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Olivenöl bei Öko-Test: Alnatura reagiert und nimmt Produkt aus dem Sortiment

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Von: Teresa Knoll

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In der neuesten Ausgabe von Öko-Test schnitten die meisten Olivenöle schlecht ab. Besonders das Öl von Alnatura fiel negativ auf. Das Unternehmen reagierte prompt.

Spuren von Mineralöl und ranziger Geschmack – „Natives Olivenöl extra“ von Alnatura dürfte laut Öko-Test in Deutschland gar nicht als Speiseöl verkauft werden. Alnatura reagierte sofort, nachdem es die Ergebnisse erhalten hatte. Das Unternehmen erklärt, wie es zu dem schlechten Urteil kommen konnte und welche drastischen Maßnahmen es ergreifen will.

UnternehmenAlnatura
Gründung1984
HauptsitzDarmstadt

Reaktion auf Öko-Test: Alnatura nimmt Olivenöl aus dem Verkauf

Der Test fiel generell schlecht aus: 15 von 19 der getesteten Olivenöle wurden mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ bewertet. Manche der Öle wiesen aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH). Diese sind potentiell krebserregend. Im Alnatura Olivenöl wurde MOAH zwar nicht gefunden, aber insgesamt konnte es die Experten nicht überzeugen. Bei Öko-Test können Sie den Test kostenpflichtig ansehen.

Als „Natives Olivenöl Extra“ muss auch das Öl von Alnatura hohen Anforderungen entsprechen. Trotzdem bewerteten die Experten von Öko-Test das Öl als „ungenügend“. Es dürfte gar nicht verkauft werden. Das Unternehmen zieht daraus die Konsequenzen. In einer Stellungnahme berichtet Alnatura, dass es die getestete Charge aus dem Verkauf nehmen will. Ein Rückruf wie bei Ferrero wurde nicht gestartet.

Nach Öko-Test-Bewertung: Alnatura nimmt Olivenöl vom Markt – „ungünstige Bedingungen“

Das Gesamturteil von Öko-Test beruhte einerseits auf dem Geschmack der Olivenöle. Bei dem Produkt von Alnatura stellten die Experten einen ranzigen Geschmack fest. Den Gesamteindruck beschrieben sie mit „fehlerhaft“. Das Öl dürfte sich gar nicht „Natives Olivenöl Extra“ nennen, sondern gehört in die Stufe „lampant“. Solche Öle dürfen in Deutschland nicht als Speiseöl verkauft werden.

Öko-Test erklärt, dass ein ranziger Geschmack bei Fehlern in der Lagerung auftreten könnte. Laut Alnatura hatten die Öl-Chargen bei der Prüfung durch interne sowie externe Experten „keinen Fehlgeschmack, sie waren jeweils einwandfrei.“ Es sei aber möglich, dass „ungünstige Bedingungen während der Lagerung“ das Öl ungenießbar gemacht hätten.

Reaktion auf Öko-Test: Schadstoffe im Alnatura Olivenöl

Ein weiterer Aspekt, den die Experten von Öko-Test untersuchten, sind die Inhaltsstoffe. Im Alnatura Olivenöl wurden Bestandteile von gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffen (MOSH) gefunden. MOSH reichert sich im Körper an. Es ist nicht geklärt, welche Wirkung es hat, sollte aber aus vorbeugendem Verbraucherschutz nicht in Lebensmitteln vorkommen. 

Alnatura rechtfertigt sich damit, dass in der Umwelt „praktisch überall“ Mineralölbestandteile vorkommen. Diese können laut Öko-Test durch Schmieröle von der Erntemaschine oder dem Fließband an die Oliven gelangen. In fast allen getesteten Ölen kamen Mineralöle vor. Der Testsieger zeigt, dass es auch anders geht. Es war das einzige Öl, das keinerlei Verunreinigungen mit Mineralöl aufwies. (resa)

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