Gericht entscheidet

Vom Aussterben bedroht: Rewe-Großprojekt könnte Zuhause von Feldhamstern für immer zerstören

In Wölfersheim soll ein REWE-Logistikzentrum gebaut werden. Doch die Bauarbeiten werden gestoppt. Grund: Auf dem Areal leben Feldhamster:

  • REWE will in Wölfersheim (Hessen) ein Logistik-Zentrum bauen.
  • Auf dem Areal leben jedoch vom Aussterben bedrohte Feldhamster.
  • Ein Gericht befiehlt einen Bau-Stopp.

Sie sind süß, klein und 2016 zum Tier des Jahres gewählt worden – die Feldhamster. Allerdings trifft die Nager ein schweres Schicksal, denn sie sind vom Aussterben bedroht. Durch Menschen wird ihr Lebensraum immer weiter verkleinert oder gar zerstört. In einigen Regionen gilt der Feldhamster bereits als ausgestorben. Zum einen macht die Landwirtschaft das Leben der Nager zu Hölle, zum anderen raubt der Flächenverbrauch der Menschen das Zuhause der Feldhamster.

Wie HEIDELBERG24* berichtet, erklärt die Deutsche Wildtier Stiftung auf der Webseite, dass oft neu angelegte Wohn- und Industriegebiete auf wertvollem Ackerboden gebaut werden. „Der Lebensraum Kornfeld schrumpft somit jedes Jahr. Oft werden Feldhamster vor den Baumaßnahmen eingefangen und an andere Orte verbracht - eine Notlösung, die leider allzu oft angewandt wird, denn das Überleben auf neuer Fläche ist keineswegs sicher.

Gericht entscheidet: REWE muss Mega-Projekt wegen Feldhamstern stoppen

Nun soll ein Mega-Projekt von REWE den Lebensraum vieler Feldhamster in Wölfersheim (Hessen) zerstören. Die Supermarkt-Kette plant auf einer rund 100.000 Quadratmeter großen Fläche ein Logistikzentrum zu bauen. Während 500 Menschen dann dort eine Arbeit finden, müssen die Tiere ein neues Zuhause suchen – wenn sie die Chance dazu bekommen.

Doch die bereits gestartet Baumaßnahmen auf dem 42 Fußballfelder großen Areal werden vorerst gestoppt. Grund: Das Gießener Verwaltungsgericht stimmt einem Eilantrag des BUND zu. Das berichtet die Hessenschau.

Logistikzentrum oder Feldhamster? REWE muss auf Gerichtsentscheidung warten

Der Bund hat sich gegen den REWE-Bau eingesetzt, da die Umweltverträglichkeit nicht ausreichend geprüft worden sei. Der BUND sorgt sich dabei um die Tiere aus dem benachbarten Vogelschutzgebiet und die Feldhamster. Es wird kritisiert, dass die 30 Hektar große Fläche „nicht hinreichend untersucht“ worden sei. Die Verantwortlichen des REWE-Projekts haben tatsächlich nur im Jahr 2018 einmal eine Wildkamera aufgestellt.

Wegen Feldhamster muss ein Großprojekt von REWE gestoppt werden.

Das Verwaltungsgericht stimmt am Montag (27. Juli) dem Eilantrag des BUND zu. Die Untersuchungen seien „eher unzureichend“. Nun müssen die Arbeiten in Wölfersheim so lange ruhen, bis der Verwaltungsgerichtshof in Kassel dem Bauplan von REWE zustimmt. „Wir haben erreicht, dass immense Schäden durch die Bauarbeiten von Rewe verhindert werden“, denn für das Zentrum müsse „sehr wertvoller Boden“ weichen, zitiert die Hessenschau BUND-Landesvorstand Werner Neumann nach der Gerichtsentscheidung. Eine Stellungnahme von REWE liegt nicht vor. jol *HEIDELBERG24 ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Uwe Anspach/picture-alliance/dpa

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