Pestizide, Nitrat und Bor in deutschen Quellen

Öko-Test: Schock bei Mineralwasser – „Königin des Tafelwassers“ bekommt glatte „6“

Öko-Test hat 100 deutsche Mineralwasser überprüft. Einige Quellen sind mit Pestiziden, Nitrat, Uran und Bor verschmutzt. Diese Marken sind betroffen:

  • 51 von 100 Mineralwässern schneiden im Öko-Test* mit „sehr gut“ ab.
  • Aber: 18 Quellen sind durch Verunreinigungen beeinträchtigt.
  • Mit der Note „mangelhaft“ oder „ungenügend“ fallen vier Mineralwasser durch den Test – die Marken nehmen Stellung.

Öko-Test hat 100 deutsche Mineralwasser „medium“ getestet. Mit der Note „sehr gut“ werden etwa die Hälfte aller Produkte bewertet. Wie HEIDELBERG24* berichtet, erhalten drei der Wasser aber das Testurteil „mangelhaft“. Der Grund: Pestizide, Nitrat, Uran und Bor in den Quellen.

Mineralwasser im Öko-Test: Deutschland - reich an Quellen, reich an Unreinheiten

Als Deutscher kann man sich eigentlich glücklich schätzen: Bei uns gibt es mehr als 800 anerkannte Mineralquellen. Zum Vergleich: In Frankreich sind es nur knapp 130. Deutsche Verbraucher können aus über 500 Mineralwassern wählen. Zu Recht erwarten sie von jedem einzelnen dieser Wässer höchste Qualität. Denn: Laut Gesetz muss Mineralwasser aus Quellen stammen, die vor Verunreinigungen geschützt sind.

Kurz zur Entstehung von Mineralwasser: Mineralwasser ist im Grunde Regenwasser, welches durch Gesteinsschichten in die Tiefe zur Quelle fließt. Neben den namensgebenden Mineralien kann das Wasser auf seinem Weg aber auch giftige Substanzen aufnehmen, wie zum Beispiel Uran, Arsen und Bor. Ein weiteres Problem: Auf Äckern können Pestizide versickern, die sich zu Abbauprodukten zersetzen und so in der Quelle landen. Aufgrund dieser weithin bekannten Probleme hat Öko-Test die Wasser auf eben jene Schadstoffe überprüfen lassen. Auch die Experten von Stiftung Warentest* haben im Sommer 2020 31 Mineralwasser-Sorten getestet – mit teilweise erschreckenden Ergebnissen.

Pestizide können durch Versickerung in unterirdische Quellen gelangen. (Symbolfoto)

Öko-Test hat vor kurzem auch 50 Duschgel-Marken getestet*, die in Deutschland verkauft werden. 5 Produkte fielen im Test komplett durch. Und auch beim Test von Reis-Produkten* hatte Öko-Test einiges zu bemängeln. Öko-Test hat insgesamt 20 Apfelmus- und Apfelmark-Produkte getestet und kommt dabei zu überraschenden* – und teilweise erschreckendem – Ergebnissen.

Mineralwasser im Öko-Test: Vier Produkte „mangelhaft“ oder „ungenügend“ – Labor findet bedenkliche Stoffe

Öko-Test bewertet 51 Medium Mineralwasser mit „sehr gut“, 14 weitere mit „gut“. In den 35 Prozent der mit „befriedigend“ oder schlechter bewerteten Produkte hat das ÖKO-TEST-Labor bedenkliche Stoffe festgestellt. 18 Quellen sind den ÖKO-TEST-Ergebnissen nach „in ihrer Reinheit durch menschengemachte Verunreinigungen beeinträchtigt“.

18 Quellen sind [...] in ihrer Reinheit durch menschengemachte Verunreinigungen beeinträchtigt.

ÖKO-TEST

Öko-Test bewertet insgesamt vier Medium-Mineralwässer mit dem erschreckenden Urteil „mangelhaft“ oder „ungenügend“ und nennt auch die Testverlierer:

  • Anhaltiner Bergquelle Medium mit „mangelhaft“
  • Brohler Medium mit „mangelhaft“
  • Naturpark Quelle Medium mit „mangelhaft“
  • Apollinaris Medium mit „ungenügend“

Die Unternehmen Brohler Mineral- und Heilbrunnen GmbH (Brohler) und aquaRömer GmbH & Co. KG (Naturpark Quelle) haben auf ihren Internetseiten auf die Testergebnisse reagiert. Der geschäftsführende Gesellschafter David Schilling sagt in dem Statement der Firma Brohler zum Öko-Test-Ergebnis: „Aus aktuellem Anlass ist es mir ein persönliches Anliegen, Sie umfassend zum Mineralwasser-Test der Zeitschrift Ökotest zu informieren, bei dem wir zu Unrecht aufgrund falscher Messergebnisse schlecht bewertet wurden. Alle Fakten und Informationen dazu stellen wir Ihnen nachfolgend transparent zur Verfügung.

