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Plötzlich Firmen-Inhaber: Unternehmer vererbt Modehaus an die Angestellten

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Von: Josefine Lenz

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Sie waren wie seine Familie, darum hat Stefan Müller-Hermann seinen zwölf Angestellten seine Firma vererbt. Die Mitarbeiter sind von seiner letzten Geste überwältigt:

Stefan Müller-Hamann hatte eine große Familie – insgesamt bestand sie aus zwölf Personen, davon elf Frauen. Seine Familie waren seine Mitarbeiter, die tatkräftig im Modehaus Müller-Hermann in Saarburg (Rheinland-Pfalz) arbeiteten. Nach seinem überraschenden Tod macht der Unternehmen seinen Engsten noch eine letzte große Überraschung: Er vererbt ihnen seine Firma!

Plötzliche Firmen-Inhaber: Unternehmer vererbt Modehaus an Angestellte

Eigene Kinder oder eine Ehefrau hatte Stefan Müller-Hamann nicht. Im Herbst 2021 wollte er eigentlich Urlaub machen, doch wie der SWR berichtet, starb er auf dem Weg dorthin. Für die Angestellten und die gesamte Stadt ein Schock, immerhin war der 62-Jährige überall bekannt. Ob im Karneval, Verein oder bei den Bürgern von Saarburg, jeder schätze den Unternehmer.

Sein Modehaus wurde nach seinem Tod von den zwölf Angestellten geerbt. „Man kann das gar nicht beschreiben, das ist sowas Großherziges finde ich, so war er aber auch. Er war ein großherziger Mensch, sagt jeder in der ganzen Stadt“, sagt eine Mitarbeiterin gegenüber dem SWR.

Saarburg: „Es wird weitergehen“ – Modehaus-Mitarbeiter trauern um verstorbenen Chef

Bereits kurz nach dem Tod von Müller-Hermann haben die Neu-Unternehmer versucht, das Modehaus am Leben zu erhalten. In einem Post vom Oktober 2021 heißt es: „Es wird weitergehen … Liebe Kunden, wir können es noch immer nicht fassen und vermissen Stefan Müller sehr … Aber das Modehaus Müller-Hermann wird es im Sinne von Stefan Müller nun wieder weitergehen.“

Nachdem Anwälte das Unternehmen neu aufstellen und zwei Mitarbeiterinnen zu Geschäftsführerinnen ernannt werden, scheint nun alles im Modehaus Müller-Hermann bis ins Detail geregelt zu sein. Der Laden, der Kleider für Jung und Alt bietet, läuft auf jeden Fall auch ohne den ehemaligen Inhaber. Auf Facebook schreibt das Modeteam: „Wir können auf ein erfolgreiches Jahr 2022 zurückblicken, was wir insbesondere unseren geschätzten Kunden zu verdanken haben.“

Andere Firmen haben aktuell weniger Glück mit den Umsätzen, zahlreiche Unternehmen müssen Insolvenz anmelden. So ist beispielsweise ein deutscher Seifenhersteller nach über 170 Jahren pleite. Eine Tradition-Porzellanmanufaktur kann kurz vor der Insolvenz noch vom Land Hessen gerettet werden. (jol)

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