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Leinsamen im Öko-Test: Erschreckendes Ergebnis - Nur ein Produkt überzeugt

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Von: Tobias Becker

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Baden-Württemberg – Gesunde Ernährung ist für viele Menschen wichtig. Ein Produkt, das oft verwendet wird, wenn man sich ausgewogen ernähren will, sind Leinsamen. Öko-Test hat diese nun untersucht.

Die Gesundheit ist in Deutschland nicht erst seit der Pandemie ein hohes Gut. In Baden-Württemberg* und Rheinland-Pfalz* achten immer mehr Menschen auf gesunde Ernährung. Zwar kann man über Aldi-Fails wie das „Super-Brötchen“* auch mal lachen, wenn es aber um gefährliche Inhaltsstoffe in Essen, aber auch Non-Food-Produkten geht, hört der Spaß bei vielen auf. So war auch der Ekel-Fund beim Lachs-Test* ein Schock für einige Verbraucher.

Gerade als gesund geltende Nahrungsmittel sind oft gar nicht so gesund, wie sie wahrgenommen werden. Ein Beispiel: Früchtemüsli hatte zwar Lichtblicke*, hat aber ein schlechtes Ergebnis in den Tests gezeigt. Und wie sieht es mit Leinsamen aus? Zwei Löffel mit Leinsamen (geschrotet) im Müsli sind sinnvoll, wenn es um ausgewogene Ernährung geht. Besonders beliebt sind sie, aufgrund des hohen Anteils guter Ballaststoffe. Öko-Test hat 20 Produkte unter die Lupe genommen. Wie andere Testberichte* auch, fasst HEIDELBERG24* zusammen.

Leinsamen im Öko-Test: So lief die Untersuchung

Okö-Test hat in der Untersuchung gleich 20 geschrotete Leinsamen überprüft. Wie gewohnt, ging es dabei auch um gefährliche Inhaltsstoffe. Gleich 18 der Produkte haben das Bio-Label, was wohl auch an der großen Verbreitung von Bio-Leinsamen liegt, wie das Magazin schreibt. Untersucht wurden die Leinsamen in Lebensmittellaboren unter anderem auf Pestizidrückstände, aber auch andere Stoffe.

VerbrauchermagazinÖko-Test
Erstausgabe1985
HauptsitzFrankfurt

Öko-Test weist darauf hin, dass sich in Leinsamen „die giftigen Schwermetalle Blei und besonders Cadmium aus dem Boden ansammeln“ können. Die Oberfläche sei zudem besonders anfällig für „Schimmelpilze und Verunreinigungen mit Mineralöl“. Die gefährlichen Stoffe waren aber nicht das einzige, was untersucht wurde. Aussehen und Geruch der Samen deuten auf Frische und Reinheit hin, was von Sensorikexperten extra überprüft wurde.

Hinzu kommt, dass Öko-Test die Hersteller gebeten hat, Lieferketten bekannt zu geben, um auch einen „angemessenen Arbeitsschutz für die Menschen vor Ort zu belegen“. Ein Grund dafür: Kein einziger Leinsamen kommt aus Deutschland. Seltsam, denn Leinsamen soll ja ein „heimisches Superfood“ sein.

Leinsamen im Test: Von Arbeitsbedingungen bis Mineralöl – das hat Öko-Test entdeckt

Und tatsächlich: Die Arbeitsbedingungen der Menschen vor Ort waren nicht immer gut. Öko-Test hat herausgefunden, dass einige Hersteller nur „wenig Verantwortung für die Arbeitsbedingungen in den Anbauländern“ zeigten. Besonders Leinsamen der Marken Müller‘s Mühle und Verival fielen bei der Überprüfung negativ auf. Während acht der 14 Hersteller, die in Risikoländern produzieren, Zertifikate vorlegten, die diese Bemühungen verdeutlichten, und vier weitere die Lieferketten offenlegten, antworteten diese beiden Hersteller wohl gar nicht erst auf die Anfrage von Öko-Test.

Aber: Die Arbeitsbedingungen sind nur ein negativer Aspekt im Leinsamen-Test. In zehn Produkten wurden „Verunreinigungen mit gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffen“ (MOSH) nachgewiesen oder mit „chemisch sehr ähnlichen Verbindungen“ (MOSH-Analoge). Das Problem dabei, sind die bislang noch unklaren Folgen bei gleichzeitigem Wissen, dass sich MOSH im Körper anreichert. In einem Produkt wurde sogar der Orientierungswert überschritten, der von Lebensmittelproduzenten und Behörden festgelegt wurde.

Nun gibt es allerdings noch etwas, das ganz und gar nicht gesund ist. Leinsamen gehören laut Öko-Test zu den Lebensmitteln, die von Natur aus viele cyanogene Glykoside enthalten. Heißt: Beim Kauen und Verdauen wird Blausäure freigesetzt. In bestimmten Mengen ist das auch ok für den Körper, aber: Die Sicherheit der Kinder bei rohen Leinsamen ist nicht geklärt. Für Erwachsene gilt laut Öko-Test: Nicht mehr als 15 Gramm pro Mahlzeit, bei drei Mahlzeiten am Tag und hoch belasteten Leinsamen, ist gesundheitlich unbedenklich.

Leinsamen im Öko-Test: So fällt das erschreckende Ergebnis aus!

Von den 20 Packungen geschrotete Leinsamen kann nur ein Produkt mit „sehr gut“ abschneiden. Erschreckend wenig für ein gesundes „Superfood“. Öko-Test weist darauf hin, dass in einigen Leinsamen „erhöhte“ Mineralöl-Gehalte stecken. Insgesamt erhalten sogar zwei Leinsamen-Produkte die Note „ungenügend“ - beides Bio-gelabelte Leinsamen. Ein Leinsamen-Produkt rutscht in „mangelhaft“, vier weitere stehen unter „ausreichend“ in den Ergebnissen. Verbraucher, die wirklich gesunde Ernährung umsetzen wollen, sollten nochmal genauer hinschauen beim nächsten Einkauf. (tobi) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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