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Kürzere Öffnungszeiten um Energie zu sparen: Erster Discounter schließt Filialen früher

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Von: Sarah Isele

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Als erster Lebensmitteleinzelhändler hat nun Aldi Nord verkündet, zahlreiche Filialen früher zu schließen, um Energie zu sparen. Das müssen Kunden wissen:

Update vom 19. Oktober: Als erster Lebensmitteleinzelhändler in Deutschland hat Aldi Nord angekündigt, die Öffnungszeiten zu verkürzen. Damit wolle der Discounter-Riese „aktiv einen Beitrag zum Energiesparen“ leisten, heißt es in einem Tweet von Aldi Nord. Ab dem 1. November 2022 würden demnach zahlreiche Märkte um 20 Uhr schließen – zunächst im Zeitraum der Winterzeit 2022/2023. Betroffen seien demnach alle Discounter von Aldi Nord, die sonst zum Beispiel bis 22 Uhr geöffnet haben.

Aldi Süd hatte sich Ende September auf Anfrage von HEIDELBERG24 geäußert, dass man keine kürzeren Öffnungszeiten plane – ebenso wie Discounter-Konkurrent Lidl. Stattdessen wolle man andere Maßnahmen zur Energieeinsparung treffen.

Keine Änderungen der Öffnungszeiten bei Aldi Süd und Lidl – Discounter sparen an anderer Stelle

Erstmeldung vom 29. September: Der Geschäftsführer von Tegut wendet sich im August mit einem Brief an die 16 Landesregierungen. Er möchte verkürzte Öffnungszeiten für alle Supermärkte einführen. Der Grund dafür? Es soll so viel Energie wie möglich gespart und das Supermarkt-Personal soll entlastet werden. Auf Nachfrage von HEIDELBERG24 äußern sich die Ketten Aldi Süd und Lidl: Sie halten sich an alle von den Ländern vorgegebenen Standards und planen andere Spar-Maßnahmen.

Keine kürzeren Öffnungszeiten bei Aldi Süd und Lidl: Der Vorteil vom späten Einkauf

Ladenöffnungszeiten wie vor 20 Jahren sind heutzutage unvorstellbar. Heute haben die Supermärkte bis 22 und 24 Uhr geöffnet. Lange Ladenöffnungszeiten sind vor allem für die arbeitende Gesellschaft praktisch. So kann man nach der Arbeit noch schnell zu einem Supermarkt und dort den Einkauf für den nächsten Tag oder gar die ganze Woche erledigen.

Natürlich ist dieser späte Einkauf nur in großen, nationalen Supermarktketten möglich, kleine Läden – wie Metzger und Traditionsbäckereien – schließen früher. Aufgrund der Energiekrise, der allgemeinen steigenden Kosten und der Überforderung des Personals möchte Tegut für alle Supermärkte deutschlandweit verkürzte Öffnungszeiten haben. Orientiert wird sich dabei an den Bundesländern Bayern und Saarland, hier sind die Läden bis 20 Uhr geöffnet. In Baden-Württemberg gelten die längeren Zeiten.

Aldi und Lidl halten sich an andere Spar-Maßnahmen: Verkürzte Öffnungszeiten wird es nicht geben

Auf Nachfrage von HEIDELBERG24 äußern sich die Discounter Aldi Süd und Lidl zum Thema der verkürzten Öffnungszeiten und der Energiekrise. Von beiden Supermarkt-Riesen kommen ausführliche Aussagen, bei denen der gemeinsame Nenner ist, dass es bei ihnen keine kürzeren Öffnungszeiten geben wird. Die Discounter haben zum Energiesparen andere Maßnahmen in Planung oder diese Maßnahmen laufen bereits in den Filialen. Auch Städte versuchen der Energiekrise entgegenzuwirken, so schaltet Heidelberg zum Beispiel Beleuchtungen von Bauwerken und Plätzen ab.

Lidl weist darauf hin, dass sich die „Öffnungszeiten der Supermarktkette nach den örtlichen Begebenheiten des Filialstandorts und den gesetzlichen Vorgaben des jeweiligen Bundeslandes richten“. Die Filialen stehen den Kunden weiterhin zu den gewohnten Öffnungszeiten zur Verfügung. Aufgrund der Maßnahmen, die in der Energiesparverordnung gefordert sind, arbeitet Lidl daran, in ihren Filialen, Logistiklagern und Verwaltungsstandorten diese Forderungen umzusetzen.

Keine kürzeren Öffnungszeiten: Lidl hält sich an Maßnahmen der Energiesparverordnung

Sofern technisch bereits möglich, sind seit dem ersten September die beleuchteten Werbeschilder im Außenbereich an Lidl-Filialen für den in der Verordnung vorgesehen Zeitraum von 22 bis 16 Uhr des folgenden Tages abgeschaltet. An den übrigen Filialen werden zurzeit die entsprechenden Vorbereitungen für die Abschaltung der beleuchteten Logos getroffen. „Zudem erfüllt Lidl mit automatischen Eingangstüren, die sich erst öffnen, wenn sich ein Kunde nähert, bereits die Vorgaben“, teilt die Lidl Pressestelle mit.

Sie überprüfen und optimieren ihre Prozesse fortlaufend, um ihren Energieverbrauch zu reduzieren. Flächendeckend sind alle Filialen auf LED-Beleuchtungen übergegangen und diese werden auch weiterhin optimiert. Um den CO2-Ausstoß zu reduzieren, setzt Lidl auf ausschließlich natürliche, energieeffiziente Kältemittel in ihren Kälte- und Klimaanlagen. Zusätzlich bezieht der Discounter seit August 2020 die elektrische Energie zu 100 Prozent aus Grünstrom und baut die Eigenstromerzeugung durch Fotovoltaikanlagen weiter aus.

Keine kürzeren Öffnungszeiten: Auch Aldi hält sich an die Vorgaben und geht sogar darüber hinaus

Die aktuelle Situation wird sehr ernst genommen und daher „setzt ALDI SÜD selbstverständlich alle gesetzlichen Regelungen um und geht mit seinen Maßnahmen sogar über die Vorgaben der Energieeinsparverordnung hinaus“, gibt die Pressestelle von Aldi bekannt. Der Discounter senkt die Temperaturen in seinen Filialen in dem Maße ab, wie es die gesetzliche Vorgabe für öffentliche Gebäude vorsieht. Die Supermarktkette hat bereits vor langer Zeit Maßnahmen umgesetzt, die zur Energieeffizienz in den Märkten und in den Logistikzentren beitragen. Details sind bei aldi-sued.de zu finden.

ALDI SÜD sieht seine Aufgabe als Lebensmittelhändler, die darin besteht, „die Grundversorgung unserer Kundinnen und Kunden mit Waren des täglichen Bedarfs zu sichern“. Die Öffnungszeiten des Discounters werden nach den Bedürfnissen der Kunden gerichtet. Öffnungszeiten bis 21 Uhr werden nur in den Filialen angeboten, in denen der Bedarf bei den Verbrauchern besteht. ALDI SÜD hält sich dabei an gesetzliche Vorgaben und berücksichtigt bei Bedarf gesellschaftspolitische Themenstellungen. (rah)

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