ist der Haferflocken-Vergleich von Öko-Test,* bei dem schockierende Ergebnisse veröffentlicht wurden.

Vor allem im Sommer ist es nicht nur wichtig, viel zu trinken, sondern auch einen kühlen Kopf zu bewahren. Stiftung Warentest hat im Sommer 2020 auch verschiedene Klimageräte unter die Lupe genommen.* Wem das zu teuer oder aufwändig ist, kann natürlich auch auf einen Ventilator zurückgreifen. Dieses Modell hat Stiftung Warentest zum Test-Sieger unter den Ventilatoren gekürt*.

Stiftung Warentest: Mineralwasser-Test 2020 – das sind die Testsieger

Das Ergebnis des Mineralwasser-Test von Stiftung Warentest: Alle Produkte sind „mikrobiologisch einwandfrei“. Zweimal vergaben die Experten die Note „Sehr gut“ – bei einem Wasser von Aldi Süd* sowie einem Markenwasser. 25 Mineralwasser schnitten im Test „gut“ ab. Das sind fünf der Test-Sieger im Mineralwasser-Test 2020:

  • Aqua Culinaris Medium (Aldi Süd, inzwischen in Quellbrunn umbenannt): „Sehr gut“ (Note 1,5)
  • Basinus Medium: „Sehr gut“ (Note 1,5)
  • Reinsteiner Medium: „Gut“ (Note 1,6)
  • Wittmannsthaler Quelle: „Gut“ (Note 1,6)
  • Saskia Medium (Lidl): „Gut“ (Note 1,7)

Auch wenn 27 Mineralwasser in der Untersuchung von Stiftung Warentest „sehr gut“ oder „gut" abschnitten, entdeckten die Experten bei vier Marken besorgniserregende Werte.

Stiftung Warentest: Mineralwasser im Test 2020 – Pflanzenschutz-Rückstände nachgewiesen

Wie Stiftung Warentest im Test-Bericht erklärt, müsse Mineralwasser laut Mineral- und Tafelwasserverordnung (MTVO) direkt an der Quelle abgefüllt werden. Nur wenige Behandlungsverfahren seien erlaubt – zum Beispiel das Entfernen von Eisenverbindungen. Die unterirdischen Wasservorkommen sollten zudem vor Verunreinigungen geschützt werden. Trotzdem fanden die Experten bei vier getesteten Sorten Medium-MineralwasserSpuren oberirdischer Verunreinigungen“. In diesen Marken wurde ein Abbauprodukt eines Planzenschutzmittels nachgewiesen:

  • Mecklenburger Quelle (Netto): „Befriedigend“ (Note 3,2)
  • Laurentius Quelle (Merkur): „Befriedigend“ (Note 2,7)
  • Felsenquelle (Real): „Befriedigend“ (Note 2,7)
  • Förstina Sprudel: „Gut“ (2,5)

Das Medium-Mineralwasser Förstina Sprudel enthielt außerdem Süßstoffe und einen Komplexbilder, der zum Beispiel auch in Waschmittel steckt. Die Gehalte der gefunden Rückstände seien laut Experten von Stiftung Warentest jedoch „gesundheitlich nicht bedenklich“ – werde jedoch der Bezeichnung „natürliches Mineralwasser“ nicht gerecht. Wer hohe Ansprüche an ein Mineralwasser hat, sollte diese Sorten vielleicht eher meiden. Stiftung Warentest hat übrigens auch 19 Pasta-Produkte unter die Lupe genommen. Experten schauen sich die Pasta-Sorten im Labor ganz genau an und achten auf Inhaltsstoffe, Geschmack, Geruch und Mundgefühl. Das Ergebnis: 3 Pasta-Produkte erhalten die Note „mangelhaft“. 

Stiftung Warentest 2020: Mineralwasser im Test – erhöhtes Uran-Gehalt bei dieser Sorte

Ein erhöhtes Uran-Gehalt wurde im Mineralwasser Naturpark Quelle (Testurteil „befriedigend“ 3,5) nachgewiesen. Dies sei laut Stiftung Warentest nicht durch Menschen verursacht, sondern habe eine natürliche Ursache. Denn Uran hat natürliches Vorkommen in Boden- und Gesteinsschichten. Das ist zunächst jedoch kein Grund zur Sorge – denn: Nur wenn ein Erwachsener mehr als 2,8 Liter dieses Wassers täglich trinken würde, wäre die tolerierbare Uran-Tagesdosis überschritten. Auch Öko-Test hat vor kurzem Mineralwasser unter die Lupe genommen* – und ebenfalls Uran-Rückstände entdeckt.

Oftmals wird Öko-Test* mit Stiftung-Warentest gleichgesetzt oder verwechselt. Bei den beiden Publikationen handelt es sich jedoch um Konkurrenten auf dem Verbraucher-Informationsmarkt.

Stiftung Warentest hat 31 Mineralwasser-Sorten unter die Lupe genommen (Symbolfoto)

Stiftung Warentest: Warum Leitungswasser umweltfreundlicher ist, als Mineralwasser

Wer seinen ökologischen Fußabdruck verbessern möchte, sollte nach Ansicht der Experten von Stiftung Warentest lieber zu Leitungswasser, statt zu abgefülltem Mineralwasser greifen. Auch laut Umweltbundesamt ist das Trinkwasser aus der Leitung das umweltfreundlichste Getränk – es erzeugt weniger als ein Prozent der Umwelt-Belastung, die von Mineralwasser verursacht wird. Die Sorten werden in PET-Flaschen, Glasflaschen oder auch Kartons abgefüllt. Allein die Herstellung dieser Verpackungen sowie der Transport vom Brunnen in den Handel bis nach Hause verbraucht natürlich Ressourcen. Wenn man trotzdem nicht auf Mineralwasser verzichten will, empfiehlt Stiftung Warentest, Mehrwegflaschen aus PET oder Glas den Einwegflaschen vorzuziehen.

Stiftung Warentest: Gekauftes Mineralwasser in Flaschen ist nicht gesünder als Leitungswasser

Bereits 2016 kommt die Stiftung Warentest zu dem Ergebnis (Heft test 08/2016), dass gekauftes Mineralwasser aus Flaschen nicht besser ist als Wasser aus dem Hahn – Fazit: „Mineralstoffe im Mineralwasser sind ein Mythos“! Mühsames Wasserflaschen-Schleppen ist fast überall in Deutschland überflüssig, Du kannst sorglos Leitungswasser trinken.

Oftmals begründen Menschen ihren Mineralwasser-Konsum mit dem höheren Mineralstoffgehalt im Vergleich zu Leitungswasser. Dieses Argument widerlegt Stiftung Warentest (Heft test 08/2016): „Leitungswasser ist so gesund wie Flaschenware, unschlagbar günstig und umweltschonend obendrein“, so Hubertus Primus, Vorstand der Stiftung Warentest. (kab) *HEIDELBERG24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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