Zwei Produkte fallen durch

Öko-Test: Sonnencreme für Babys – diese Produkte können richtig gefährlich werden 

Öko-Test – Vor allem empfindliche Baby-Haut muss im Sommer vor der gefährlichen UV-Strahlung geschützt werden. Bei diesen Inhaltsstoffen sollten Eltern die Creme lieber nicht kaufen.

  • Öko-Test untersucht 21 Sonnencremes für Babys und Kinder.
  • Sonnencreme für Babys und Kinder sollten einen Lichtschutzfaktor von mindestens 50 haben.
  • Acht der von Öko-Test untersuchten Sonnencremes enthalten UV-Filter, die schädlich für Babys und Kinder sein können.
  • Bei diesen Inhaltsstoffen sollten Eltern lieber die Finger von der Sonnencreme lassen:

Wenn Kinder im Sommer im Freien toben, brauchen sie während der UV-intensiven Stunden eine Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor. Baby-und Kinderhaut ist zu dünn um starke UV-Belastungen auszuhalten. Die Folge sind gefährliche Sonnenbrände, die das Risiko erhöhen, im Alter an Hautkrebs zu erkranken. Doch welche Sonnencreme ist besonders gut für Babys und Kinder geeignet? Wie HEIDELBERG24* berichtet, hat Öko-Test 21 Sonnencremes mit hohem Lichtschutzfaktor getestet - mit überraschendem Ergebnis.

Öko-Test: Sonnencreme für Babys und Kinder – 21 Marken wurden untersucht

Öko-Test hat 21 Sonnencremes für Babys und Kinder mit einem hohen Lichtschutzfaktor von 50 oder 50+ unter die Lupe genommen. Man kann sie sowohl in Drogerien und Apotheken, als auch in Supermärkten wie Kaufland* erwerben. Da sie speziell für Kinder entwickelt worden sind, werden sie als „parfümfrei“ oder „sensitiv“ deklariert. Die gute Nachricht vorweg: Mehr als die Hälfte der Sonnencremes für Babys und Kinder schneidet im Öko-Test mit „gut“ oder „sehr gut" ab. Sie bieten einen guten Sonnenschutz mit hohem Sonnenschutzfaktor und enthalten keine gesundheitsschädlichen Substanzen.

NameÖko-Test
BeschreibungVerbrauchermagazin
Gründung1985
HauptsitzFrankfurt am Main
Verbreitete Auflage 107.606

Unter den von Öko-Test überprüften Sonnencremes sind sowohl Produkte mit chemischen UV-Filtern, als auch Naturkosmetika mit mineralischem UV-Schutz. Alle getesteten Sonnencremes für Babys und Kinder kommen zudem ohne Duftstoffen aus.

Öko-Test: Sonnencreme für Babys und Kinder – Finger weg bei hormonell wirksamen UV-Filtern

Die schlechte Nachricht: Acht der getesteten Sonnencremes für Babys und Kinder verwenden UV-Filter, die überhaupt nicht für Kinder und Babys geeignet sind. Es handelt sich dabei um die Wirkstoffe Octocrylen und Homosalat, die im Verdacht stehen, den Hormonhaushalt zu stören. Da Babys und Kinder mitten in ihrer Entwicklung stecken, ist dies besonders bedenklich.

Auch in der EU scheint das Problem langsam bekannt zu werden. Zur Zeit werden diese Substanzen neu bewertet. Auch Inhaltsstoffe wie Methylparaben und Ethylparaben können den Hormonhaushalt stören.

Öko-Test untersucht Sonnencremes für Babys und Kinder – einige enthalten flüssiges Plastik

Minuspunkte gibt es von Öko-Test auch für Sonnencremes, die Kunststoffverbindungen wie Acrylate und Silikon enthalten. Dies ist bei drei Viertel der getesteten Cremes der Fall. Dieses flüssige Plastik gelangt beim Baden ins Meer oder in den See, wo es sich kaum mehr abbaut und so die Umwelt belastet. Ein Hersteller gibt an, dass diese Kunststoffverbindungen nötig seien, um die Sonnencreme wasserfest zu machen. Einige getestete Sonnencremes kommen jedoch ohne Kunststoff aus und sind trotzdem wasserfest.

