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Skurrile Verkehrsregeln im Ausland: Bußgeld niedriger ‒ bei Zahlung im Tabakladen

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Von: Jason Blaschke

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Im Ausland müssen sich Urlauber auf seltsame Verkehrsvorschriften gefasst machen. In Italien etwa kann das Auto tatsächlich zwangsversteigert werden.

Viele Flughäfen in Deutschland kämpfen aktuell mit Personalmangel und in der Folge mit Gepäck-Chaos, Verspätungen und Co. Auch in der bayrischen Landeshauptstadt München stapeln sich Gepäckstücke und Flüge werden teurer, berichtet Merkur.de –mitten in der Urlaubssaison. In Baden-Württemberg zeichnet sich ein ähnliches Bild ab, auch am Flughafen Stuttgart ist das Chaos ausgebrochen – „wurden nicht mitgenommen“, textete dazu eine verärgerte Urlauberin.

Bußgeld in Frankreich sparen – aber bloß, wer im Tabakladen bezahlt

Kein Wunder, dass viele Menschen aktuell eine Flugreise abschreckt. Als Alternative kommen Urlaubsziele in Europa infrage, die mit Auto oder Bahn erreicht werden können. Wer sich für einen Pkw-Urlaub entscheidet, sollte sich aber mit allen Verkehrsvorschriften im Urlaubsland vertraut machen. Im Ausland können drakonische Strafen für Verkehrssünder drohen, wenn man etwa zu schnell auf der Autobahn unterwegs ist.

Es gibt aber auch Verkehrsvorschriften in Europa, die einen schmunzeln lassen – zumindest, wenn man nicht selbst betroffen ist. In Frankreich etwa können Parkknöllchen im Tabakladen beglichen werden, berichtet der ADAC. Dort bekommt man dann sogar eine Quittung dafür und spart ein paar Euro Bußgeld. Wer später bezahlt, zahlt mehr. Noch irrer ist eine Verkehrsvorschrift in Italien, wo auch Autos von Touristen zwangsversteigert werden können.

Lieber mit null Promille – in Italien können Autos zwangsversteigert werden

Das ist laut ADAC möglich, wenn man mit 1,5 Promille am Steuer erwischt wird. In Italien ist in solchen Fällen eine saftige Geldstrafe von bis zu 6.000 Euro die Folge – auch eine Haftstrafe ist möglich. Und im Extremfall kann tatsächlich das Auto beschlagnahmt und zwangsversteigert werden. Die Voraussetzung ist allerdings, dass Eigentümer und Fahrer identisch sind. Auch Motorradfahrer kann es in Italien übel treffen, wenn sie ohne Helm unterwegs sind.

Im Land der guten Pizza und Pasta kann deren Zweirad für zwei Monate in „Sicherungsverwahrung“ kommen, sollte diese wichtige Schutzausrüstung fehlen. In Italien kann es für Verkehrssünder also ziemlich unangenehm und primär teuer werden – egal, ob man als Urlauber oder Einheimischer unterwegs ist. Günstiger fährt man in Spanien, wo es tatsächlich einen Rabatt gibt, wenn man sein Bußgeld schnell bezahlt.

Bußgeld-Rabatt für Verkehrssünder: In Spanien lohnt es sich, schnell zu sein

Als schnell definiert der spanische Staat Bußgeldzahlungen innerhalb von 20 Tagen. Der Rabatt beträgt ADAC-Berichten zufolge 50 Prozent – eine schnelle Zahlung lohnt sich also. Sparen kann man übrigens auch, wenn man in Österreich auf die Polizei verzichtet, sollte es nach einem Verkehrsunfall nur um den Austausch der Versicherungsdaten gehen. Gibt es weder Verletzte, Schäden noch Streit, wird eine „Blaulichtsteuer“ von 36 Euro fällig.

Kuriose Verkehrsvorschriften gibt es auch in der Schweiz, wo Rasern der Knast droht, sollte ein sogenannter „Rasertatbestand“ vor Gericht nachgewiesen werden. Die Entziehung des Fahrzeuges und ein Jahr Gefängnis sind dann möglich. Und auch sonst geht die Schweiz mit Verkehrssündern nicht zimperlich um. Schwere Verkehrsverstöße können mit stolzen 10.000 Schweizer Franken, etwa 9.300 Euro, Geldbuße bestraft werden.

Halteverbotsschilder in Reihe
Auch in Deutschland gibt es verschiedene Halteverbotsschilder (Symbolbild) – so kurios wie die in Griechenland sind sie aber nicht. © Sebastian Kahnert/dpa

Bußgeldfalle für Urlauber: Verkehrsschild in Griechenland nicht immer aktiv

Als Raser wird in der Schweiz eingestuft, wer laut ADAC in einer Tempo-30-Zone mehr als 40 Kilometer/Stunde oder auf der Autobahn mehr als 80 Kilometer/Stunde zu schnell unterwegs ist. Zugute kommt Touristen aus Deutschland, dass Fahrverbote und Bußgelder aus der Schweiz noch nicht in Deutschland vollstreckt werden können. Trotzdem sollte man als Urlauber vorsichtig sein, denn bei der nächsten Einreise in die Schweiz können alte Bußgeldbescheide fällig werden.

Keine Gefängnisstrafe, aber ein saftiges Bußgeld droht in Griechenland, wenn man Halteverbotsschilder mit einer senkrechten Linie ignoriert. Das Skurrile am griechischen Verkehrsschild mit senkrechter Linie in der Mitte ist, dass dieses ausschließlich in ungeraden Monaten beachtet werden muss. Und das gleiche Schild mit zwei Linien findet bloß in gerade Monaten Beachtung – ziemlich kompliziert. Kein Wunder, dass sich Urlauber hier mal ein Knöllchen einfangen. 

Bußgeld lieber schnell bezahlen – sonst zahlen Autofahrer das doppelte

Genau wie in Spanien ist es in Griechenland übrigens zu empfehlen, das Bußgeld schnell zu überweisen. Zwar gibt es keinen Rabatt, aber nach zehn Tagen verdoppelt sich der Betrag. Wer in Griechenland etwa eine rote Ampel missachtet und dafür 350 Euro Strafe zahlen muss, ist den griechischen Ordnungshütern ab Tag elf 700 Euro schuldig. Schnell sein lohnt sich – zumindest, was die Bezahlung von Bußgeldbescheiden anbelangt.

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