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„Nicht in den Mund nehmen“ – Schild am Pfandautomaten sorgt für Diskussion

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Von: Pauline Wyderka

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Pfandbons gehören nicht in den Mund. Das ist aktuell fast schon eine kontroverse Aussage, zumindest nach den Diskussionen um ein kurioses Hinweisschild in einem deutschen Supermarkt.

Genau wie Pfand gibt es auch das wahrscheinlich nur in Deutschland: ein übermäßig spezifisches Hinweisschild, das Menschen vorschreibt, was sie tun und lassen sollen. Allerdings muss es in diesem Fall wirklich nötig gewesen sein, denn die Geschichte, die dieses Bild erzählt, das aktuell Instagram irritiert, kann man sich nicht ausdenken: Es geht um Pfandbons und wie man mit ihnen NICHT umgeht.

„Nicht in den Mund nehmen“ – Hinweisschild am Pfandautomaten entlarvt Hygiene-Sünder

Pfandbons – die nützlichen kleinen Zettel, die man ständig sammelt und dann vergisst abzugeben. Manch einer ist schon verunsichert darüber, wie lang man die Papierchen überhaupt einlösen kann. Andere machen sich nicht so viele Gedanken darum, in welchem Zustand sie die Bons abgeben, wie dieser neue Post des Instagram-Accounts Notes of Germany deutlich macht:

„Verehrte Kunden, aus hygienischen Gründen bitten wir Sie, die Leergutbons nicht in den Mund zu nehmen. Vielen Dank!“, hängt der Zettel über dem Leergut-Automaten in einer REWE-Filiale in Taunusstein bei Wiesbaden. Sofort kommen einem Bilder in den Sinn von glitschigem, aufgeweichtem Papier, das dem Kassierer überreicht wird. ‚Wer macht sowas?‘, fragt man sich da vielleicht. Doch es stellt sich heraus: Leergutbons in den Mund nehmen ist sogar recht verbreitet!

Hinweisschild am Pfandautomaten: Community bekennt sich schuldig

Die Community jedenfalls ist gespalten. Den einen fehlt jedes Verständnis. „Ja Pfui Deibel, wer macht denn auch sowas! 😳🙈“, schreibt da ein Nutzer bestürzt. Andere bekennen sich schuldig im Sinne der Anklage. „Come on, wer noch nie in Verzweiflung mit vollen Händen auf diese Haltemethode zurückgegriffen hat, werfe den ersten Pfandbon ...“, schreibt ein anderer Nutzer mit einem Augenzwinkern.

Und damit spricht er aus, was sich allem Anschein nach viele denken: Manchmal hat man keine Hände mehr frei und dann ist offenbar der einzige Platz für das Papierchen ...? Richtig: der Mund. Nützlich hin oder her – besonders hygienisch ist das nicht, findet wohl auch das Personal und schreibt den entrüsteten Hinweiszettel, der – ganz wichtig – natürlich in Plastikfolie gehüllt und damit sicher ist vor etwaigen Flüssigkeiten, sei es vom Pfand oder von der Spucke verständnisloser Kunden.

„Nicht in den Mund nehmen“ – warum das Hinweisschild dennoch recht hat

Eine weitere Spaltung also, die sich durch die Gesellschaft zieht: Jene, die den Pfandbon in den Mund nehmen und jene, die das auch so absurd finden wie das REWE-Personal. Aber auch wenn mal keine Hand frei ist: Bitte nicht in den Mund nehmen, das ist nicht nur unhygienisch, das Thermopapier, auf das der Pfandbon gedruckt ist, ist außerdem giftig. Genau wie Kassenzettel sollten also auch sie richtig entsorgt werden.

Das deutsche Pfandsystem sorgt immer wieder für amüsante Geschichten und kleine Aufreger. So zeigt kürzlich eine Facebook-Userin stolz ihren Pfandbon im Wert von mehreren Hundert Euro, den sie wohl nach mehreren Stunden Pfand Abgeben erhielt. (paw)

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