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„Öko-Test“: Gifte in Kräutertees – Kinder und Schwangere besonders gefährdet

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Von: Eliran Kendi

Trink Dich gesund mit dem Wundermittel Tee? Offenbar trifft das Motto nicht immer zu. Wie „Öko-Test“ herausgefunden hat, tun nicht alle Kräutertee-Marken dem Körper gut.

Frankfurt - Nasskaltes Wetter im Sommer – da kann man es sich bereits im August mit einer Tasse Tee auf dem heimischen Sofa gemütlich machen. Aber auch ungeachtet der äußeren Umstände ist Tee bei Deutschen ein sehr beliebtes Getränk. Nach Angaben der Verbraucherzeitschrift Öko-Test (9/2021) werden täglich 129 Millionen Tassen getrunken. Das entspricht 5,7 Milliarden Liter im Jahr!

Pestizidrückstände und Pflanzengifte sollten in den Tee-Produkten nicht drin sein. Doch was nicht sein darf, ist tatsächlich eingetreten, wie „Öko-Test (9/2021) zeigt: In vielen der geprüften Tees steckten Spuren von Schadstoffen. Insgesamt 50 nicht-aromatisierte Kräuterteemischungen, in Teebeuteln ebenso wie lose Ware wurden in verschiedenen Laboren analysiert. Welche Produkte stark belastet und im Vergleichstest durchgefallen sind, verrät HEIDELBERG24*.

VerbrauchermagazinÖko-Test
ProduktKinderzahnpasta
Anzahl der Marken35

Öko-Test: Daumen runter – diese Kräutertees fallen durch

Nicht eine, zwei oder drei, sondern in sieben Sorten ist das Insektizid Chlorpyrifos nachgewiesen worden! Für den gefährlichen Giftstoff gilt seit April 2020 sogar ein Anwendungsverbot in der EU. Denn das Spritzgift steht im Verdacht, sowohl das Erbgut als auch die Denkleistung negativ zu beeinflussen. Zudem bedroht es auch die unmittelbare Umwelt und gefährdet das Überleben der Bienen.

Das von Öko-Test beauftragte Labor hat das Spritzgift auch in fünf Bio-Produkten gefunden:

In diesen mit einer glatten 6 bewerteten Tees steckten teilweise Rückstände von weiteren Pestiziden, zudem Pflanzengifte.

Doch wie ist das bienentoxische Mittel trotz des geltenden Verbots in die Teemischungen gelangt? Das „lässt sich im Nachhinein kaum klären. Auch, weil die Tees aus vielen verschiedenen Zutaten zusammengestellt sind“, lässt Öko-Test wissen.

Öko-Test: Einige Tee-Sorten enthalten Pflanzengifte 

Ungeachtet des verbotenen Chlorpyrifos enthalten zehn Teemischungen auch Pflanzengifte. Öko-Test stellt unmissverständlich klar, dass Pflanzengifte in Lebensmittel nichts zu suchen haben. Vor allem, wenn diese Kräutertees in großen Mengen von Kindern, Schwangeren oder Stillenden getrunken werden.

Über Geschmack lässt sich streiten. Doch bei Pflanzengiften gibt es für uns keine Diskussion.

Öko-Test (9/2021)

Bei den gefundenen Pflanzengiften handelt es sich um sogenannte Pyrrolizidinalkaloide (PA) und in einem Tee Tropanalkaloide (TA). Die nachgewiesenen Mengen der Gifte hat „Öko-Test“ in Anlehnung an Referenzwerte der EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) als „erhöht“ oder „stark erhöht“ bewertet. 

Öko-Test: Einige Tee-Sorten enthalten Pflanzengifte
Öko-Test: Einige Tee-Sorten enthalten Pflanzengifte © Fotomontage HEIDELBERG24

PA und TA können über Beikräuter, die versehentlich mit geerntet werden, in die Teemischungen gelangen. Doch anders als Keime lassen sich die Pflanzengifte nicht durch Abkochen zerstören. Dennoch ist es sehr wichtig Kräutertees immer mit sprudelnd kochendem Wasser aufbrühen, um Mikroorganismen wie Hefen oder Schimmelpilze sicher abzutöten.

Trotz der alarmierenden Ergebnisse gibt es ihn dennoch: den unbedenklichen Teegenuss: Mehr als die Hälfte der Kräutertees werden von Öko-Test mit „sehr gut“ bewertet. Welche Marken das sind, können Verbraucher im kostenpflichtigen E-Paper von Öko-Test nachlesen. HEIDELBERG24* ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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