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Ferrero-Rückruf: Über 100 Menschen wegen Salmonellen in Klinik – auch viele Kinder

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Von: Katja Becher

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Kurz vor Ostern ruft Ferrero weltweit Kinder-Schokoprodukte zurück. Hintergrund sind mögliche Verbindungen zu einem größeren Salmonellen-Ausbruch. Alle Infos und Hintergründe:

Update vom 14. April: Jetzt scheint der Grund für die Salmonellen-Verunreinigung in der belgischen Ferrero-Fabrik endlich gefunden. Der Salmonellen-Ausbruch rund um die beliebten Schokoladen-Produkte hängt nach Angaben von EU-Behörden möglicherweise mit der Verarbeitung von Buttermilch im betroffenen Werk in Belgien zusammen. 

Laut einer gemeinsamen Bewertung des ECDC und der EU-Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA seien bis Freitag vergangener Woche im Zusammenhang mit dem Salmonellen-Ausbruch 119 bestätigte sowie 31 Verdachtsfälle in insgesamt zehn europäischen Ländern registriert worden – darunter auch in Deutschland. Bei den meisten Infizierten handle es sich demnach um Kinder im Alter von unter zehn Jahren – viele davon mussten ins Krankenhaus.

Salmonellen-Warnung bei Ferrero: Rückruf-Liste weiter ausgeweitet – Verbraucherschützer warnen

Update vom 11. April, 13 Uhr: Der Ferrero-Rückruf wurde erneut ausgeweitet, wie das Verbraucher-Portal produktwarnung.eu informiert. Während zuvor nur bestimmte Chargen von kinder-Schoko-Produkten mit konkreten Mindesthaltbarkeitsdaten in der Warnung angegeben wurden, gilt der Rückruf nun für alle Mindesthaltbarkeitsdaten der in Belgien hergestellten „kinder“-Produkte.

Die Verbraucher-Schützer kritisieren unterdessen, dass bisher nicht mitgeteilt wurde, welche Artikel genau im betroffenen Werk in Belgien hergestellt wurden. So rät das Portal produktwarnung.eu zum Beispiel „grundsätzlich vorsorglich vom Verzehr alle kinder Artikel“ ab.

Schokoladen-Rückruf bei Ferrero: Salmonellen-Gefahr bereits seit Dezember

Update vom 9. April, 13:15 Uhr: Nach weltweiten Rückrufen und dem vorläufigen Lizenzentzug für ein belgisches Werk bedauert Ferrero die Vorgänge und entschuldigt sich in einer Pressemitteilung dafür, Informationen nicht früher geteilt zu haben. Ferrero verfüge über ein sehr strenges System für Lebensmittelsicherheit, schreibt das Unternehmen darüber hinaus auf Nachfrage von HEIDELBERG24.

UnternehmenFerrero
Gründung1946
HauptsitzAlba, Italien

Salmonellen in Ferrero-Produkten: Kontrollsystem extern zertifiziert

Am 15. Dezember 2021 sei ein Auftreten von Salmonellen entdeckt, alle Fertig- und Halbfertigprodukte, die an diesem oder in den fünf Tagen davor produziert wurden, blockiert worden. Man verfüge über umfassende Testverfahren, Stichproben seien 30 Mal größer als die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestgrößen, so das Unternehmen weiter.

In einer E-Mail an HEIDELBERG24 schreibt Ferreros Pressestelle außerdem: „Nach dem Vorfall verstärkten wir die Tests und führten allein im Januar mehr als 2.000 Tests durch. Unser umfassendes Qualitätskontrollsystem ist extern zertifiziert.“

Nach Salmonellen-Rückruf: Ferrero-Werk macht dicht

Update vom 8. April, 16:30 Uhr: Wegen der Salmonellen-Fälle in mehreren Ländern muss der Süßwarenhersteller Ferrero die Produktion in einer Fabrik in Belgien vorerst stoppen. Die Aufsichtsbehörde Afsca kündigte am Freitag an, die Produktionslizenz für die Fabrik in Arlon infolge von Ermittlungen zu entziehen. Ferrero habe in den Ermittlungen nicht ausreichend Informationen geliefert.

Ferrero-Rückruf: Schon über 100 Salmonellen-Fälle in Europa

Alle Produkte aus dem Werk müssen demnach zurückgerufen werden, unabhängig von ihrem Produktionsdatum. Dies umfasst laut der Mitteilung alle Kinder Surprise, Kinder Mini Eggs, Kinder Surprise Maxi und Schoko-Bons, die in Arlon gefertigt wurden. Afsca bat auch alle Vertriebsfirmen, die entsprechenden Produkte aus dem Einzelhandel zu nehmen.

Das Werk in Arlon dürfe erst wieder öffnen, wenn alle Regeln und Anforderungen der Lebensmittelsicherheit erfüllt seien. In den letzten Wochen seien über 100 Salmonellen-Fälle in Europa identifiziert worden, die daraufhin mit der Produktionsstätte in Arlon in Verbindung gebracht worden seien, schrieb Afsca.

Salmonellen-Gefahr bei Kinder-Schokolade: Rückruf-Liste von Ferrero wächst weiter

Update vom 8. April, 10:15 Uhr: Erneut wächst die Liste der vom Ferrero-Rückruf betroffenen Schokoladen-Produkte. Nun sind auch einige Weihnachtsartikel von der Salmonellen-Warnung betroffen. Es handelt sich unter anderem um spezielle Überraschungseier und Adventskalender von „kinder“. Hier gibt es eine Übersicht über die weiteren Kinder-Schokoladen-Artikel im Ferrero-Rückruf.

