Beschluss des Umweltministeriums

Neue Regeln bei Aldi, Lidl & Co.: Pfandpflicht – Das ändert sich ab 2022 für Kunden

Pfandautomat
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Ab 2022 gibt es Änderungen im Pfandsystem. (Symbolfoto)

Das Bundesumweltministerium hat neue Regeln beschlossen. Dabei geht es vor allem um Flaschen- und Dosenpfand sowie um Essensverpackungen. Was das für uns bedeutet:

Seit dem 1. Januar 2003 muss in Deutschland auf bestimmte Flaschen und Dosen 25 Cent Pfand gezahlt werden. Seitdem werden die Getränkebehälter nicht mehr weggeworfen, sondern in den Laden zurückgebracht, um sein Geld zurückzubekommen. Das schont zum einen die Umwelt und hat sich zum anderen ein Sparsystem für manche Menschen entwickelt. Manche nutzen das System aber auch schamlos aus. Doch nicht auf alle Gefäße wird Pfand erhoben – bis jetzt. Denn das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit führt neue Regeln ein, die ab 2022 gelten werden. Darüber berichtet HEIDELBERG24.de.*

NamePfandpflicht
Eingeführt am1. Januar 2003
Preis25 Cent

Pfandpflicht im Supermarkt: Neue Regeln für Flaschen und Dosen ab 2022

Im Deutschen Bundestag ist am Donnerstag (6. Mai) eine Novelle des Verpackunsgesetzes beschlossen worden. Diese sieht es vor, dass ab 2022 ein Pfand auf alle Einweggetränkeflaschen aus Kunststoff verpflichtend wird. Zudem müssen auch alle Getränkedosen mit einem Pfand belegt werden. Die bisherigen Ausnahmeregelungen werden zudem beendet. Bislang sind zum Beispiel Fruchtsaftschorlen mit Kohlensäure pfandpflichtig, ohne Kohlensäure hingegen nicht. Künftig gilt: Ist eine Getränkeflasche aus Einwegplastik, dann wird sie mit einem Pfand belegt. Ab 2022 muss auch auf Fruchtsäfte oder alkoholische Mischgetränke in Einweggetränkeflaschen aus Kunststoff oder Getränkedosen Pfand gezahlt werden. Ab 2024 gilt das auch für Milch oder Milcherzeugnisse.

Die Ausweitung der Pfandpflicht macht das Pfand für alle Verbraucherinnen und Verbraucher besser verständlich. Denn zukünftig heißt es einfach: Auf alle Einweggetränkeflaschen aus Kunststoff und Getränkedosen sind 25 Cent Pfand zu zahlen, unabhängig vom Inhalt. So sorgen wir auch für weniger Umweltverschmutzung. Denn Flaschen oder Dosen mit Pfand landen viel seltener in der Natur als solche ohne Pfand. Die Pfandpflicht unterstützt auch ein hochwertiges Recycling: Flaschen aus Kunststoff werden sortenrein gesammelt und können so leichter zu neuen Flaschen verarbeitet werden. So schaffen wir funktionierende Kreisläufe“, erklärt Bundesumweltministerin Svenja Schulze.

Pfandpflicht: Mehrwegbehälter für Restaurants und Cafés

Doch die Novelle geht noch weiter. Bistros, Cafes und Restaurants, die Essen oder Getränke zum Mitnehmen anbieten, müssen ihre Produkte ab 2023 in Mehrwegbehältern anbieten. Die Pflicht besteht auch, wenn das Essen zu einem Kunden geliefert wird. Dabei gilt, dass die Mehrwegvariente nicht teurer sein darf als das gleiche Produkt in der Einwegvariante. Von der Pflicht ausgenommen sind lediglich kleine Verkaufsstellen wie zum Beispiel Imbisse, Spätkauf-Läden und Kioske, in denen insgesamt höchstens fünf Beschäftigte arbeiten und die eine Ladenfläche von nicht mehr als 80 Quadratmetern haben. Die müssen den Kunden aber ermöglichen, Essen und Getränke in eigene Behälter abzufüllen. Über die Änderung berichtet auch BW24.de.

Essen zum Mitnehmen wird auch nach der Pandemie für viele zum Alltag gehören. Noch werden die allermeisten Gerichte und Getränke in Einwegverpackungen gekauft. Auch bei geliefertem Essen ist Einweg noch immer die Regel. Das führt zu immer mehr Verpackungsmüll – sowohl zu Hause als auch in den Straßen und Parks. Mein Ziel ist daher: Ich will Mehrweg zum neuen Standard machen“, sagt Svenja Schulze. Das Ziel ist, die Verpackungsflut im To-Go-Bereich effektiv einzudämmen und die Umwelt zu schonen. Die Novelle muss erst noch vom Bundesrat bewilligt werden, bevor sie am 3. Juli 2021 in Kraft treten kann. (dh) *HEIDELBERG24.de und BW24.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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