1. Heidelberg24
  2. Verbraucher

Rückruf-Skandal: Mars lenkt ein – Warnung vor „Snickers“-Eis jetzt auch in Deutschland

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Katja Becher

Die bekannte Marke „Mars“ hat europaweit Eiscreme-Produkte zurückgerufen – jedoch zunächst nicht in Deutschland. Erst nachdem Verbraucherschützer heftige Kritik üben, lenkt das Unternehmen ein:

Update vom 10. August: In einigen europäischen Ländern wie Schweden und Österreich ist die Snickers-Eiscreme von Mars bereits im Juli zurückgerufen worden. Der Grund ist eine mögliche Belastung mit krebserregenden Ethylenoxid. In Deutschland wurde das Produkt jedoch weiterhin verkauft. Nach heftiger Kritik von Foodwatch räumt der Konzern ein, dass „Spuren von Ethylenoxid in einer Produktzutat“ seiner Eisprodukte enthalten seien. Die Produkte seien in Deutschland jedoch nicht aus dem Sortiment genommen worden, da der Verzehr „nicht schädlich“ sei. Die Konzentrationen von Ethylenoxid sei nur sehr gering, auch weil die betroffene Zutat Johannisbrotkernmehl nur in kleinen Mengen eingesetzt worden sei.

Dem widerspricht Foodwatch und weist Mars darauf hin, dass auch kleinste Mengen des krebserregenden Stoffes ein Gesundheitsrisiko darstellen könnten. Zudem hat die Organisation eine Petition mit dem Ziel gestartet, dass alle belasteten Mars-Produkte in Deutschland zurückgerufen werden.

Nur wenige Tage später muss der Lebensmittelkonzern „Mars“ erneut Produkte zurückrufen. In diesem Fall geht es um Tasty Bite Fertiggerichte, die krebserregende Stoffe enthalten*.

Rückruf von Snickers-Eis – jetzt auch in Deutschland

Dies scheint sich Mars wohl zu Herzen genommen haben, denn am 10. August ruft der Konzern verschiedene Eiscreme-Produkte auch in Deutschland öffentlich zurück. Wie das Unternehmen mitteilt, kann nicht ausgeschlossen werden, dass bei den genannten Produkten minimale Mengen von Ethylenoxid (ETO) in einer Zutat vorliegen. Dabei betont Mars erneut, dass der Verzehr des Eises nicht schädlich sei. Der Rückruf erfolge aufgrund von technischer Nichtkonformität mit den Grenzwerten für ETO.

Betroffen sind Eiscreme-Produkte der Marken Snickers, Bounty, Twix und M&M’S mit den folgenden Mindesthaltbarkeitsdatum:

ProduktEAN/ GTINBetroffene Mindesthaltbarkeitsdaten
SNICKERS Ice cream bar 6-Pack Box500015934408131.10.2022; 30.11.2022; 31.01.2023; 28.02.2023; 31.03.2023; 30.04.2023
SNICKERS Ice cream bar Single500015946087331.10.2022; 30.11.2022; 31.12.2022; 31.01.2023; 31.03.2023; 30.04.2023
SNICKERS CRISP Ice cream bar – 6-Pack Box500015952607430.11.2022; 31.12.2022; 28.02.2023; 30.04.2023
SNICKERS CRISP Ice cream bar – Single500015952612830.11.2022; 31.12.2022; 28.02.2023; 30.04.2023
SNICKERS WHITE Ice cream bar – 6-Pack Box500015950962631.12.2022; 28.02.2023; 31.03.2023
SNICKERS WHITE Ice cream bar – Single500015950966431.12.2022; 28.02.2023
BOUNTY Ice cream bar 6-Pack Box500015948305628.02.2022; 31.03.2022; 30.04.2022; 31.12.2022; 28.02.2023; 31.03.2023; 30.04.2023
BOUNTY Ice cream bar Single500015948303228.02.2022; 30.04.2022; 31.10.2022; 31.12.2022; 28.02.2023; 30.04.2023
TWIX Ice cream bar 6-Pack Box500015948468831.10.2022; 31.12.2022; 28.02.2023; 31.03.2023; 30.04.2023
TWIX Ice cream bar Single500015948463331.03.2022; 30.04.2022; 31.12.2022; 28.02.2023; 30.04.2023
M&M’s choco Ice cream stick Stieleis Single500015950936731.01.2023
M&M’s peanut Ice cream Stieleis Single500015950934331.08.2021; 31.10.2021; 31.05.2022; 31.07.2022

Betroffene Verbraucher sollen sich mit Produktdaten und Fotos von Verpackung und Mindesthaltbarkeitsdatum an den Verbraucherservice von Mars wenden.

