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Biontech oder Moderna: Welche Booster-Impfung schützt besser vor Omikron?

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Von: Florian Römer

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Gegen die bevorstehende Omikron-Welle sollen sich möglichst viele Bürger boostern lassen. Doch welcher Impfstoff schützt am besten gegen die hochansteckende Super-Mutante?

Während die erstmals in Südafrika nachgewiesene Omikron-Variante* in den USA, Großbritannien und anderen Ländern bereits das Infektionsgeschehen dominiert, macht sie in Deutschland noch einen geringeren Teil der Neuansteckung mit dem Coronavirus* aus. Das wird sich nach Modellierungen von Experten aber in den kommenden Wochen drastisch ändern. Bereits um die Weihnachts-Feiertage dürfte die „Super-Mutante“ in einigen Regionen für Inzidenz-Explosionen sorgen. Die Gefährdung für die Bevölkerung in Deutschland sei „sehr hoch“, warnt das Robert Koch-Institut (RKI) auf Twitter: „Es kann zu einer schlagartig Fallzahl-Erhöhung & rascher Versorgungs-Überlastung kommen.

Mit über 30 Mutationen am Spike-Protein kann Omikron leichter in menschliche Zellen eindringen. Gleichzeitig helfen die Mutationen der Variante, den Immunschutz von Geimpften oder Genesenen zu umgehen. „Die kürzlich identifizierte Omikron-Variante bringt eine neue Dimension in das Pandemiegeschehen“, schreibt der Expertenrat der Bundesregierung. „Omikron zeichnet sich durch eine stark gesteigerte Übertragbarkeit und ein Unterlaufen eines bestehenden Immunschutzes aus.“ Mehr Menschen werden in kürzerer Zeit infiziert, Genesene und Geimpfte sind wieder größerer Teil des Infektionsgeschehens. Aktuelle Entwicklungen aus anderen europäischen Ländern zeigen „eine nie dagewesenen Verbreitungsgeschwindigkeit“ mit Omikron-Verdopplungszeiten von etwa zwei bis drei Tagen.

Omikron: RKI warnt selbst für Zweifach-Geimpfte vor „hoher Gefahr“

Auch erste Vermutungen, Omikron könnte zu milderen Verläufen führen, scheinen sich nicht zu bewahrheiten. In Omikron-Hotspots wie London füllen sich bereits die Krankenhäuser. Die Stadt hat den Katastrophenfall ausgerufen. Selbst der Immunschutz für Geimpfte oder Genesene scheint bei Omikron deutlich reduziert: Laut RKI ist für zweifach Geimpfte oder Genesene die Gefahr „hoch“, sich mit Omikron zu infizieren. Der Schutz vor schweren Krankheitsverläufen bleibt vermutlich teilweise erhalten. Nach der jüngsten Risikobewertung ist die Gefahr einer Corona-Infektion für Ungeimpfte „sehr hoch“. Für Menschen, die bereits eine Auffrischimpfung erhalten haben, „moderat“.

Mehrere Studien zeigen einen deutlich besseren Immunschutz nach Booster-Impfung mit einem mRNA-Impfstoff. Aber welches Vakzin schützt am besten gegen die hochansteckende Mutante aus Südafrika? Seit 18. November sind mit den Impfstoffen von Biontech* und Moderna zwei mRNA-Vakzine für Auffrischungsimpfungen empfohlen. In der Regel soll zwischen Zweit- und Drittimpfung ein Abstand von sechs Monaten liegen. Wegen Omikron sollen sich Menschen bereits nach drei Monaten boostern lassen, rät die Stiko mittlerweile. HEIDELBERG24* erklärt, welcher Impfstoff die effektivere Booster-Wahl gegen Omikron ist.

Biontech, Moderna, Kreuzimpfung: nach sechs Monaten keine Wirkung gegen Omikron

Dass die Booster-Impfung gegen Omikron unbedingt nötig ist, zeigt eine Studie der Frankfurter Virologin Sandra Ciesek. In den Untersuchungen hatten die Forscher den vorhandenen Impfschutz von zweifach Geimpften nach sechs Monaten analysiert. Erschreckendes Ergebnis: Weder die Doppel-Impfung mit Biontech oder Moderna noch eine Kreuzimpfung mit Astrazeneca und einem mRNA-Vakzin konnte nach einem halben Jahr eine Neutralisation bei Omikron aufweisen.

Geimpfte, deren Zweitimpfung rund sechs Monate zurück liegt, haben also praktisch keinen Immunschutz gegen die hochansteckende südafrikanische Variante. Über die Erkrankungsschwere lässt sich in dem Fall keine belastbare Aussage treffen. Experten gehen aber davon aus, dass die Doppelimpfung dennoch zu einem hohen Prozentsatz vor schweren Verläufen schützt. Erste Ergebnisse aus Südafrika und Großbritannien deuten darauf hin, dass zwei Dosen Biontech/Pfizer die Wahrscheinlichkeit eines Krankenhausaufenthalts um 70 Prozent verringere, erklärt Biontech-Chef Ugur Sahin gegenüber „Le Monde“.

Biontech oder Moderna: Welcher Booster-Impfstoff wirkt besser gegen Omikron?
Biontech oder Moderna: Welcher Booster-Impfstoff wirkt besser gegen Omikron? © dpa/Nanographics/apa-Peter Mindek,dpa-Frank Rumpenhorst/Montage HEADLINE24

Biontech oder Moderna: Welcher Booster wirkt besser gegen Omikron?

Und wie sieht es bei Omikron mit dem Immunschutz nach Auffrischimpfungen aus? Selbst eine Booster-Impfung mit Biontech verhindert nach ersten Erkenntnissen nur in einem von vier Fällen eine Omikron-Infektion, so das Ergebnis der Studie von Ciesek. Eine Bevölkerungsstudie aus Großbritannien kommt allerdings zu dem Schluss, dass die Drittimpfung mit Biontech die Effektivität des Vakzins auf über 70 Prozent hebt. Biontech arbeitet bereits an einer auf Omikron angepassten Version seines Impfstoffs Comirnaty. Diese Modifikation des Vakzins nutzt das Spike-Protein und seine 32 Mutationen als Antigen. Der Impfstoff soll im März 2022 zur Verfügung stehen.

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Den besten Booster-Schutz gegen die Omikron-Variante scheint aktuell der Impfstoff von Moderna zu bieten. Nach Angaben des Herstellers wird der Antikörperspiegel durch eine Auffrischimpfung um das 37-Fache angehoben. Die Daten basieren auf einer Analyse der Antikörperlevel 29 Tage nach der Booster-Impfung. Untersucht wurden Booster-Impfungen, bei denen 50 Mikrogramm des Vakzins verabreicht wurden. Das ist die Hälfte der Dosis, die bei Erst- und Zweitimpfung verwendet wird. Eine Booster-Impfung mit 100 Mikrogramm erhöhte laut Laborstudie den Antikörperspiegel hingegen um das 83-Fache. Die Angaben wurden allerdings noch nicht in einem Fachjournal veröffentlicht und von unabhängigen Wissenschaftlern überprüft. Auch Moderna entwickelt derzeit eine Adaption seines Impfstoffs an Omikron. Erste klinische Tests mit dem Omikron-spezifischen Vakzin könnten im Januar beginnen, heißt es. HEIDELBERG24 zeigt übrigens auch, mit welchen Nebenwirkung man nach der Booster-Impfung mit Biontech oder Moderna* rechnen muss. (rmx)*HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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