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Hafermilch bei Öko-Test: Erschreckend! Beliebte Marken auf letztem Platz

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Von: Tobias Becker

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Im Kaffee, Kuchenteig oder Müsli gehört Milch oft dazu, aber es gibt auch eine Alternative aus Hafer. Öko-Test hat mehrere Hafermilch-Produkte genauer unter die Lupe genommen:

Für viele Menschen in Baden-Württemberg* gehört Milch zum Frühstück dazu, andere genießen ihren Kaffee nur mit ihr. Kinder freuen sich über Milchbärte, Eltern ärgern sich, wenn beim Kochen die Milch leer geht. Und sogar im Wortschatz finden Milchbubi und Milchmädchen sich wieder. Kein Wunder, dass im Alltag so viel Milch vorkommt, denn insgesamt wurde im letzten Jahr beispielsweise 4,6 Millionen Tonnen Konsummilch in Deutschland hergestellt, laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Der Bedarf steigt, die Exportzahlen sind riesig - und dennoch hat Milch ein Problem.

NameBundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft
Gründung1949
HauptsitzBonn
Bundesministerin für Ernährung und LandwirtschaftJulia Klöckner (CDU), Stand November 2021

Schädliche Klimagase bei der Produktion stellen die Milch in ein schlechtes Licht. Der Lichtblick für viele Menschen: Hafermilch! Denn da werden circa 70 Prozent dieser Gase eingespart. Zudem ist Hafer auch regional erhältlich, was den Transportverkehr mindert. Kühe sollen auch weniger leiden und der Wasserverbrauch beim Anbau ist ebenfalls geringer. Also alles gut mit der Hafermilch? Nein, denn auch da gibt es ein Manko, laut Testergebnissen von Öko-Test. (Weitere Testberichte bei HEIDELBERG24*.) 

Ist Hafermilch besser als Milch? So schmeckt die Alternative und das steckt drin

Bevor wir zu dem Manko kommen, schauen wir uns aber Nährwerte an, denn auch da gibt es zumindest eine Kleinigkeit, auf die es hinzuweisen gilt. Hafermilch hat maximal ein Drittel des Eiweißgehalts von herkömmlicher Kuhmilch. Heißt: Vor allem Veganer sollten auf ihren Calcium-Haushalt achten, was durch das Verwenden von Pflanzenmilch mit zugesetztem Calcium möglich ist.

Es gibt jedoch auch Zusätze in Hafermilch, die zum Teil keine Probleme machen, zum anderen Teil durchaus problematisch sind. Zu ersterem zählt Calciumcarbonat, letzteres sind beispielsweise Calciumphosphat und Tricalciumphosphat. Der Grund: Phosphat in großen Mengen ist schädlich für die Nieren.

Wichtig ist für viele Menschen das Thema „glutenfrei“. Wer Kaffeetrinken geht, hört öfters die Frage: Ist Hafermilch glutenfrei? Von Natur aus eigentlich nicht, da Hafer kein glutenhaltiges Getreide ist. Aber: Bei der Ernte oder der Produktion können Spuren in die Hafermilch gerutscht sein. Allerdings gibt es auch Hersteller, die versichern, dass es diese nicht gab. Dann steht auf der Hafermilch-Packung explizit „glutenfrei“ drauf. Heißt: Maximal 20 Milligramm Gluten pro Kilogramm.

Übrigens: Geschmacklich unterscheidet sich Hafermilch von Kuhmilch, da sie zum einen nach Hafer und zum anderen süßer schmeckt. Das wiederum ist persönliches Gusto, aber auf jeden Fall nicht schädlich. Denn es gibt tatsächlich auch Nahrungsmittel, die Schaden verursachen können, wie der Olivenöl-Test gezeigt hat*.

Hafermilch im Öko-Test: Alternative hat Probleme mit einem bestimmten Zusatz

Probleme der Hafermilch sind bereits sogar vor Gericht gelandet. So gibt es Produkte, die Algen als Calciumquelle nutzen. Dabei ist rechtlich noch nicht sicher, ob das überhaupt genehmigt ist, wenn es sich um Bio-Produkte handelt. Aktuell gibt es einen langjährigen Fall zwischen dem Land Nordrhein-Westfalen und einem Bio-Drink-Hersteller. Der Europäische Gerichtshof urteilte im Frühjahr dieses Jahres, dass es nicht zulässig sei.

Kaffee in der Tasse
Den Kaffee trinken viele Menschen mit Milch. © picture alliance / dpa

Allerdings gibt es Ausnahmen, wenn es gesetzlich vorgeschrieben ist, Nahrung anzureichern (z.B. Babynahrung). In veganem Milchersatz ist es ebenfalls durchaus sinnvoll Calcium anzureichern, weshalb noch nicht abschließend geklärt ist, ob Algenzusätze in diesem Fall erlaubt sind.

Weniger sinnvoll sind hingegen Vitaminzusätze, wie Öko-Test schreibt. Dazu zählen unter anderem Vitamin B2 oder Vitamin D. Sie haben keinerlei positiven Effekt, da beide Vitamine auch auf natürliche Weise erhältlich sind. Das Vitamin B2 wird durch einige pflanzliche Lebensmittel aufgenommen, Vitamin D über die Haut bei Tageslicht gebildet. Ein Zusatz? Meist unnötig.

Ist Hafermilch besser als Milch? Das sind die Verlierer im Öko-Test!

Wie auch beim Vergleich von Feta und Schafskäse* zuletzt, gibt es auch beim Thema „Hafermilch“ Gewinner und Verlierer. Von insgesamt 32 Produkten, die Öko-Test untersucht hat, haben ganze 27 bestanden und sogar die Note „sehr gut“ erhalten. Allerdings gab es auch zwei große Verlierer unter den Hafermilch-Produkten. So bekamen „Alpro Hafer Original“ von Alpro sowie „Oatly! hafer Calcium“ von Oatly nur die Note befriedigend im Test. Untersucht wurden alle Hafermilch-Produkte auf Sensorik, Inhaltsstoffe und andere mögliche Mängel.

Hafermilch soll also für das Klima besser sein als herkömmliche Milch und ist geschmacklich etwas anders. Wer also umstellen möchte, kann das Haferprodukt ohne Bedenken ausprobieren, zumal „Milch“ meist ohnehin nicht „roh“ genutzt wird, sondern flexibel zum Einsatz kommt. Beim Einkauf gibt es jedoch noch eine Kleinigkeit, auf die es zu achten gilt: Den Namen. Es steht nie Hafermilch auf den Produkten, was die Suche minimal erschwert, für Milchbubis und Milchmädchen jedoch kein Hindernis darstellen dürfte. Einfach nach „Hafer“ oder „Haferdrink“ Ausschau halten, denn Hersteller von rein pflanzlichen Produkten dürfen im Namen offiziell kein „-milch“ nutzen. (tobi) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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