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Kinderbäder im Öko-Test: Ein Produkt versagt auf ganzer Linie

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Von: Tobias Becker

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Baden-Württemberg – Baden ist für viele Kinder ein absolutes Highlight, was auch an den Badezusätzen liegt. Nun hat Öko-Test die Kinderbäder auf gefährliche Inhaltsstoffe untersucht.

Viel Schaum, grünes, blaues oder rotes und teilweise sprudelndes Wasser - die normale Badewanne wird für viele Kinder in Baden-Württemberg* und Rheinland-Pfalz* zum reinen Spaßbad. Statt nur zu schrubben und zu waschen, wird gespielt, mit Magie das wohltemperierte Nass „verzaubert“ und... Moment. Magie oder doch eher Chemie? Natürlich eher letzteres, auch wenn die Illusion der Kleinen weiter aufrechterhalten werden kann.

Genau darin liegt aber oft auch eine problematische Frage: Welche Badezusätze sind überhaupt okay für Kinder? Genauso wie bei der Lippenpflege für Erwachsene* und der Nutzung von Trockenshampoo*, gilt es auch bei Badezusätzen aufzupassen. Um es Eltern und anderen Verbrauchern leichter fällt, hat Öko-Test diese Badezusätze getestet. Wie andere Testberichte* auch, fasst HEIDELBERG24* zusammen.

Öko-Test untersucht Kinderbäder: So wurde getestet

Gleich 21 Kinderbäder hat Öko-Test untersucht, von denen sogar vier Produkte zertifizierte Naturkosmetik sind. 14 Badezusätze gibt es in flüssiger Form, siebenmal war es Pulver, das ins Badewasser gegeben wird. Alle 21 Produkte richten sich sowohl an kleine als auch große Kinder und sind für Voll- oder Schaumbäder gedacht. Außerdem sind drei der Badezusätze sogar sprudelnd und einer auch als Duschgel nutzbar.

VerbrauchermagazinÖko-Test
Erstausgabe1985
HauptsitzFrankfurt

Achtung: Gesundheitsbäder oder Badezusätze extra für Babys hat Öko-Test nicht untersucht. Alle Produkte wurden von Laboren ausgiebig auf Duftstoffe überprüft sowie auf „problematische Konservierungsstoffe wie Formaldehyd/-abspalter“, wie es bei Öko-Test heißt.

Kinderbäder im Test: Diese Problemstoffe hat Öko-Test in Badezusätzen gefunden

Das Problem bei der „Magie durch Chemie“ sind oft Stoffe, die vor allem für die noch sehr anfällige Kinderhaut schädlich sind. Der Schock bei Öko-Test: Gleich acht Marken enthalten einen Problemstoff. Dabei geht es wohl um den Farbstoff Bromkresolgrün, der eine holgenorganische Verbindung ist. Öko-Test schreibt: „In dieser Gruppe von mehreren Tausend Stoffen sind viele allergieauslösend, fast alle reichern sich in der Umwelt an.“ Bereits vor zwei Jahren wurden 19 Kinderbad-Produkte getestet, aber damals wurde in keinem einzigen eine halogenorganische Verbindung entdeckt. Das Urteil von Öko-Test: „Ein deutlicher Rückschritt.“

Eine weitere Problematik: PEG-Verbindungen, also Polyetylenglykol-Verbindungen, die oft auch in kosmetischen Produkten eingesetzt werden, wurden in sieben Kinderbädern gefunden. Im Fall der Badezusätze gelten sie als Tenside und sorgen für Schaum und Reinigung. Aber: Diese Verbindungen machen die Haut durchlässiger für Fremdstoffe, was für Kinderhaut besonders gefährlich sein kann. Immerhin gibt es Alternativen, die nicht nur die Naturkosmetik einsetzt. Dabei handelt es sich um Zuckertenside wie Coco-Glucoside, die generell milder sein sollen.

Kinderbäder im Test: Ein Produkt versagt im Öko-Test auf ganzer Linie

Das Ergebnis zeigt: Nicht alle Badezusätze sind zu empfehlen. Besonders Kids Stuff Crazy Soap Colour Changing Bubble Bath von Hothouse schneidet sehr schlecht ab und erhält die Note „mangelhaft“. Auch auffällig: Ein Bebe-, Balea- und Kneipp-Bad sehen mit „ausreichend“ alt aus. Es werden Erinnerungen wach an den Test im Dezember 2020 als ebenfalls bekannte Produkte durchgefallen sind. Damals ging es jedoch um Salze und Öle als Badezusatz*. Ärgerlich ist auch, dass einige Produkte Stoffe enthalten, die beispielsweise Allergien auslösen könnten oder die Haut anfälliger werden lassen für Fremdstoffe. Aber: Nicht alles ist schlecht, denn neun Produkte bestehen den Öko-Test mit der Bestnote „sehr gut“. (tobi) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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