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Personalausweis: Fingerabdruck jetzt Pflicht – sonst drohen diese Strafen

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Von: Daniel Hagen

Wer einen neuen Personalausweis beantragt, muss seit dem 2. August auch seine Fingerabdrücke abgeben. Wer das verweigert, muss mit einer Geldstrafe rechnen. Was dahinter steckt:

Ein Personalausweis beinhaltet zahlreiche persönliche Daten seiner Besitzers. Neben Namen, Geburtsdatum, Geburtsort und Augenfarbe wird auch ein biometrisches Passbild darauf gespeichert. Ob man seine Fingerabdrücke ebenfalls darauf speichern lässt, ist bislang jedem selbst überlassen gewesen. Das ändert sich aber mit dem 2. August. Wer ab diesem Tag einen neuen Personalausweis beantragt, muss seine Fingerabdrücke hinterlassen. Was das für einen Sinn ergibt, welche Gefahren es bergen könnte und was einem blüht, wenn man dem nicht nachkommt, verrät HEIDELBERG24.de*.

NameBundesministerium des Innern, für Bau und Heimat
BundesministerHorst Seehofer (CSU)
Gründung1949
HauptsitzBerlin

Personalausweis: Ab 2. August werden auch Fingerabdrücke Pflicht

Bereits im April 2019 hat die Europäische Union eine Verordnung „zur Erhöhung der Sicherheit der Personalausweise von Unionsbürgern“ verabschiedet. Darin findet sich auch die Vorschrift, dass Dokumente zwei digitale Fingerabdrücke enthalten müssen. Über ein Jahr später – im November – beschließt der Bundestag die Umsetzung dieser Vorgabe. Generell wird der neue Personalausweis der Bundesrepublik mehr an den EU-Standart angepasst.

„Die Angleichung bezieht sich sowohl auf das Design, als auch auf die Sicherheitsstandards von Personalausweisen. Am auffälligsten wird das EU-Logo sein, das auf der Vorderseite platziert wird“, heißt es auf der Seite des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat. Alte Ausweise müssen aber nicht umgetauscht werden, sondern bleiben bis zu ihrem Ablaufdatum gültig. Unverändert bleibt, dass Kinder unter sechs Jahren keine Fingerabdrücke bei der Reisepass- oder Personalausweisbeantragung abgeben müssen.

Personalausweis: Fingerabdrücke sollen Zweifel schneller ausräumen

„Die Speicherung des Fingerabdruckes dient nicht primär der Fälschungssicherheit des Dokumentes. Vielmehr soll bei Zweifeln über die Gleichheit der sich ausweisenden und der auf dem Lichtbild des Dokuments abgebildeten Person auch die unmittelbare Identitätsfeststellung möglich sein“, erklärt das Innenministerium die Umstellung. Durch die Fingerabdrücke im Ausweis soll verhindert werden, dass dieser von einer ähnlich aussehenden Person verbotenerweise genutzt wird. Im Zweifelsfall kann also schneller erkannt werden, ob es sich wirklich um den echten Besitzer handelt oder nur um jemanden, der dem Bild darauf ähnlich sieht.

Auf die biometrischen Daten dürfen unter anderem Polizei, Zoll, Steuerfahndung und Meldebehörden zugreifen. Laut Innenministerium werden die Fingerabdrücke nach erfolgter Produktion und Aushändigung des Personalausweises sowohl beim Hersteller als auch in der Behörde gelöscht. Datenschützer schlagen trotzdem Alarm. Eine Studie des Netzwerks Datenschutzexpertise kommt sogar zu dem Schluss, dass die europäischen und deutschen Vorgaben zum Einsatz biometrischer Identifizierungsdaten im Ausweis elementare Datenschutzgrundsätze missachten würden.

Personalausweis: Welche Strafe droht bei Verweigerung

Aber was passiert eigentlich, wenn sich jemand weigert, seine Fingerabdrücke in den neuen Personalausweis aufnehmen zu lassen? Diese Frage hat laut mdr Thüringen auch die Bundestagsfraktion der Linken an die Bundesregierung gestellt. Demnach würde eine Person keinen neuen Ausweis erhalten. Was jetzt erstmal nicht besonders hart klingt, zieht einen gewaltigen Rattenschwanz nach sich.

„Deutsche im Sinne des Artikels 116 Abs. 1 des Grundgesetzes sind verpflichtet, einen gültigen Ausweis zu besitzen, sobald sie 16 Jahre alt sind und der allgemeinen Meldepflicht unterliegen oder, ohne ihr zu unterliegen, sich überwiegend in Deutschland aufhalten“, heißt es im Personalausweisgesetz. Wer also nur seinen alten Personalausweis vorweisen kann, könnte im schlimmsten Fall ein Bußgeld von 3.000 Euro bekommen – was allerdings nur in Ausnahmefällen passiert. Realistischer ist eine Strafe in Höhe zwischen 10 und 40 Euro. (dh) *HEIDELBERG24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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