Update vom 7. April, 9 Uhr: Mittlerweile hat Ferrero die Liste der vom Rückruf betroffenen „kinder“-Produkte in Deutschland noch einmal ausgeweitet. Der umfangreiche Rückruf wurde durch einen größeren Salmonellen-Ausbruch in mehreren Ländern ausgelöst, der mit den Kinder-Schoko-Produkten in Verbindung stehen könnte.

Ferrero-Rückruf: Überraschungseier und Schoko-Bons – diese Kinder-Produkte sind betroffen

„Obwohl keines unserer auf den Markt gebrachten Kinder-Produkte positiv auf Salmonellen getestet wurde und wir keine Verbraucherbeschwerden erhalten haben, nehmen wir die Angelegenheit sehr ernst“, erklärte Ferrero weiter. Folgende Chargen verschiedener Kinder-Produkte sind von dem Rückruf in Deutschland betroffen:

Ferrero-Rückruf auch in Australien und Israel – schon 105 bestätigte Salmonellen-Fälle

Der Ferrero-Rückruf beschränkt sich mittlerweile nicht mehr auf Europa, sondern wurde laut Deutscher Presse-Agentur mittlerweile auch auf Australien ausgeweitet. Wie die für Lebensmittelsicherheit zuständige Behörde (FSANZ) am Donnerstag mitteilte, seien Süßigkeiten, darunter Überraschungseier, die in großen Supermarktketten wie Coles und Woolworths verkauft wurden, möglicherweise mit Salmonellen belastet.

Auch in Israel ruft Ferrero als strenge Vorsichtsmaßnahme ebenfalls mehrere Kinder-Produkte zurück. Allerdings gebe es bisher keine Berichte über eine Belastung mit Salmonellen, teilte das dortige Gesundheitsministerium am Montag mit. Unterdessen haben die EU-Lebensmittelbehörde EFSA und die EU-Gesundheitsbehörde ECDC die Untersuchungen aufgenommen. Bislang seien 105 bestätigte Salmonellenfälle sowie 29 Verdachtsfälle registriert worden. Die meisten davon bei Kindern im Alter von unter zehn Jahren.

Salmonellen-Gefahr bei Kinder-Schokolade: Ferrero startet europaweiten Rückruf

Erstmeldung vom 6. April: Der bekannte Hersteller Ferrero nimmt mehrere seiner beliebten „kinder“-Produkte vom Markt. Auch in Deutschland sind einige Chargen von dem Rückruf betroffen. Hintergrund ist eine mögliche Verbindung zu einem größeren Salmonellen-Ausbruch – erste Erkrankungen wurden auch bereits in Deutschland bekannt. Zu den betroffenen Produkten zählen unter anderem die beliebten Überraschungseier, aber auch Schokobons.

Eine Warnung der anderen Art verbreitet aktuell Schoko-Konkurrent Milka über seine Internetseite: Aktuell kursiert ein vermeintliches Oster-Gewinnspiel von Milka, bei dem es sich um einen gefährlichen Fake handelt.

Salmonellen-Verdacht: Ferrero mit europaweitem Rückruf – erste Fälle bereits in Deutschland

Etwa 63 Menschen in Großbritannien, vor allem kleine Kinder, waren zuvor an einer Salmonellen-Infektion erkrankt. Das meldete die Nachrichtenagentur PA. Auch in Deutschland, Frankreich, Schweden und anderen europäischen Ländern soll es demnach einige Infektionen gegeben haben. In Frankreich gab es den Gesundheitsbehörden zufolge ebenfalls einen Rückruf von Kinder-Schokoprodukten von Ferrero.

Wie Ferrero selbst am Dienstag (6. April) mitteilte, habe man sich freiwillig als Vorsichtsmaßnahme zu dem Rückruf der Kinder-Produkte in Deutschland entschlossen. Das Unternehmen arbeite eng mit der zuständigen Lebensmittelbehörde zusammen, um einen möglichen Zusammenhang den gemeldeten Salmonellenfällen aufzudecken.

Rückruf von Kinder-Schokolade – Belgien startet Untersuchung bei Ferrero

Hergestellt wurden die vom Rückruf betroffenen Kinder-Schoko-Produkte von Ferrero alle in einer Fabrik im belgischen Arlon. Nach Angaben von französischen Behörden laufen diesbezüglich Untersuchungen der belgischen Lebensmittelbehörden und auch zielgerichtete weitere Untersuchungen des Unternehmens Ferrero in Belgien.

In Belgien gebe es demnach noch keine bestätigten Salmonellen-Infektionsfälle. Einige Verdachtsfälle würden aber noch untersucht. In Frankreich hingegen gab es laut französischen Gesundheitsbehörden bereits 21 Salmonellen-Fälle.

Salmonellen-Alarm bei Kinder-Schoko-Produkten: An diesen Symptomen erkennt man eine Infektion

Salmonellen sind Bakterien, die unterschiedliche Krankheiten hervorrufen können. Dazu zählen Typhus, Paratyphus und eine Darmentzündung (Enteritis). Bei einer Salmonellen-Enteritis setzen sich die Bakterien im Darm fest und verursachen Brechdurchfall. Sie kommt vor allem im Sommer vor und befällt oftmals Kleinkinder. 

Eine Salmonellen-Vergiftung äußert sich meist nach fünf bis 72 Stunden mit ersten Symptomen: akuter Brechdurchfall, Bauchkrämpfe, Fieber, Kopfschmerzen. In der Regel heilt eine Salmonellenvergiftung innerhalb weniger Tage aus. Gefährlich ist der Flüssigkeitsverlust infolge des Brechdurchfalls. Da Salmonellen ansteckend sind, besteht bei jedem Verdacht einer Salmonellen-Erkrankung Meldepflicht. (kab/dpa)

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