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Öko-Test: Weniger Inhalt, gleicher Preis ‒ Dieses Produkt ist „Mogelpackung des Monats“

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Von: Tobias Becker

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Baden-Württemberg – Große Verpackung, wenig Inhalt, gleicher Preis. Mogelpackungen sorgen in Deutschland für Kundenfrust. Ein Produkt hat nun den Titel „Mogelpackung des Monats“ erhalten.

Wer kennt es nicht: Man geht einkaufen, schnappt sich die XXL-Packung und stellt danach fest, dass der Inhalt doch weniger ist, als man vielleicht beim Kauf noch dachte. Mogelpackungen sorgen für Kundenfrust*! Damit haben Verbraucher beim Einkaufen zu kämpfen. Es geht nicht nur um die Chipstüten, sondern generell um Lebensmittel und einige andere Produkte, wie beispielsweise Waschmittel. Die Mogelpackungen sind inzwischen so verbreitet*, dass regelmäßig in Testberichten* darüber geschrieben wird. Die Verbraucherzentrale Hamburg kürt die „Mogelpackung des Monats“, wie Öko-Test berichtet. Diesen fragwürdigen Titel gewann zum Beispiel schon Nestlé*. In diesem Monat trifft es ebenfalls ein namhaftes Produkt!

Mogelpackung des Monats: Unilever-Marke Knorr bekommt den Titel!

Die „Mogelpackung des Monats“ sind dieses Mal „Knorr“-Produkte. Die bekannte Unilever-Marke sorgt aktuell für richtigen Kunden-Ärger und auch die Verbraucherzentrale Hamburg ist alles andere als begeistert. Der Vorwurf: Einige Soßen von Knorr sind seit Kurzem nur als Zweierpack erhältlich, statt wie bisher im Dreierpack. Soweit, so gut, allerdings wurde der Preis wohl nicht angepasst. Das wiederum hat eine Preissteigerung von bis zu 50 Prozent zur Folge, wie Öko-Test berichtet.

Wie es heißt, ist das Sortiment von Knorr nun in zwei Bereiche unterteilt. Zum einen in Grundsoßen und zum anderen in Varianten wie „Pfeffer Soße“ oder „Rahm Soße“. Die Soßenvarianten sind nur noch als Zweierpack erhältlich. Also 500ml statt 750ml.

NameKnorr
Gründung1838
DachfirmaUnilever (seit 2000)
SitzHeilbronn

Und was sagt Unilever dazu? Der Branchenriese bezieht sich auf die veränderten Konsumentenwünsche und schreibt, dass die Neu-Strukturierung des Sortiments durch eine Modernisierung des Designs begleitet wird. Was die Preise angeht, antwortet Unilever laut Öko-Test wie folgt: „Durch ein rotes Banner auf der Umverpackung werden Verbraucher*innen auf die jeweiligen Verpackungseinheiten hingewiesen.“ Zudem habe der Handel und nicht die Hersteller die Preishoheit.

Mogelpackungen sorgen für Frust - Umwelt leidet dank alter Gesetzgebung

An sich ist das auch richtig. Das Thema „Mogelpackungen“ ist dennoch ein Aufreger bei vielen Kunden. Dabei sind sie meist nicht verboten. Laut einer Uralt-Regel, ist ein Richtwert von 30 Prozent Luft die Grenze, was wiederum auf eine fast 40 Jahre alte Verwaltungsrichtlinie zurückgeht. Besonders schlimm: Selbst wenn die Grenze überschritten wird, gibt es so viele Ausnahmen, dass jedes Produkt einzeln untersucht werden müsste, was kaum machbar ist.

Neben dem Nachteil im Gesetz gibt es auch noch den Umweltaspekt bei Mogelpackungen. Die Verbraucherzentrale des Bundesverbands hatte kürzlich eine Studie veröffentlicht, laut der hierzulande jährlich rund 1,4 Millionen Mülltonnen eingespart werden könnten, wenn Hersteller auf zu große Verpackungen verzichten würden.

Schützen müssen sich auch in Zukunft die Kunden selbst. Der Tipp von Experten: Bei großen Verpackungen einmal ganz genau hinschauen, bevor man sich über das vermeintliche Schnäppchen freut. (tobi) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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