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Babybrei im Öko-Test: Mangelhaft! Diese Marken sind komplett durchgefallen

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Öko-Test untersucht 20 Babybreie und macht dabei eine erschreckende Entdeckung. Alle Produkte enthalten einen Stoff, der als krebserregend eingestuft wird:

Sobald das Baby nicht nur Muttermilch zu sich nehmen kann, greifen viele Eltern zu fertigen Breien aus dem Glas. Es gibt zahlreiche Sorten von unterschiedlichen Marken in Supermärkten, Discountern und Drogeriemärkten. Doch welche Produkte sind gut – und welche schlecht? Das Verbrauchermagazin Öko-Test hat sich mehrere Babybreie mal genauer angeschaut und auf die Inhaltsstoffe der Waren geachtet. Die Experten kommen dabei zu einem erschreckendem Ergebnis: Kein einziger Babybrei (mit Gemüse oder Fleisch) schneidet bei Öko-Test mit der Bestnote „sehr gut“ ab!

VerbrauchermagazinÖko-Test
SitzFrankfurt
Erstausgabe1985

Viel schockierender ist der Grund, warum die Babybreie maximal mit „gut“ bewertet werden: In allen 20 Produkten finden sich niedrige Gehalte eines Stoffs, der als krebserregend eingestuft wird. Was Eltern also unbedingt beachten müssen und vor welchen Marken die Öko-Test-Experten komplett abraten, verrät HEIDELBERG24*.

Babybrei bei Öko-Test: Erschreckendes Ergebnis – Alle Produkte mit krebserregendem Stoff

Babys unter vier Monaten sind zu jung für Beikost, weil Verdauungssystem und Nieren noch nicht vollständig entwickelt sind. Deshalb finden sich auf den Etiketten der Babybrei-Hersteller fast ausschließlich die Angaben „ab dem 5. Monat“ oder „nach dem 4. Monat“ – oder später. Ein Baby ist grundsätzlich bereit, Beikost zu essen, wenn es Interesse an dem Essen der älteren Familienmitglieder zeigt. „Öffnet es den Mund, wenn ein gefüllter Löffel auf es zukommt, und drückt es den Brei nicht mehr mit der Zunge raus, kann es losgehen“, erklärt Öko-Test.

Eltern greifen ab dann zu fertigen Babybreien aus dem Glas. Dabei ist besonders wichtig, dass die Produkte frei von Schadstoffen sind, da Kinder noch besonders empfindlich sind. Allerdings: Die 20 getesteten Babybreie mit Gemüse und Fleisch enthalten alle (!) den Stoff Furan. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft diesen Stoff als möglicherweise krebserregend ein. „In einigen der getesteten Produkte waren die Gehalte aus unserer Sicht sehr niedrig, in anderen sehen wir die Furanbelastung deutlich kritischer, wir bewerten sie als ,erhöht‘“, so Öko-Test.

Doch was ist Furan? Der Stoff entsteht beim Erhitzen von Gemüse. Während beim Kochen zu Hause das Furan in die Luft entweicht und deshalb keine Gefahr darstellt, sieht es bei der industriellen Herstellung anders aus. Wie das Verbrauchermagazin erklärt, sammelt sich der Stoff bei der Sterilisation der Fertigbreie an und ist deshalb beim Produktionsprozess unvermeidbar.

Babybrei bei Öko-Test: Krebserregender Stoff in allen Produkten gefunden

Öko-Test weist darauf hin, dass die Hersteller in den vergangenen Jahren bereits die Herstellungsprozesse optimiert und so die Furan-Gehalte deutlich gesenkt haben. Dennoch fordern die Experten einen noch geringeren Furan-Wert in den Babybreien. Tierversuche hätten gezeigt, dass die langfristige Aufnahme von Furan zu Leberschäden und in hohen Dosen sogar zu Leberkrebs führen kann. „Zu langfristigen Schäden beim Menschen weiß man bisher noch zu wenig“, so Öko-Test. Bei der Bewertung der getesteten Babybreie richtet sich das Verbrauchermagazin an die Werte, bei denen in Tierversuchen erste Schäden aufgetreten sind.

Übrigens ein Tipp für alle Eltern, die nun etwas besorgt sind: Wenn man die Fertigbreie bei geöffnetem Deckel erhitzt und umrührt, kann man die Belastung senken.

Babybrei bei Öko-Test: Falsches Werbeversprechen? Experten kritisieren Hersteller

Öko-Test* bemängelt neben den Furan-Werten auch die Eisengehalte in einigen Produkten. In drei Babybreien mit Fleisch ist relativ wenig Eisen gefunden worden, ein Hersteller greift sogar zu Eisendiphosphat. „Den Zusatz von Eisen aus künstlichen Quellen sehen wir kritisch, da es genug natürliche Eisenquellen gibt“, so die Tester.

Es wird außerdem das Werbeversprechen mancher Babybreie kritisiert. So heiße es beispielsweise: „Alpha-Linolensäure (ALA) trägt zur Entwicklung von Gehirn und Nervenzellen bei“. Allerdings enthalten die Produkte Rapsöl. „Die umgewandelte Menge ist bei Säuglingen eher gering. Rapsöl leistet deshalb keinen relevanten Beitrag zur DHA-Versorgung“, so Öko-Test. Bessere Quellen seien Fisch oder Algenöl. „Wenn die Werbeaussagen suggerieren, dass der Fertigbrei das Baby schon bestens mit Omega-3-Fettsäuren versorgt, führt das aus unserer Sicht in eine falsche Richtung“, stellen die Experten klar. Öko-Test hat kürzlich 16 Baby-Milchpulver* genauer unter die Lupe genommen. Das Ergebnis schockiert, denn nach wie vor sind viele Produkte mit Mineralöl belastet.

Babybrei bei Öko-Test: „Mangelhaft“ – Von diesen 2 Marken raten Experten ab

Von den 20 getesteten Babybreien, darunter zwei Bio-Produkte, kann kein Produkt mit der Note „sehr gut“ abschneiden. Zwei Marken fallen sogar komplett durch und werden mit „mangelhaft“ benotet. Die Produkte von „Bebivita“ erhalten jeweils die schlechteste Bewertung. Aber auch die bekannte Marke „Hipp“ erreicht nur die Note „ausreichend“. Der Gemüsefleischbrei „Spaghetti in Gemüsecreme mit Pute“ von Alete erhält ebenfalls Note 4. Neun weitere Breie gehen mit einem befriedigenden Ergebnis aus dem Test, sechs sind „gut“.

Zu den Gewinnern von Öko-Test zählen die Produkte von Alnatura. Alle drei Babybreie schneiden mit der Note „gut“ ab. Aber auch der Brei „Pastinaken mit Reis und Pute“ wird für „gut“ empfunden. Weitere Ergebnisse gibt es bei Öko-Test.

Das Verbrauchermagazin hat in der Oktober-Ausgabe auch Hautcremes genaustens untersucht. Das Ergebnis: Die Experten von Öko-Test bewerten bekannte Hautcreme-Marken* mit sehr schlechten Noten. Ein Produkt fällt sogar komplett durch. (jol) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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