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Stiftung Warentest: Mineralwasser im Test – Produktion dieser beliebten Marke gestoppt

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Stiftung Warentest untersucht 32 Mineralwasser auf Geschmack, Quelle, Inhalt und Qualität. Das Ergebnis: Drei Marken können nicht überzeugen. Bei einem wird sogar die Produktion gestoppt:

Der Deutsche trinkt durchschnittlich 138 Liter Wasser im Jahr. Oft ist es Geschmackssache, ob das Wasser lieber „mit Spritz“ oder ohne sein soll. Sowohl stilles Mineralwasser als auch Sprudelwasser ist bei den Deutschen sehr beliebt. Kein Wunder also, dass es massenhaft Auswahl im Getränke-, Supermarkt oder Discounter gibt. Doch welches Wasser ist eigentlich gut und welches schlecht? Diese Frage hat sich auch Stiftung Warentest gestellt und deshalb 32 Mineralwasser miteinander verglichen. Wie HEIDELBERG24* berichtet, können die meisten Marken die Experten überzeugen. Allerdings gibt es ein paar Ausnahmen, die mit Note 4 oder schlechter bewertet werden.

Mineralwasser bei Stiftung Warentest: 32 Marken im Vergleich 2021

Bereits 2020 hat Stiftung Warentest einen Wassertest durchgeführt, jedoch mit Sprudelwasser*. Dieses Mal haben sich die Experten auf stilles Mineralwasser konzentriert und 32 Produkte untersucht. Neben Marken wie Black Forest, Gerolsteiner, Vio, Volvic und Rosbacher sind auch Mineralwasser von Aldi, REWE, Lidl und Kaufland dabei. Die Preisspanne der Produkte reicht also von wenigen Cent bis über drei Euro.

Mineralwasser bei Stiftung Warentest: Darauf achten die Experten

Stiftung Warentest prüft die 32 Mineralwasser auf Geruch und Geschmack, kritische Stoffe, ober­irdische Verunreinigungen, mikrobiologische Qualität, Verpackung und Deklaration. Bei der Überprüfung wird unter anderem auf Arsen, Blei, Chrom und Kadmium geachtet.

Auch untersuchen die Tester, woher das Wasser genau stammt. Denn: „Mineral­wasser darf nur aus ursprüng­lich reinen Quellen stammen und ist direkt an der Quelle abzu­füllen. Zudem sollen die unter­irdischen Wasser­vorkommen vor Verunreinigungen geschützt sein“, heißt es vom Verbrauchermagazin.

Übrigens: Auch Öko-Test hat jüngst einen Mineralwasser-Vergleich durchgeführt – mit diesem Ergebnis.

Mineralwasser bei Stiftung Warentest: Experten achten auf Geschmack und Mineralwert

Sensorikprüfer achten außerdem genaustens auf den Geschmack der Mineralwasser. Zwar kann jedes Produkt anders munden, jedoch sollte es nicht nach Verpackung, fruchtig oder abgestanden schmecken. „Der Geschmack von Mineral­wasser wird durch die verschiedenen Bodenschichten, durch die es sickert, geprägt. Es kann mineralisch, sauer, salzig oder bitter schme­cken und sogar ein austrock­nendes Mund­gefühl hinterlassen“, erklärt Stiftung Warentest.

Übrigens: Für Mineralwasser gibt es seit 1980 keine Mindestvorgaben an Mineralstoffen mehr. So darf sich jedes Wasser Mineralwasser nennen, egal wie hoch der eigentliche Gehalt ist. Früher waren es mindestens 1.000 Milligramm gelöste Mineralstoffe pro Liter. Bei dem Test haben nur vier Marken einen Wert von über 1.500 Milligramm, ein Produkt hat sogar mehr als 2.300 Milligramm pro Liter.

Mineralwasser bei Stiftung Warentest: Positives Ergebnis – die meisten Marken sind „gut“

Die von Stiftung Warentest überprüften Mineralwasser wurden zwischen Mai und Juni 2021 gekauft. Wie RUHR24* berichtet, schneiden die meisten der 32 getesteten Mineralwasser gut ab. Stiftung Warentest vergibt achtmal die Bestnote „sehr gut“. 18 weitere Mineralwasser ohne Kohlesäure erhalten die Note „gut“. Unter den Testsiegern befinden sich nicht nur teure Marken, sondern auch welche von Aldi, Lidl, Kaufland, Edeka und REWE.

Die meisten Mineralwasser bestehen den Geschmackstest. Nur bei zwei Eigenprodukte von Netto und Edeka können oberirdische Verunreinigungen nachgewiesen werden. Zu den Verlierern zählen die beiden Marken aber nicht.

In den Untersuchungen von Stiftung Warentest werden Spuren von Abbau­produkten von Pflanzen­schutz­mitteln, eine Reihe von Süßstoffen, einen Komplex­bildner sowie einmal Korrosions­schutz­mittel gefunden. Zwar seien diese Rückstände gesundheitlich nicht bedenklich, aber von einer „ursprüng­licher Reinheit“ könne in solchen Fällen nicht die Rede sein.

Hinweis: Eine genaue Übersicht ist im Mineralwasser-Test von Stiftung Warentest nachzulesen (Bezahlarikel).

Mineralwasser bei Stiftung Warentest: „Mangelhaft“ – Die Verlierer 2021

Stiftung Warentest vergibt drei Mal ein vernichtendes Urteil. Ein Produkt erhält sogar die Note „mangelhaft“ und fällt komplett durch. Der Produzent hat bereits angekündigt, das Wasser vorerst nicht mehr zu produzieren.

Das sind die Mineralwasser-Verlierer bei Stiftung Warentest:

Mineralwasser bei Stiftung Warentest: „Mangelhaft“ – Marke schneidet sehr schlecht ab

Doch was hatten die Experten von Stiftung Warentest* zu bemängeln? Beim Verlierer Rieser Urwasser habe man laut RUHR24* ein Pestizide-Abbauprodukt gefunden. Auch liege der Grenzwert für Radium nur knapp unter der Schmerzgrenze. Stiftung Warentest hat deshalb die Bedenken, dass die Quelle nicht ausreichend geschützt ist. Eine Gefahr für die Gesundheit besteht aber beim Trinken nicht. Auch stammt das Wasser aus einer Quelle, die erst vor rund 70 Jahren entstanden ist. Laut Werbeslogan sei die Quelle aber „ein 8.000 Jahre alter Naturschutz“. Für das Verbrauchermagazin steht fest: Hier werden die Kunden in die Irre geführt.

Die anderen beiden Verlierer können im Geschmack nicht überzeugen. Voss enthält außerdem so wenig Mineralstoffe (unter 500 Milligramm pro Liter) wie kein anderes Wasser. Stiftung Warentest kritisiert bei den meisten Mineralwasser außerdem die Verpackung. Entweder ist das Wasser in schweren Glas- oder umweltschädlichen PET-Flaschen gefüllt. Hier lohnt es sich hin und wieder zum einfachen Leitungswasser zu greifen. (jol) *HEIDELBERG24 und RUHR24 sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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