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Export-Stopp von Palmöl: Wird Nutella jetzt teurer? Ferrero hält sich bedeckt

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Von: Eliran Kendi

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Ferrero steht vor der nächsten Herausforderung: Nutella könnte bald teurer werden. Ein wichtiger Rohstoff für die Produktion der Nuss-Nougat-Creme wird knapp: Palmöl.

Vor den Osterfeiertagen hat der italienische Süßwarenhersteller Ferrero für einen Skandal gesorgt: In den „kinder“-Produkten von Ferrero sind vielfach Salmonellen nachgewiesen worden. Daraufhin startet das italienische Lebensmittelunternehmen eine beispiellose Rückrufaktion. Dennoch erkranken viele Verbraucher, meistens Kinder, an der gefährlichen Bakteriengattung. Nun könnte sich Ferrero mit einem weiteren Problem konfrontiert sehen: Mit Palmöl wird ein für Nutella wichtiger Rohstoff knapp.

UnternehmenFerrero
Gründung1946
SitzAlba, Italien

Palmöl steckt in vielen Supermarkt-Produkten – auch in Nutella von Ferrero

Für Donnerstag (28. April) hat Indonesien einen Exportstopp für Palmöl angekündigt. Der südostasiatische Inselstaat ist der weltgrößte Produzent des Pflanzenöls. Im Jahr 2019 hat Indonesien gemeinsam mit Malaysia etwa 84 Prozent der Weltproduktion abgedeckt. Unangefochtener Spitzenreiter ist dabei Indonesien mit knapp 43 Millionen Tonnen, während Malaysia lediglich 19,8 Tonnen Palmöl produziert hat.

Der Exportstopp für Palmöl beunruhigt nun die internationalen Märkte, denn Palmöl steckt in vielen verarbeiteten Produkten des täglichen Bedarfs, wie Biokraftstoffen, Lebensmitteln und Kosmetika. Schätzungen von Experten zufolge lässt sich in jedem zweiten Supermarkt-Produkt Palmöl finden. So auch in Nutella, der beliebten Nuss-Nugat-Creme von Ferrero.

Ferrero nimmt Stellung zu möglichen Preissteigerungen bei Nutella

Nach Angaben der „Wirtschaftswoche“ ist Palmöl für Nutella nach Zucker die zweitwichtigste Zutat. Ein Nutella-Glas enthält rund 20 Prozent des Pflanzenöls. „Palmöl ist die Zutat in Nutella, die die Creme so streichzart, cremig und stabil macht. Streichzart deshalb, weil die Creme selbst bei Zimmertemperatur immer noch halbfest bleibt, und stabil, weil Palmöl weniger schnell oxidiert als andere Öle“, bewirbt Ferrero die Nuss-Nugat-Creme.

Angesichts des Exportstopps stellt sich nun die Frage: Wird nach Mehl und Speiseölen nun auch Nutella zur teuren Mangelware? Auf Anfrage von HEIDELBERG24 zeigt sich Ferrero bedeckt:

„Indonesien ist zwar weltweit ein wichtiges Herkunftsland für Palmöl, aber Ferrero bezieht derzeit mehr als zwei Drittel seines Palmöls aus Malaysia. Wir beobachten die Entwicklungen sehr aufmerksam, zum jetzigen Zeitpunkt ist es allerdings zu früh, eine abschließende Einschätzung zu den Folgen abzugeben“, sagt die Ferrero Pressestelle Deutschland.

Exportstopp von Palmöl: Experte kommentiert Folgen

Für Marktbeobachter steht jedoch fest: Die bereits bestehende Sprit- und Lebensmittelkrise wird sich durch den Exportstopp von Palmöl weiter verschärfen. „Zusätzlich zur Knappheit von Sonnenblumenöl ist der indonesische Exportstopp von Palmöl eine weitere Herausforderung für die Unternehmen“, sagt Christoph Minhoff gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND)

Zugleich gibt es aber auch Entwarnung: Einen kompletten Exportstopp soll es nicht geben. Die indonesische Regierung plant nach eigenen Angaben lediglich 40 Prozent des bisher exportierten Palmöls einzubehalten. Nur bereits verarbeitetes Palmöl soll für die Versorgung der eigenen Bevölkerung künftig im Land bleiben.

Ferrero hingegen braucht vorwiegend rohes Palmöl, das nach den vorliegenden Informationen nicht vom Exportstopp betroffen sein soll. Damit sind Lieferengpässe zunächst auszuschließen. Dennoch könnte Nutella mittelfristig teurer werden: Folgt man den Regeln des Marktes, führt auch die Knappheit eines Rohstoffs in anderen Teilen der Welt bei uns zu steigenden Preisen. (esk)

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