Corona-Pandemie in Deutschland

Mobile Impfzentren, Spritze über den Betriebsarzt: Kommen bald Erleichterungen für vollständig Geimpfte?

Der Impfpass wird in Zukunft wichtiger denn je. (Symbolbild)
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Corona-Impfung auf Impfpass (Symbolbild)

Der Impffortschritt gegen Corona nimmt Fahrt auf. Bald sollen Firmen die Möglichkeit bekommen, ihre Angestellten über Betriebsärzte impfen zu lassen. Wann kommen Erleichterungen für vollständig Geimpfte?

Das Impf-Netz in Deutschland wird tagtäglich größer. Deutschlandweit sind mittlerweile 22.395.289 Menschen gegen das Corona-Virus geimpft worden. 29,6 Prozent der Bundesbürger haben mindestens die erste Impfdosis erhalten; 7,7 Prozent haben bereits den vollständigen Impfschutz. Um eine Herdenimmunität zu erreichen, müssten 70 Prozent der Bevölkerung geimpft sein, wie HEIDELBERG24* berichtet. Nun verspricht der Bund einen immensen Impfstoff-Nachschub, um das Impf-Netz zu vergrößern. Noch sind die Impfungen den Priorisierungsgruppen vorbehalten. „Aber bereits in ein paar Wochen werden wir voraussichtlich mehr Impfstoff haben als Terminanfragen“, teilte Jens Spahn (CDU) der Welt am Sonntag mit.

Corona-Impfung nimmt Fahrt auf: Bald sollen auch Betriebsärzte impfen dürfen

Nach dem Start mit den mobilen Impfteams, den 400 regionalen Impfzentren und den mittlerweile rund 60.000 Arztpraxen sollen künftig auch Betriebsärzte für die Corona-Impfung miteinbezogen werden. Spätestens ab der Woche vom 7. Juni sollen dann Arbeitnehmer die Möglichkeit bekommen, sich über ihren Betrieb impfen zu lassen. Dafür plant das Bundesgesundheitsministerium 500.000 Impfdosen pro Woche ein. Betriebsärzte sollen laut Jens Spahn diejenigen für das Impfen gewinnen, die „nicht das Gegenargument suchen, sondern die Gelegenheit“. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) verspricht beim jüngsten Impfgipfel eine gerechte Verteilung von Impfstoffen an die Unternehmen. Viele Unternehmen stehen schon in den Startlöchern, um Impfstoff für ihre Betriebsärzte zu erhalten. So sollen alleine beim Versicherungskonzern Allianz 27 Impfstraßen an insgesamt 15 Standorten aufgestellt werden. Der Automobilzulieferer Continental verspricht täglich mehr als 100 Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, sich impfen zu lassen.

Corona-Impfung nimmt Fahrt auf: Viel mehr Impfstoff ab Mai/Juni

Für den Mai sollen Arztpraxen jeweils 1,6 Millionen Dosen des Impfstoffes von BioNTech erhalten und zusätzlich in den ersten beiden Mai-Wochen mehr als eine Million Dosen des AstraZeneca-Vakzins. Für die Impfzentren sind jeweils mehr als zwei Millionen Dosen pro Monat geplant. Ab dem nächsten Monat soll es viel mehr Impfstofflieferungen geben. Damit kann die Impfpriorisierung fallen und zudem werden Betriebsärzte mit eingebunden. Dabei soll der Impfstoffnachschub im Juni stetig wachsen. In der Woche ab dem 31. Mai werden 3,4 Millionen Dosen des Impfstoffes von BioNTech erwartet; ab dem 7. Mai sollen für drei Wochen jeweils 3,6 Millionen Dosen geliefert werden und ab dem 28. Juni sollen schließlich mehr als 3,8 Millionen Impfstoffdosen pro Woche zur Verfügung gestellt werden.

Corona-Impfung nimmt Fahrt auf: Bald eine Herdenimmunität möglich?

Angesichts der angekündigten Impfstoffnachschubs-Lieferungen zeigt sich Ärztepräsident Klaus Reinhardt zuversichtlich. Der Deutschen Presse-Agentur gegenüber beteuerte er: „Ich bin überzeugt, dass wir jetzt zügig eine ausreichend große Zahl von Menschen werden impfen können, um ein deutliches Abfallen der Infektionsraten zu erreichen.“ Dabei sei es durchaus möglich, dass schon bald bis zu 70 Prozent der Bundesbürger geimpft seien. Ab einem solchen Prozentsatz gehen Virologen von einer Herdenimmunität aus. Schon ab Ende Mai könnte mehr als die Hälfte der Impfberechtigten erstgeimpft sein; ab Mitte Juni bereits ein Drittel der Bundesbürger. Damit könnte also nicht nur ein deutliches Sinken der Infektionszahlen erreicht werden, sondern es könnten damit einhergehend auch die strengen Corona-Regelungen gelockert werden. Dabei würden Hausärzte laut Reinhardt eine besonders wichtige Rolle spielen, da viele Menschen, die teilweise noch Zweifel gegenüber der Impfung haben, ihrem Hausarzt mehr vertrauen. Durch die verstärkte Einbindung der Hausarztpraxen und Betriebsärzte könnte auch bald das Impfen in den Impfzentren wegfallen. Auch der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Bundestag, Erwin Rüddel (CDU), plädiert dafür, das Impfen ab Ende Mai/Anfang Juni den Arztpraxen zu überlassen. Ab dann sollten Impfzentren nur noch Termine für Zweitimpfungen vergeben.

Corona-Impfung nimmt Fahrt auf: Erleichterungen für vollständig Geimpfte könnten bald kommen

Nachdem der Bund in den letzten Wochen über das Für und Wider von Erleichterungen für vollständig Geimpfte debattiert hat und bereits viele Bundesländer derartige Regelungen eingeführt haben, soll es nun einheitliche Regelungen geben. In den kommenden Tagen soll über einen von Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) vorgelegten Entwurf abgestimmt werden*. Geplant sind unter anderem eine Aufhebung der Ausgangsbeschränkungen oder ein Wegfall der Testpflicht vor dem Zutritt zu botanischen Gärten, Zoos, Museen und Ladengeschäften oder vor der Inanspruchnahme von körpernahen Dienstleistungen – wie etwa Friseuren und Fußpflegern. Auch ein Hotelaufenthalt soll für vollständig Geimpfte wieder möglich sein. So könnte der nächste Familienurlaub mit einer Mischung aus Impfnachweis der Eltern und Testnachweis älterer Kinder möglich sein. (snh) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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