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Lidl: Kundin frustriert von Mogelpackung – „Dose ist nur zur Hälfte gefüllt“

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Von: Tobias Becker

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Baden-Württemberg - Bei Lidl gibt es wohl eine Mogelpackung, die für mächtig Kunden-Frust sorgt. Eine Verbraucherin hat nun eine Antwort von Stiftung Warentest bekommen.

Wer kennt es nicht: Man steht beim Einkaufen mitten in Heidelberg* nach Feierabend, denkt, die Packung Chips sei ein Schnäppchen, da die Verpackung größer ist und der Preis verhältnismäßig klein wirkt. Zuhause angekommen dann der Schock: Die Packung ist durch Tricksereien gar nicht ganz gefüllt. Mogelpackungen sind keine Seltenheit, sondern kommen ziemlich häufig vor. Verbraucher*innen sind dem nahezu gnadenlos ausgesetzt, weshalb unter anderem Stiftung Warentest oder auch Öko-Test regelmäßig Untersuchungen anstellen. Dabei geht es nicht nur um Mogelpackungen, sondern oft auch um Schadstoffe in Produkten und den Vergleich zwischen mehreren Produkten der gleich Art.

Neben jeder Menge Testberichte*, liefert Stiftung Warentest auch Antworten für Verbraucher*innen, wenn diese Ärger mit Lebensmitteln oder ähnlichem haben. So gab es nun die Frage der Leserin Anne Berger aus Erft­stadt, nach einer mögliche Mogelpackung. Dabei ging es um das Crownfield Bircher Müsli von Discounter-Riese Lidl. Berger schreibt: „Die Dose ist nur zur Hälfte gefüllt. Sie lässt mehr Inhalt vermuten, als tatsäch­lich drin ist.“

Nach Mogelpackung bei Lidl: Dreister Inhaltsbetrug bei vielen Produkten

Es ist kein neues Problem, denn Mogelpackungen zählen teils schon zur Verkaufsstrategie dazu. Die Weltfirma „Nestlé“ bekam bereits den Titel der „Mogelpackung des Monats“*, wie HEIDELBERG24* berichtete. Wobei dazu gesagt sein sollte, dass es sich um das halbe Sortiment handelte und nicht nur um ein einzelnes Produkt. Erst vor wenigen Wochen wurden drei weitere Mogelpackungen entdeckt, eine war besonders dreist.

NameStiftung Warentest
GründerWestdeutschland
Gründung04. Dezember 1964
HauptsitzBerlin

Dabei ging es nicht um eine viel zu große Tüte, sondern um ein Sichtfenster, das den Inhalt größer wirken* ließ. Durch das Sichtfenster bei Asbach Pralinen können Kunden den leckeren Inhalt sehen, allerdings ist die Füllgrenze nur knapp über dem Sichtfenster, weshalb die restliche Packung mit Leere gefüllt ist. Bei Mogelpackungen handelt es sich nicht nur um Süßigkeiten, es gibt sie in vielerlei Produkten, wie zum Beispiel auch bei Waschmitteln und Kosmetika.

Immer wieder Mogelpackungen: Das Müll-Problem und die schwache Gesetzgebung

Während die Verpackung bei gleichbleibendem Inhalt größer wird und die Preise schlimmstenfalls auch noch ansteigen, gibt es dabei mehr Probleme als den Kundenfrust. So wurde im September diesen Jahres eine Studie der Verbraucherzentrale des Bundesverbands veröffentlicht, nach der jährlich 1,4 Millionen Mülltonnen durch Mogelpackungen zustande kommen. Rechnet man den unnötigen Verpackungsmüll hinzu, sind es sogar knapp drei Millionen Mülltonnen mit je 240 Liter Fassungsvermögen.

Das Schlimme: Aufgrund einer Uralt-Regel sind Mogelpackungen nicht verboten. Demnach ist ein Richtwert von 30 Prozent Luft die Grenze. Allerdings geht das auf eine vier Jahrzehnte alte Verwaltungsrichtlinie zurück, die weder zeitgemäß noch rechtlich verbindlich sei, wie Verbraucherschützer monieren. Hinzu kommen beim Überschreiten des Richtwerts eine Unmenge an Ausnahmen, die alle einzeln untersucht werden müssten. Der Aufwand wäre wohl kaum zu organisieren.

Ärger über Lidl-Mogelpackung: So reagiert Stiftung Warentest auf Kunden-Frust

Diese Regeln, der zusätzliche Müll und die fehlende Notwendigkeit der zu großen Verpackung helfen den Kunden jedoch nicht. Dass es im Anfangs erwähnten Fall eine Mogelpackung ist, scheint klar zu sein, da der Füllraum viel zu groß ist. Aber: Was bringt der Ärger der Leserin in diesem Fall? Stiftung Warentest hat auf den Frust geantwortet. So wird der Leserin recht gegeben, dass Bircher Müsli auch „nahezu ohne Leerraum abgefüllt werden“ kann. Außerdem wurde bei Lidl nach der Thematik gefragt: „Auf unsere Nach­frage teilte Lidl mit, die Verpackung derzeit zu über­arbeiten.“ Ob und wann das geschieht, bleibt abzuwarten. Zumindest wurde die Mogelpackung so aber prominent platziert. (tobi) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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