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Aldi, Lidl und Co.: Neues Gesetz ab Mai – weniger Abfall, mehr Rabatte?

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Von: Tobias Becker

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Aldi Süd – Ab Mai gilt ein neues Gesetz, dass der Lebensmittelverschwendung entgegentreten soll. Supermärkte könnten dadurch auch Vorteile für Kunden schaffen.

Auf Kunden von Aldi, Lidl und anderen Supermärkten gibt es bald eine weitere Veränderung. Ein neues Gesetz soll dafür sorgen, dass nicht nur Kunden Vorteile haben, sondern auch die Umwelt weniger Schaden nimmt. Es geht um die Lebensmittelverschwendung ‒ oder vielmehr das Vermeiden einer solchen. Große Abfälle am Ende des Tages sollen so der Vergangenheit angehören. Zudem könnten Last-Minute-Shopper das ein oder andere Schnäppchen ergattern.

Aldi Süd, Lidl und Co.: Diese Regel gilt ab Mai

„Leicht verderbliche Lebensmittel, die kurz vor dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums stehen, dürfen deutlich günstiger verkauft werden“. Diese Regel wird ab Mai 2022 in Kraft gesetzt. Besonders auf den Verkauf von Obst und Gemüse kann sich das täglich auswirken. Auch frische Backwaren sind durchaus betroffen. Bei Lidl gibt es künftig auch die „Rette mich“-Tüte, wie RUHR24* berichtet.

Das Neue daran: Ab Mai ist es ausreichend, wenn Aldi Süd und Co. das jeweilige Prozent-Schild auf dem Produkt klebt. Bisher mussten Discounter immer den neuen und den alten Preis deutlich machen. Die Hoffnung: Durch das neue Gesetz sollen Kunden auch angeregt werden, am Ende des Tages nochmal Produkte mitzunehmen, die ansonsten in der Mülltonne landen, da sie am kommenden Tag nicht erneut angeboten werden können.

Aldi Süd, Lidl und Co.: Lebensmittelverschwendung in Deutschland ein Problem

Generell ist die Lebensmittelverschwendung ein großes Thema in Deutschland. Wie das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) aufzeigt, entstehen jährlich 0,5 Millionen Tonnen der Lebensmittelabfälle im Handel. Das sind vier Prozent. Damit ist der prozentuale Anteil sogar recht gering, denn: In der Primärproduktion werden zwölf Prozent, also 1,4 Millionen Tonnen, weggeworfen, in der Verarbeitung sind es sogar 2,2 Millionen Tonnen. Die größte Lebensmittelverschwendung findet allerdings in privaten Haushalten statt. 6,1 Millionen Tonnen machen 52 Prozent aus und bedeuten, dass jeder Verbrauchende in etwa 75 Kilogramm pro Jahr wegwirft.

DiscounterAldi
HauptsitzEssen (Aldi Nord)/Mühlheim an der Ruhr (Aldi Süd)
GründerKarl & Theo Albrecht
Filialen weltweit11.235 (2019)
Jahresumsatz81,8 Milliarden Euro (2019)

Ein Manko in Deutschland: Das Mindesthaltbarkeitsdatum, das kein Ablaufdatum ist, wird als genau solches gesehen. Viele Menschen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Deutschland werfen Lebensmittel weg, sobald das Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht wird. Auch beim Einkauf bleiben solche Artikel dann schneller mal liegen. Durch die neue Möglichkeit, einfache Last-Minute-Rabatte anzubieten, könnten Kunden so angeregt werden, diese Artikel doch noch mitzunehmen und zu verbrauchen, so dass sie nicht im Müll landen. Aldi erhöht derzeit außerdem die Preise für bestimmte Milchproukte. (tobi) *RUHR24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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