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Österreich: Urlaub im Hochrisikogebiet – müssen Ungeimpfte danach in Quarantäne?

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Von: Eliran Kendi

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Das Auswärtige Amt gibt eine offizielle Reisewarnung für Österreich herausgegeben. Tourismusverbände bangen um die Urlaubssaison – was Reisende jetzt wissen müssen:

Berlin - Wegen hoher Corona-Inzidenzen in Österreich will die Bundesregierung zu drastischen Maßnahmen greifen: Die Alpenrepublik wird zum Hochrisikogebiet erklärt, wie Gesundheitsminister Jens Spahn am Freitagmittag mitteilte. Aufgrund extrem hoher Coronavirus*-Fallzahlen greift die Einstufung bereits am kommenden Sonntag (14. November). Als Hochrisikogebiete werden Länder und Regionen mit einem besonders hohen Infektionsrisiko eingestuft. Neben den Infektionszahlen sind auch andere Kriterien ausschlaggebend, wie etwa das Tempo der Ausbreitung des Virus, die Belastung des Gesundheitssystems oder auch fehlende Daten über die Corona-Lage. Im Fall von Österreich gesellt sich ein weiteres Corona-Manko hinzu: die verhältnismäßig niedrige Impfquote. Nach Angaben des öffentlich-rechtlichen Senders ORF sind in Österreich lediglich 65 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig geimpft*.

Von der Einstufung Österreichs als Hochrisikogebiet sind vor allem Ungeimpfte betroffen. Welche Einschränkungen Erwachsenen und Kindern ohne Impfschutz drohen, verrät HEIDELBERG24*.

Land:Österreich
Hauptstadt:Wien
Währung:Euro
Einwohnerzahl:8,917 Millionen (2020)

Österreich wird zum Corona-Hochrisikogebiet erklärt

Wer nicht vollständig geimpft oder genesen ist und aus einem Hochrisikogebiet nach Deutschland einreist, muss für zehn Tage in Quarantäne und kann sich erst nach fünf Tagen mit einem negativen Test davon befreien.

In Österreich sind die Corona-Zahlen zuletzt dramatisch angestiegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag dort am Donnerstag (11. November) bei 751 und damit fast dreimal so hoch wie in Deutschland (249,1). Auch die Situation in den Kliniken verschärft sich immer weiter.

Urlaub in Österreich: „Diese Reisewarnung ist eine atmosphärische Katastrophe“

Für die österreichische Hotelbranche kommt die deutsche Reisewarnung zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt kurz vor der umsatzstarken Winter-Urlaubssaison. Der Schritt treffe die Unternehmen „in Mark und Bein“, sagte Susanne Kraus-Winkler vom Fachverband Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Schon in den vergangenen Tagen, als erste Spekulationen aufkamen, seien viele Reisen storniert worden. In der Wintersaison entfallen fast 37 Prozent aller Übernachtungen auf deutsche Touristen. Nicht wenige Hotels rechneten nun damit, dass sie die Hälfte ihrer Buchungen verlieren, so Kraus-Winkler.

Die Chefin der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), Michaela Reitterer, wird gegenüber der Nachrichtenagentur APA noch deutlicher: „Diese Reisewarnung ist eine atmosphärische Katastrophe“.

Urlaub in Österreich: Das droht Familien mit Kindern bei der Rückkehr nach Deutschland

Nun könnte man jedoch einwenden, dass geimpfte Urlauber nichts zu befürchten haben. Zudem gilt seit dem 8. November vielerorts in Österreich ohnehin die 2G-Regel*: Der Zugang zu Gastronomie, Hotels, Kulturveranstaltungen, körpernahen Dienstleistungen wie Friseure und allen Veranstaltungen mit über 25 Personen ist nur noch für Geimpfte und Genesene möglich.

Hochrisikogebiet Österreich: Urlaubsland steht vor einer schwierigen Wintersaison (Archivbild).
Hochrisikogebiet Österreich: Urlaubsland steht vor einer schwierigen Wintersaison (Archivbild). © dpa/Barbara Gindl

Doch die Auswirkungen der Reisewarnung stellen auch für geimpfte Eltern mit Kindern ein Problem dar. „Geimpfte und Genesene dürfen zwar nach wie vor bei uns urlauben und wir hoffen inständig, dass dies viele auch in Anspruch nehmen“, so Kraus-Winkler. Deutsche Kinder unter zwölf Jahren müssten aber nach der Rückreise fünf Tage in Quarantäne. Für ungeimpfte Kinder über zwölf Jahren gilt sogar ein Insolationszeitraum von zehn Tagen.

Um eine wirtschaftliche „Katastrophe“ von der Reisebranche abzuwenden, fordert Kraus-Winkler Verhandlungen auf politischer Ebene. „Wir brauchen dringend eine Lösung mit dem Ziel, eine quarantänefreie Rückreise zu ermöglichen, wenn die Kinder in eine Teststrategie eingebettet sind.“

Österreich: Diese Regionen gelten nicht als Hochrisikogebiet

Ungeachtet der Forderungen seitens der Lobbyverbände gibt es jedoch für manche österreichischen Regionen einen Lichtblick. Wie das Auswärtige Amt am Freitagnachmittag (12. November) miteilt, gilt die Reisewarnung nicht flächendeckend!

Ausgenommen sind die Gemeinden Mittelberg und Jungholz und dem Rißtal im Gemeindegebiet von Vomp und Eben am Achensee. (esk) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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