Sonnencreme im Supermarkt: Welche sind für Babys geeignet?

Mikroplastik wird unter Namen wie Nylon-12, Polyethylene Acrylates, Polymethyl Methacrylate oder Polypropylen (PP) bei den Inhaltsstoffen aufgelistet. Auch synthetische Polymere wie Polyquaternium-7 oder Acrylates/C10-30 Alkyl Acrylate Crosspolymer werden als kritisch betrachtet da sie, wie Mikroplastik, auch nur schlecht abgebaut werden können.

Öko-Test untersucht Sonnencreme für Babys: Dieses Ergebnis überrascht

Überraschend ist, dass keine der zertifizierten Naturkosmetik-Cremes im Öko-Test mit „sehr gut" abgeschnitten hat. Und das obwohl die getesteten Sonnencremes mineralische UV-Filter Titandioxid und Zinkoxid verwenden. Öko-Test hält diese für die bessere Wahl bei Baby-Haut als ein chemische UV-Filter. Für das schlechtere Abschneiden sorgt ein Fehler bei der Deklaration von Nanomaterial in den Sonnencremes.

Nano-Partikel gelten vor allem bei Naturkosmetik-Kunden als verpönt. Erst vor Kurzem beschwerte sich eine dm*-Kundin über das falsche Versprechen der Herstellers, was Nano-Partikel in einem Sonnenspray angeht*.

Sonnecreme für Kinder und Babys: Welcher UV-Filter ist der beste?

Was sie Auswahl von Sonnecreme für Kinder angeht, fragen sich viele Eltern, ob organisch-chemische Filter oder mineralische UV-Filtern die bessere Wahl sind. Öko-Test empfiehlt mineralische UV-Filter, da sie im Gegensatz zu chemischen Filtern nicht in den Blutkreislauf gelangen. Einige der in der EU zugelassenen chemischen Filter stehen im Verdacht das Hormonsystem zu stören. Wenn also Octocrylen und Homosalat bei den Inhaltsstoffen der Sonnencreme aufgelistet sind, solltest du also lieber die Finger davon lassen. Auch Inhaltsstoffe wie Benzophenone 3-5, Ethylhexyl Methoxycinnamate und 4-Methylbenzylidene Campho werden als bedenklich eingestuft.

Sonnencreme für Babys im Öko-Test: Welche Inhaltsstoffe sind schädlich? (Symbolbild)

Mineralische UV-Filter bleiben auf der Hautoberfläche und reflektieren die UV-Strahlung. Diese Filter erkennst du an den Inhaltsstoffen Zinkoxid und Titandioxid. Bei Titandioxid in Sonnenspray solltest du jedoch aufpassen: Die EU hat Titandioxid als „vermutlich krebserregend“ eingestuft – allerdings nur wenn es eingeatmet wird. Über die intakte Haut kann es nicht in den Körper gelangen und ist somit in Sonnencreme unbedenklich.

Öko-Test: Richtig eincremen – das musst Du beachten

Sonnencreme hat jedoch nur wirklich vor Sonnenbrand schützen, wenn sie auch richtig aufgetragen wird. Das musst Du bei Babys und Kindern beachten:

  • Nicht an der Sonnencreme sparen, es braucht etwa drei bis fünf Teelöffel Creme um die Haut ausreichend zu schützen.
  • Nach dem Planschen muss nachgecremt werden, da der größte Teil vom Wasser abgewaschen wird.
  • Sonnencreme mit mineralischen UV-Filter ist nach heutigem Wissensstand die bessere Wahl für Kinder.
  • Lichtschutzfaktor bedeutet, dass das Kind 50-mal länger in der Sonne bleiben kann, als ohne Creme.
  • Die Schutzzeit sollte nur zu 60 Prozent ausgeschöpft werden, danach sollte das Kind raus aus der Sonne. (kp) *HEIDELBERG24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Sina Schuldt

Das könnte Dich auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare