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Real: Supermarkt-Riese kauft Filialen – Darum schlagen Experten jetzt Alarm

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Von: Katja Becher

Real-Übernahme: Nach Kaufland übernimmt nun auch Edeka einige Filialen der zerschlagenen Supermarkt-Kette – allerdings weniger als geplant!

Die kriselnde Warenhauskette Real wurde von ihrem russischen Eigner SCP-Group zerschlagen – und wird nun an die Konkurrenz verkauft.* Den größten Teil der Filialen hat sich mit 92 Filialen bereits Kaufland gesichert,* doch auch die Supermarkt-Riesen Edeka und Globus kämpfen um ein Stück des Kuchens. Jetzt hat das Kartellamt seine Entscheidung zur Real-Übernahme von Edeka verkündet – und die fiel etwas anders aus, als geplant.

Real: Edeka übernimmt weniger Filialen als geplant – Kartellamt äußert Bedenken

Eigentlich hatte Edeka die Übernahme von 72 Filialen der Supermarkt-Kette Real in Deutschland geplant. Doch das Bundeskartellamt hat die Pläne des Supermarkt-Giganten nun ordentlich ausgebremst – und die Übernahme nur teilweise genehmigt. Laut Entscheidung vom 17. März darf Edeka nur 45 Standorte von Real übernehmen. 21 Standorte könnten nach Entscheidung des Kartellamts aufgrund von „wettbewerblichen Bedenken“ nicht übernommen werden.

„Wir hatten bei einer Reihe von Standorten die Sorge, dass Edeka mit der Übernahme in den jeweiligen regionalen Märkten zu stark würde“, erklärt Kartellamtspräsident Andreas Mundt in einer Mitteilung vom Mittwoch. Edeka müsse deshalb auf rund 30 Prozent der geplanten Übernahmen verzichten. Die Wettbewerbshüter warnen im Zusammenhang mit der Real-Zerschlagung auch davor, dass den Verbrauchern am Ende die Einkaufsalternativen fehlen könnten. Nach Angaben von tagsschau.de dominieren in Deutschland schon jetzt vier große Supermarkt-Ketten: Edeka, Aldi und die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) erreichten demnach einen Marktanteil von über 85 Prozent. Edeka führt mit 112.000 Filialen den Markt an. Über den Kauf der Real-Filialen berichtet auch 24rhein*.

Real: Diese Filialen werden von Edeka übernommen

Eine Übersicht über die 45 Real-Filialen, darunter mehrere in Rheinland-Pfalz* und Baden-Württemberg*, die nach Angaben von businessinsider.de bis spätestens 2022 von Edeka übernommen werden könnten:

Sechs Standorte in Ratingen, Rhede-Vardingholt, Böblingen-Hulb, Nürtingen, Memmingen und Würzburg darf Edeka nur übernehmen, wenn der Supermarkt-Riese Teilflächen der ehemaligen Real-Filialen an andere Wettbewerber abgibt. Wie viele Real-Standorte letztendlich tatsächlich zu Edeka werden, hängt nach Angaben von businessinsider.de allerdings noch von weiteren Faktoren ab – zum Beispiel von Verhandlungen mit den Vermietern.

Real-Übernahme von Kaufland, Edeka und Globus: Das ändert sich jetzt für Kunden

Insgesamt wollen Kaufland*, Edeka und Globus noch dieses Jahr 150 Real-Märkte übernehmen – bis Mitte 2022 soll der Verkauf von Real komplett abgewickelt sein. Schon seit dem ersten Quartal 2021 mussten sich Kunden daran gewöhnen, dass der Real-Markt ihres Vertrauens plötzlich den Namen Kaufland trug. Der Supermarkt-Riese hatte angekündigt, die 92 Filialen Schritt für Schritt zu übernehmen. Bis zu 12.000 Beschäftigte sollen damit eine neue berufliche Perspektive erhalten. Die ehemaligen Real-Filialen, die nicht von Edeka, Globus oder Kaufland übernommen werden, müssen allerdings höchstwahrscheinlich schließen. (kab) *24rhein ist ein Angebot von Ippen.Media.

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