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„Mogelpackungen“ bei Haribo: Tüten für Goldbären werden kleiner – der Preis nicht

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Höhere Produktionskosten, Lieferengpässe und Inflation – diese Gründe werden von Haribo für ihre „versteckte Preissteigerung“ genannt. Die Goldbären-Tüte wird kleiner, der Preis bleibt.

Seit 100 Jahren sind sie Teil des Supermarkt-Sortiments und der absolute Liebling in deutschen Haushalten: Haribo Goldbären. Ausgerechnet zum Jubiläum verkleinert Haribo den Großteil seiner Packungen. So enthält die klassische Tüte künftig anstelle von 200 Gramm nur noch 175 Gramm. Der Preis bleibt jedoch bei 0,99 Euro, Verbraucher zahlen also für die bunten Goldbären satte 14,3 Prozent mehr. 

Versteckte Preiserhöhung bei Haribo: Tüten werden kleiner, der Preis nicht

Ende 2020 leidet Haribo durch den Streit zwischen Lidl und Edeka unter einem Umsatzeinbruch von zehn Prozent, der kaum kompensiert werden konnte. Doch in den ersten fünf Monaten des Jahres 2022 ist es für den Gummibären-Hersteller wieder bergauf gegangen. Der Händler konnte im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Vorjahr 12 Prozent mehr einnehmen.

Laut Marktforschungen ist der Marktanteil von Haribo zuletzt auf 60 Prozent gestiegen. Grund für diesen Erfolg ist die Investition ins Marketing, wo die Werbeausgaben um 56 Prozent gesteigert worden sind. Dennoch hat sich der Süßwarenkonzern für die Preisänderung bei dem Produkt entschieden, die den Kunden so gar nicht schmeckt.

Die Preise für Gummibären steigen.
Die Preise für Gummibären steigen. © picture alliance / Caroline Seid / Caroline Seidel

Kleinere Tüten, aber gleicher Preis: Haribo führt „Mogelpackung“ ein

Mit diesen Änderungen an der Menge des Packungsinhalts, können Haribo-Tüten als sogenannte „Mogelpackungen“ angesehen werden. Eine „Mogelpackung“ ist ein Produkt bei denen der Hersteller die Füllmenge einfach reduziert, ohne dass der Artikel günstiger wird. Letzten Endes wird das Produkt oft teurer, doch davon bekommt der Verbraucher oft nichts mit.

Jeden Monat wird von der Verbraucherzentrale Hamburg der Negativpreis „Mogelpackung“ vergeben, diese wird dann als Liste der Mogelpackungen (www.vzhh.de/mogelpackungsliste) veröffentlicht. So besetzen mit „Color-Rado“, „Tropifrutti“ und den „Goldbären“ gleich drei verschiedene Haribo-Produkte die ersten drei Plätze auf der Liste.

Preiserhöhung: Haribo will die Preise „transparent“ anheben

Haribo-Chef Gordon Kaup betont gegenüber der „Lebensmittelzeitung“, dass die Änderung „ganz transparent“ stattfindet. Die Tüte soll erkennbar mit dem Inhalt schrumpfen und dem Kunden soll nicht den Anschein gemacht werden, dass alles beim Alten bleibt. Die Menge in der großen 360-Gramm-Packung bleibt weiterhin gleich, hier ändert sich aber der Preis von 1,29 Euro auf 1,39 Euro.

Der Haribo-Konzern ist nicht der Einzige, der auf die sogenannte „Shrinkflation“ setzt. Denn auch weitere Konzerne sind von Inflation und Lieferengpässen betroffen. „Die große Welle kommt erst noch“, denn es werden immer mehr Betriebe nachziehen. Die Verbraucher sind auf Facebook überrascht von dieser Entdeckung und auch auf Twitter wird fleißig über die versteckte Preiserhöhung diskutiert. (rah)

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