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Müsli im Öko-Test: Glyphosat und Pestizide – Diese beliebten Marken fallen durch

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Von: Fabienne Schimbeno

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Öko-Test hat Früchtemüslis unter die Lupe genommen. Einige Produkte enthalten Pestizide, manche sogar mehrere auf einmal – darunter auch verbotene Spritzmittel. Die Verlierer im Test:

Ein gesundes Früchtemüsli am Morgen bietet den idealen Start in den Tag. Es erfrischt, schmeckt gut und enthält die nötigen Nährstoffe. Öko-Test* hat sich das beliebte Frühstück jetzt einmal genauer angeschaut und dabei erschreckende Erkenntnisse gemacht: Gleich mehrere Produkte sind mit Pestiziden verseucht, manche enthalten sogar einen ganzen Pestizidcocktail, darunter auch Spritzmittel, die in der EU nicht mehr verwendet werden dürfen! Auch Probleme mit Mineralöl gibt es. Zehn Früchtemüslis erhalten deshalb „ungenügend“. Immerhin 21 Produkte werden mit der Bestnote ausgezeichnet. HEIDELBERG24* verrät, von welchen Produkten Verbraucher besser die Finger lassen sollten:

VerbrauchermagazinÖko-Test
Erstausgabe1985
HauptsitzFrankfurt

Öko-Test untersucht 50 Früchtemüslis: 21 Produkte bekommen die Bestnote

Für den Test wurden insgesamt 50 Früchtemüsli-Produkte mit Fruchtanteilen von sieben bis 55 Prozent ins Labor geschickt, darunter 29 mit Bio-Qualität. Untersucht wurde auf verbotene sowie in der konventionellen Landwirtschaft zugelassene Pestizide, gesundheitsschädliche Schimmelpilze und Schwermetalle. Darüber hinaus prüften die Tester den Zuckergehalt der Müslimischungen sowie die Angabe an Ballaststoffen und Früchten. Acht Produkte können sich die Note „gut“ sichern, 21 werden mit „sehr gut“ ausgezeichnet. Die Gewinner im Öko-Test sind unter anderem:

Dabei zeigt sich, dass die Bio-Produkte weitgehend von Schadstoffen befreit sind. Lediglich bei einem Müsli in Bio-Qualität konnten Pestizide nachgewiesen werden, nämlich dem „Bio Früchte Müsli“ von dm.

Früchtemüsli im Öko-Test: Pestizide in mehreren Produkten – 31 in einer Packung!

Ganz anders sieht das für einige andere Früchtemüslis im Öko-Test aus: In vielen der getesteten Produkte konnten gleich mehrere Pestizide nachgewiesen werden. Mischungen aus mehreren Pestiziden werden von Öko-Test unter anderem deshalb für problematisch eingestuft, „weil mögliche Gesundheitsrisiken durch Wechselwirkungen kaum erforscht sind“. An der Spitze der mit mehreren Pestiziden belasteten Früchtemüslis stehen zwei der bekannten Marke „Seitenbacher“: Im „Seitenbacher Müsli glutenfrei“ stecken 31 Pestizide in Spuren, die „Seitenbacher Verwöhner Mischung“ liegt mit 27 Pestiziden in Spuren nur knapp dahinter. Ein weiteres mit mehreren Pestiziden verunreinigtes Müsli ist das „Dr. Oetker Vitalis Früchte Müsli“: Die Tester konnten hier 14 Pestizide in Spuren nachweisen.

Besonders negativ: Sechs Produkte enthalten Spritzgifte, welche in der EU nicht mehr zugelassen sind – „etwa wegen erbgutverändernder oder krebserregender Eigenschaften oder weil die Stoffe für Bienen giftig sind und Insekten und Vögel gefährden“, so Öko-Test. Mindestens genauso kritisch empfinden die Experten das in der EU hoch umstrittene, aber noch nicht verbotene Spritzgift Glyphosat. Dieses steht im Verdacht, Krebs zu erzeugen und wurde in insgesamt fünf Früchtemüslis entdeckt.

Zu den Produkten, die die in der EU verbotenen Spritzgifte enthalten, zählen unter anderem auch das glutenfreie Müsli von „Seitenbacher“ sowie die „Verwöhner Mischung“, weswegen sie im Test mit der Note „ungenügend“ ausgezeichnet werden. Weitere mit der Note „ungenügend“ bewerteten Früchtemüslis sind unter anderem:

Öko-Test untersucht 50 Früchtemüslis: Weitere Schadstoffe und Mängel

Neben Pestiziden konnten die Tester noch weitere Schadstoffe in den untersuchten Produkten feststellen: Einige Früchtemüslis sind mit Mineralölbestandteilen verunreinigt, welche unter anderem auch krebserregend wirken können. Laut Angaben von Öko-Test könnten diese „etwa aus Verpackungen oder Schmierölen an Maschinen in die Müslizutaten gelangt sein“. Mineralölbestandteile sind etwa enthalten in:

Außerdem weisen einige Früchtemüslis einen hohen Zuckergehalt auf, auch wenn die Verpackung etwas anderes verspricht. So bestehen viele der Müslis laut Angaben von Öko-Test „zu einem Viertel und mehr aus Zucker, ohne dass in der Zutatenliste Zucker, Rohrzucker oder Glukosesirup auftauchen würden“. Die Süße stammt dabei aus den Trockenfrüchten, die in den Mischungen enthalten sind. An der Spitze steht das „Bio Früchte Müsli“ von dm mit einem Anteil von 32 Prozent Zucker.

Bereits in der Vergangenheit hat Öko-Test verschiedene Müsli-Produkte unter die Lupe genommen, so unter anderem auch Cornflakes*. Weitere Nahrungsmittel im Öko-Test sind zum Beispiel auch Lachs* oder Spaghetti*. Auch hier fallen diverse Produkte gnadenlos durch. (fas) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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