In einem Fakten-Check prangert Brohler vor allem den von Öko-Test selbst festgelegten Grenzwert für Bor an. Dies würde zu einer ungerechtfertigten Abwertung führen. Auch die aquaRömer GmbH & Co. KG spricht in ihrem Statement die selbst festgelegten Grenzwerte für Uran an.

Stiftung Warentest hat vor Kurzem auch Grillfleisch aus Supermärkten und Discountern* unter die Lupe genommen – und vieles zu bemängeln. Kunden rätseln außerdem über ein bestimmtes Detail am Einkaufswagen*. Jetzt wurde das Geheimnis gelüftet.

Öko-Test: Rückgaberecht für „mangelhafte“ Produkte?

Bei der Frage, ob ein Rückgaberecht für Produkte gibt, die bei Öko-Test schlecht abgeschnitten haben, verweist die Verbraucherorganisation auf die gesetzlichen Bestimmungen.

Entspricht das Produkt diesen, obwohl es von Öko-Test als „mangelhaft“ bewertet wird, ist der Hersteller nicht gezwungen das Produkt zurückzunehmen.

Im Falle, dass ein Produkt nicht den gesetzlichen Vorschriften entspricht, wird es von Öko-Test grundsätzlich immer mit „ungenügend“ eingestuft und als „nicht verkehrsfähig“ gekennzeichnet.

Diese Produkte können laut Öko-Test an den Hersteller zurückgegeben oder ins Geschäft zurückgebracht werden. Obgleich dieses Recht bei Produkten, welchen den gesetzlichen Bestimmungen entsprechen, nicht vorliegt, nehmen die Hersteller „mangelhafte“ oder „ungenügende“ Produkte jedoch oftmals aus Kulanz zurück.

Mineralwasser im Öko-Test: Die Mineralwasser sind spitze – Note „sehr gut“

Bei diesen Marken gibt es nichts zu meckern: 51 von 100 Sorten Mineralwasser schnitten in dem Test von Öko-Test mit der Note „sehr gut“ ab. Von diesen 51 Öko-Test-Siegern sind 14 sogar für Babys geeignet. Im Gegensatz dazu sind einige von Öko-Test untersuchten Sonnencremes für Babys ungeeignet.

Hier eine kleine Auswahl der wahren Super-Sprudelsorten:

  • Black Forest Fein Perlend aus der Hansjakobquelle in Bad Rippoldsau
  • Vilsa Brunnen Medium aus der gleichnamigen Quelle in Bruchhausen-Vilsen
  • Schloss Quelle Medium (Schloss Quelle in Essen)
  • Adelholzener Sanft (AlpenQuell in Bergen)
  • Leonie Mineralwasser Medium aus der Aquintus Quelle in Dinslaken (NRW)
  • Rheinfels Quelle Medium aus der gleichnamigen Quelle in Walsum (NRW)
  • Vio Medium (Coca Cola) aus der Lüner Quelle in Lüneburg
  • Schwarzwald Sprudel Medium von Edeka aus der gleichnamigen Quelle in Bad Griesbach

Mineralwasser im Öko-Test: Kritik an Inhaltsstoffen einiger Mineralwasser im Test

Neben den vier schlechten Bewertungen bekommen 35 der 100 Medium Mineralwasser eine Note schlechter als „gut“. Hauptgründe für diese Bewertungen waren vor allem:

  • enthaltene Abbauprodukte von Pestiziden
  • künstliche Süßstoffe
  • Uran und Bor
  • Nitrat
  • Verpackung

In 15 Mineralwässern hat das Öko-Test-Labor Abbauprodukte von Pestiziden nachgewiesen. Eine Gesundheitsgefahr geht von diesen zwar nicht aus – Öko-Test ist aber der Meinung, dass dies dem Reinheitsgebot widerspricht. Öko-Test findet in fünf weiteren Wässern künstliche Süßstoffe.

Uran und Bor haben natürliche Vorkommen in Boden und Gesteinsschichten. Was nicht heißt, dass diese Elemente harmlos für den Menschen sind. Uran kann sich im Körper anreichern und Nieren und Lunge schädigen. Aus Sicht von Öko-Test ist im Wasser Naturpark Quelle Medium aus Mainhardt der Urangehalt „stark erhöht“. Es wird davon abgeraten, dass Produkt zu konsumieren. Der Grenzwert liegt über dem für Trinkwasser erlaubten Höchstwert, für Mineralwasser gibt es keine gesetzliche Regelung bezüglich des Urangehalts. „Lediglich Säuglingsmineralwasser muss einen sehr niedrigen Grenzwert einhalten“, gibt Öko-Test an. Für Verbraucher, die sich von abgefülltem Mineralwasser lossagen wollen, gibt es ab Ende Juli einen beliebten Wassersprudler bei Lidl zum Schleuderpreis. (lpb) *HEIDELBERG24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © CRTA - Zvardon/dpa

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