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Mückenspray bei Stiftung Warentest: Diese 2 Produkte haben versagt

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Um sich vor Zecken- und Insektenstiche zu schützen, greifen viele Menschen zu Mückensprays. Doch Stiftung Warentest warnt vor falschen Produkten und schlechten Inhaltsstoffen:

Deutschland - Meistens merkt man‘s erst, wenn‘s zu spät ist: Ein Mückenstich kann schon echt lästig sein. Die Haut fängt an zu jucken und man beginnt sich wie wild zu kratzen. Wenn die Schnake schon zugestochen hat, gibt es kühlende und lindernde Sprays sowie einige Hausmittel, die den Juckreiz hemmen können. So helfen beispielsweise Zitronensaft, Gurkenscheiben oder eine aufgeschnittene Zwiebel bei einem Stich. Doch es gibt auch Insektensprays, die bereits vorbeugend auf die Haut gesprüht werden können, um einen Mückenstich generell zu verhindern.

Aber welche Insektensprays helfen wirklich? Auf welche Inhaltsstoffe sollten Verbraucher achten? Und wie schädlich sind Mückensprays eigentlich für die Haut? Stiftung Warentest* hat sich in den letzten Jahren viel mit dem Thema Mücken, Zecken und deren Abwehr beschäftigt. Wie HEIDELBERG24* berichtet, haben die Wissenschaftler verschiedenen Produkte untersucht und Inhaltsstoffe analysiert.

VerbraucherorganisationStiftung Warentest
Gründung4. Dezember 1964, Berlin
Mitarbeiter362

Fakt ist: Insektensprays können Zecken und Mücken abwehren, sollten aber nur sinnvoll eingesetzt werden. Denn alle Produkte reizen die Haut und können sogar allergische Reaktionen hervorrufen. Auch spielt die Menge der Inhaltsstoffe eine entscheidende Rolle. Und manchmal hilft ein Spray zwar gegen Mücken, aber nicht gegen Zecken – und andersrum.

Stiftung Warentest: Gute Mückensprays – auf diese Inhalte sollte man achten

Es kann sehr wichtig sein, sich gegen Insektenstiche rechtzeitig zu schützen. Denn die kleinen Tiere verursachen nicht nur eine juckende Stelle, sondern können auch Allergien auslösen und Krankheiten übertragen. Vor allem in Malaria-Gebieten oder bei uns in Baden-Württemberg* lauern die kleinen Biester, deren Biss teilweise tödlich enden kann. So kann die Zecke FSME und Borreliose verursachen*.

Stiftung Warentest hat 2019 die Inhaltsstoffe von Insektenabwehrmittel angeschaut. Die Experten stellen fest, dass Mischungen aus ätherischen Ölen zwar angenehmer riechen, aber eine deutlich schlechtere Wirksamkeit haben. Die Produkte schneiden schlechter ab als die chemische Konkurrenz und gelten deshalb als „nicht empfehlenswert“.

Verbraucher sollten beim Kauf von Insektensprays auf folgende Inhalte achten, da diese sowohl Zecken als auch Mücken abwehren:

Anmerkung: Laut Stiftung Warentest schneiden Sprays mit einem zu niedrigen PMD-Wert schlecht ab und erhalten deshalb nur die Noten „ausreichend“ oder „mangelhaft“. Der Stoff Ethyl-butyl-acetyl-amino-propionat (EBAAP) hält zwar Zecken gut ab, hilft wiederum wenig bei Mücken.

Produkte mit den drei oben genannten Inhaltsstoffen sind rund acht Stunden wirksam. „Wie lange genau, hängt ab von der
Wirkstoffkonzentration, den Umgebungsbedingungen (Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Wind), vom Schwitzen und von der Art der Insekten“, so Stiftung Warentest.

Mückensprays bei Stiftung Warentest: Warnung vor allergischer Reaktion – dieser Stoff ist am anfälligsten

Die Verbraucherorganisation weist darauf hin, dass jedes Spray auch seine Nachteile mit sich bringt. So sind Abwehrmittel mit DEET vor allem in Malaria-Gebieten zu empfehlen, da sie sowohl gegen tag- als auch nachtaktive Insekten schützen. Allerdings dringen die Produkte in die Haut ein und geraten in den Blutkreislauf. Dort können sie das Nervensystem schädigen. Von leichteren Nebenwirkungen, wie Kribbeln und Taubheitsgefühlen, können DEET-Sprays auch Krampfanfälle und Hirnschädigungen verursachen. Das Risiko, an Nebenwirkungen zu leiden, erhöht sich, wenn man das Spray auf dem gesamten Körper aufträgt. Auch sollte man den Sprühnebel nicht einatmen, da er die Haut reizt. Bei Schwangeren oder stillenden Frauen sowie Kindern unter drei Jahren wird von DEET-Sprays komplett abgeraten.