Rückruf von Snickers-Eis: Europaweite Warnung – aber nicht in Deutschland?

Erstmeldung vom 9. August: Bahnt sich in Deutschland ein Rückruf-Skandal an? Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat den bekannten Nahrungsmittel-Konzern Mars öffentlich dazu aufgefordert, seine Snickers-Eiscreme in der Bundesrepublik zurückzurufen. Grund ist ein Produkt-Rückruf* des betroffenen Artikels in anderen europäischen Ländern – zum Beispiel in Österreich und Schweden. Dort wurde vor dem Verzehr des Eises wegen einer möglichen Belastung mit dem krebserregenden Ethylenoxid gewarnt. Jetzt hat Mars gegenüber Foodwatch erklärt, wieso das Produkt weiterhin im deutschen Handel verkauft wird:

NameFoodwatch e.V.
GründerThilo Bode
SitzBerlin
ZweckVerbraucherinformation

Rückruf von Snickers-Eis: Europaweite Warnung – aber nicht in Deutschland?

Wie HEIDELBERG24* berichtet, wurde das Snickers-Eis von Mars bereits am 23. Juli wegen der möglichen Ethylenoxid-Belastungen in Schweden öffentlich zurückgerufen, in Rumänien bereits am 17. Juli. Gegenüber Foodwatch hatte außerdem auch der österreichische Konsumentenservice von Mars einen Rückruf der Produkte bestätigt. Wie produktwarnung.eu allerdings berichtet, hatten die Verbraucherschützer von Foodwatch die betroffenen Chargen der Snickers-Eiscreme noch am vergangenen Mittwoch bei mehreren deutschen Einzelhändlern entdeckt und den Lebensmittelkonzern um Aufklärung gebeten.

Grund für den europaweiten Rückruf sei der in den Eiscremes eingesetzte Zusatzstoff Johannisbrotkernmehl (E410), berichtet produktwarnung.eu weiter. Anfang Juni sei bekannt geworden, dass große Menschen dieses weit verbreiteten Zusatzstoffs mit Ethylenoxid verunreinigt sind. E410 wird oft als Verdickungsmittel und Stabilisator in Eiscremes, Konfitüren, Fleisch- oder Backwaren verwendet.

Rückruf von Snickers-Eis: So reagiert Mars auf die Foodwatch-Kritik

„Krebserregende Stoffe haben in unserem Essen nichts verloren. Es ist inakzeptabel, dass Mars die Menschen in anderen Ländern besser schützt als in Deutschland. Mars schuldet der Öffentlichkeit eine Erklärung, weshalb die Produkte in Deutschland nicht schon längst zurückgerufen wurden“, wird Oliver Huizinga, Kampagnendirektor von Foodwatch auf produktwarnungen.eu zitiert.

Nach der Kritik von Foodwatch hat der Süßwarenkonzern Mars nun mit einer öffentlichen Stellungnahme reagiert – und dabei eingeräumt, dass „Spuren von Ethylenoxid in einer Produktzutat“ seiner Eisprodukte enthalten seien. Man habe die lokalen Behörden informiert, jedoch schlussendlich für Deutschland entschieden, die Produkte nicht aus dem Verkauf zu nehmen. Grund sei, dass Verzehr „nicht schädlich“ sei.

Rückruf-Forderung: Foodwatch startet Petition gegen belastete Produkte

Foodwatch wirft Mars nun vor, dass diese Behauptung im Widerspruch zur Einigung der EU-Staaten stünde, wonach „keine sichere Aufnahmemenge“ von Ethlenoxid festgelegt werden kann und auch kleinste Mengen des krebserregenden Stoffs ein Gesundheitsrisiko darstellen können. Die Verbraucherorganisation hat auf ihrer Internetseite mittlerweile eine Petition gestartet, um zu erreichen, dass alle mit Ethylenoxid belasteten Produkte in Deutschland öffentlich zurückgerufen werden sollen. (kab) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare