Erschreckendes Ergebnis

Öko-Test: Mehl-Vergleich 2020 – giftige Stoffe in 3 Marken gefunden

Mehl in einer Schüssel bei einem Bäcker in Köln.
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Öko-Test hat 50 Mehle geprüft (Symbolfoto).

Öko-Test hat 50 Mehle geprüft. Über die Hälfte der Mehle schneidet mit „sehr gut“, 3 fallen jedoch komplett durch. Experten warnen vor Gesundheitsrisiken: 

  • Öko-Test hat 50 Mehle im Labor geprüft.
  • Über die Hälfte der Mehle wird mit „sehr gut“ bewertet, drei fallen durch.
  • In vielen Mehlen finden sich Schimmelpilzgifte, Mineralöl und Pestizide.

Ob in Brötchen, Brot, Plätzchen, Nudeln, Pfannkuchen oder Keksen – in vielen Nahrungsmitteln, die wir täglich essen ist Mehl. Aber wie gesund ist das Grundnahrungsmittel eigentlich, das wir zu uns nehmen? Immerhin kommen in der Landwirtschaft viele Pflanzenschutzmittel zum Einsatz, die nicht unbedingt gesund sind. Daneben ist Getreide oft von Schimmelpilzen befallen, die ihre Gifte an die Pflanzen abgeben können.

Öko-Test ist der Frage nach der Qualität unseres Mehls nachgegangen und hat 50 Mehle verschiedener Typen im Labor geprüft. Die gute Nachricht vorne weg: Über die Hälfte der geprüften Mehle erhält von Öko-Test die Bestnote „sehr gut“. Aber: Jedes fünfte Mehl ist nur befriedigend und drei Mehle fallen mit „mangelhaft“ und „ungenügend“ sogar komplett durch! Wie HEIDELBERG24*, berichtet, zeigt sich am Test, dass „öko“ nicht unbedingt gleich auch gesund ist.

Mehl-Test: Öko-Mehle schneiden schlechter ab

50 Mehle hat Öko-Test im Labor prüfen lassen, davon 28 Weizen- und 22 Dinkel- und Vollkornmehle. 31 der getesten Produkte waren „Bio“-Mehle. Preislich lag die Spannbreite bei den Mehlen zwischen 37 Cent und 4,59 Euro. In Sachen Ausmahlung wurden die Mehl-Typen 405, 550 und 1050 (Weizenmehl) und 630, 1050 (Dinkelmehl) und Vollkornmehl getestet. Aus der Typenbezeichnung geht der Mineralstoffgehalt des Mehls hervor. Nach DIN darf ein 405er Weizenmehl höchstens ein halbes Gramm Mineralstoffe pro 100 Gramm enthalten. Bei höher gemahlenen Mehltypen steigt der zulässige Mineralstoffgehalt pro 100 Gramm an. Dieser liegt etwa bei 1050er Weizen- oder Dinkelmehl zwischen 0,91 und 1,2 Gramm Mineralstoffe pro 100 Gramm, bei Vollkornmehl bei rund zwei Gramm.

Öko-Test erklärt, dass alle getesteten Mehle die angegebene Typenbezeichnung auch einhalten. 75 Prozent der Mehle erhielten im Gesamturteil die Note „sehr gut“ oder „gut“. Zehn Produkte wurden befriedigend getestet, drei Mehle fielen durch. Obwohl unter den Testsiegern sowohl Weizen- als auch Dinkelmehle sind, schneiden „niedrig ausgemahlene Mehler besser ab als 1050er-Mehle“ und „diese wiederum besser als Vollkornmehle“, heißt es bei Öko-Test.

Öko-Test: Schimmelpilzgifte in über 50 Prozent der Mehle

Allerdings konnten die Tester in über 50 Prozent der Mehle Schimmelpilzgifte nachweisen, insbesondere in Vollkornmehlen. Bei den Giften handelt es sich um HT-2- und T2-Toxine, die von Fusarien (Schlauchpilze) gebildet werden, so Öko-Test. Daneben fanden die Prüfer in den Mehlen auch Dexynivalenol (DON). Die Gifte werden schon vor der Ernte gebildet. Fusarien breiten sich bei hohen Temperaturen und nasser Witterung leichter aus. Die Toxine können das Immunsystem schwächen. In hohen Mengen kann DON zu Erbrechen und Durchfall führen. Bedenklich hohe Dosen der Toxine werden in den Mehlen aber nicht erreicht.

Den höchsten Gehalt von HT-2- und T2-Toxinen fanden die Öko-Test-Prüfer im „Bio Mehl Weizen Vollkorn, Naturland“ von Rewe. Es bekam die Wertung „ungenügend“. Wegen hohem DON-Gehalt wurde auch das „K-Bio Dinkelmehl Type 630“ von Kaufland mit „ungenügend“ beurteilt. Das vernichtende Testurteil „mangelhaft“ erhielt das Norma-Mehl „Bio Sonne Bio-Mehl Dinkel Type 1050“, bei dem das Labor neben DON und Mineralöl sowohl einen einen Wirkverstärker als auch einen Wachstumsregulator entdeckte.

Wie „t-online.de“ berichtet, sind in drei Mehl-Produkten die Verbindungen Cypermethrin, Deltamethrin und Pirimiphosmethyl nachgewiesen worden. Sie kommen in Bienengiften vor. Häufig wurden auch Spuren des Wachstumsregulators Chlormequat gefunden. Es steht im Verdacht, die Reizübertragung im Nervensystem zu stören. Bei einem Test von Stiftung Warentest können Keime gefunden. Bei dem Produkt, das untersucht wurde, handelt es sich um Pasta, wie Tortelloni.

Öko-Test: Drei Mehle mit Mineralöl belastet

Zudem wurden in zwei von drei Mehlen Mineralöl gefunden. In den meisten Fällen handelt es sich dabei zwar nur um Spuren, allerdings kritisiert Öko-Test bei drei untersuchten Mehlen die „stark erhöhten Mengen an Mineralölbestandteilen (MOSH/MOSH-Analoge)“. Mineralöle können sich in Organen anreichern und unter anderem zu Leberschäden führen.

Bei den drei mit Mineralöl belasteten Mehlen handelt es sich laut „t-online“ um:

  • Heimatsmühle Weizenmehl Type 550
  • Spielberger Mühle Weizenmehl Type 1050 Demeter
  • Naturgut Bio Dinkelmehl Type 1050

Der Unkrautvernichter Glyphosat wurde in keinem der von Öko-Test untersuchten 50 Mehle nachgewiesen. Das volle Testergebnis gibt es bei Öko-Test. Kein Mineralöl fanden die Tester übrigens in veganen Brotaufstrichen - dafür in einer Streichcreme aber zu viel Nickel*! (rmx) *HEIDELBERG24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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