„In Gebieten, die nicht malariagefährdet sind, also auch in Deutschland und Europa, ist der Wirkstoff Icaridin vorzuziehen, nicht zuletzt wegen des angenehmeren Geruchs, vor allem aber wegen seiner besseren Verträglichkeit. Die bisher vorliegenden klinischen Untersuchungen legen nahe, dass Icaridin ähnlich gut und zuverlässig wirkt wie DEET“, heißt es in einem Bericht von Stiftung Warentest. PMD wirke ähnlich wie Icaridin, aber etwas kürzer. Außerdem könne es auf empfindlicher Haut leichter Allergien auslösen. Grundsätzlich sollte nie ein Insektenabwehrmittel auf offene, wunde Stellen gespürt werden. Fängt die Haut an zu jucken, röten oder schuppen, sollte man das Produkt absetzen.

„Setzen Sie Zecken- und Mückenschutzmittel gezielt ein, zum Beispiel direkt vor einer Wanderung. Nach der Rückkehr aus der Natur empfiehlt es sich, die Reste des Mittels vorsorglich abzuwaschen“, so die Verbraucherorganisation. Stiftung Warentest weist darauf hin, dass viele Sprays wasserlöslich sind und gegebenenfalls nochmal aufgetragen werden müssen. Wichtig hierbei: Wer zusätzlich eine Sonnencreme benutzt, der sollte sich zuerst eincremen und dann das Spray auftragen.

Mückensprays bei Stiftung Warentest: Zecken und Mücken beißen trotzdem zu – zwei Marken fallen durch

Stiftung Warentest hat zuletzt 2017 mehrere Mückensprays miteinander verglichen. 14 Produkte sind dafür an sechs Probanden getestet worden. Die Tester haben sich mit dem Spray eingesprüht und dann Mücken sowie Zecken an ihre Haut gelassen. Fünf Probanden haben sich für die Versuche über 2.300 Mal stechen lassen.

Das Fazit: Zwei Produkte fallen komplett durch! Statt dass die Zecken und Mücken von der Haut ablassen, beißen sie zu. Da die Tiere in Laboren gezüchtet wurden, besteht für die Tester aber keine gesundheitliche Gefahr. Bei den Sprays handelt es sich um:

Aber auch die restlichen zwölf Mückensprays können nicht wirklich die Experten zufriedenstellen. „Keines der Mittel im Test schnitt im Prüf­punkt Gesundheit besser ab als befriedigend, die Hälfte sogar nur ausreichend. Wichtigste Gründe für die schwachen Noten waren, dass enthaltene Wirk­stoffe die Augen reizen oder allergische Reaktionen auslösen können. Das passierte auch während der Prüfung: Die Haut einer Probandin zeigte gegen Ende des Tests eine allergische Reaktion. Die Frau musste aufgeben“, so Stiftung Warentest. Die Verbraucherorganisation weist aber auch darauf hin, dass viele Hersteller bereits über die letzten Jahre ihre Anwendung verbessert haben – möglich ist also eine Optimierung der Sprays seit 2017!

Diese zwölf Insektensprays sind ebenfalls getestet worden:

Schutz vor Zecken und Mücken: Richtige Spray-Anwendung und Kleidung – darauf sollte man achten

Ein Insektenspray sollte so angewandt werden, wie der Hersteller es angibt. Grundsätzlich sollte das Mittel auf die Hand gesprüht und anschließend auf der Haut verteilt werden. Mund und Augen aussparen und nach dem Einreiben Hände gewaschen. Bei Kindern sollten Hände und Gesicht komplett „Spray“-frei bleiben. Übrigens: Es gibt auch ganz einfache Tricks, um Wespen wegzulocken und so einen Stich zu verhindern*.

Um Stiche zu vermeiden, helfen auch langärmlige Kleidung und feste Schuhe. Auch sollte man die Hosenbeine in die Socken stopfen. Zecken findet man leichter auf hellem Untergrund. Mücken landen bevorzugt auf dunkler Kleidung. (jol) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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