1. Heidelberg24
  2. Verbraucher

Schimmel in Lebensmittel: Diese Produkte kannst Du trotzdem essen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Josefine Lenz

Grüne, weiße und braune Stellen auf dem Essen können meist nur eins bedeutet: Schimmel! Die meisten Lebensmittel landen sofort im Müll – allerdings muss das nicht sein:

Na lecker! Wahrscheinlich ist es jedem von uns schon einmal passiert: Man schmiert sich morgens ein Marmeladen-Brot und entdeckt plötzlich weiß-grüne Stellen auf der Scheibe. Ein klarer Fall von Schimmel! Besonders in den heißen Monaten ziehen Schimmelpilze über unser Obst, Gemüse und Co. her und bedecken es mit einem weißen, grünen und braunen Mantel. Bei den meisten Haushalten landet verschimmeltes Essen sofort in der Tonne – doch manchmal muss das gar nicht sein. Es gibt einige Produkte, die nicht sofort im Müll geworfen werden müssen, sondern trotz Schimmel gegessen werden können. Welche das sind, erklärt HEIDELBERG24*.

PilzeSchimmelpilz, sichtbar auch Schimmel genannt
Ideale Temperatur für Ausbreitung0 bis 60 °C wachsen, am schnellsten zwischen 20 und 25 °C
Lebensmittel richtig lagernkühl, trocken, dunkel

Schimmel auf dem Essen – Gefahr für die Gesundheit

Zunächst muss aber die Frage erklärt werden, was Schimmel eigentlich ist. Schimmel sind Pilze, die in mehreren Kategorien eingeteilt werden. Für den Otto Normalverbraucher sind lediglich zwei Unterschiede wichtig: Edelschimmel und der unerwünschte Schimmel!

Edelschimmel kommt beispielsweise in bestimmten Käsesorten, wie dem Blauschimmelkäse oder Camembert, vor. Auch wird Edelschimmel für so manche Salami-Herstellung benötigt. Während diese Schimmel-Sorte also ungefährlich für den Menschen ist, ist die ungewollte Variante problematischer.

Schimmel auf Brot, Obst und anderen Lebensmittel kann die Gesundheit gefährden. In der Regel muss man sich bei einem Bissen Schimmel nicht sofort zum Arzt begeben, ABER: Zu viel Schimmel bildet giftige Stoffwechselprodukte – sogenannte Mykotoxine. Diese können die Leber, Nieren und das Immunsystem angreifen. Auf Dauer können sie auch Krebs verursachen. „Mykotoxine lassen sich weder durch Kochen noch durch Einfrieren beseitigen“, sagt Antje Gahl, Ernährungswissenschaftlerin bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), gegenüber der Apotheken-Umschau.

Trotzdem muss nicht jedes Lebensmittel, das ein wenig Schimmel abbekommen hat, sofort weggeworfen werden. Es gilt aber dennoch: Bist Du Dir unsicher, dass lieber entsorgen statt essen!

Schimmel auf Obst, Gemüse, Milch und Co. – Diese Lebensmittel sofort wegwerfen

Es gibt Lebensmittel, die nach einem Schimmelbefall nicht mehr gerettet werden können. Die Schimmelstellen wegzuschneiden, hilft dann auch nichts mehr. Das Essen sollte sofort im Müll landen, damit sich die Pilze nicht weiter ausbreiten. Zu diesen Produkten zählen:

Grundsätzlich kann man sich merken: Je mehr Wasser in den Lebensmitteln ist, desto einfacher kann sich der Schimmel darin ausbreiten. Auch wenn scheinbar nur die Oberfläche mit einer dünnen Schimmelschicht überzogen ist, sollte das Essen entsorgt werden. Denn: Der Schimmel kann sich auch im Inneren ausbreiten.

Achte nach dem Kauf auf die richtige Lagerung der Lebensmittel, um die Schimmelbildung herauszuzögern. Übrigens: Es gehören sowieso nicht alle Einkäufe in den Kühlschrank. Wusstest Du beispielsweise, dass Tomaten gar nichts im Kühlfach verloren haben?

Bei Nüssen solltest Du darauf achten, ob der Schimmel bereits die Schale oder den Kern erreicht hat. Wenn dies der Fall ist, dann weg damit. „Nuss-Schimmel“ kann nämlich ebenfalls negative Auswirkungen auf Deinen Körper haben, beispielsweise kann er Leberkrebs verursachen.

Schimmel-Alarm – Diese Lebensmittel kannst Du vor der Mülltonne retten

Nun zu den Produkten, die Du trotz Schimmel retten und essen kannst. Du willst gerade zum Abendessen ein Stück Parmesan aus dem Kühlschrank nehmen und entdeckst grüne Flecken? Das ist erstmal kein Grund zur Panik. Solange sich der Schimmel nur an der Oberfläche befindet, kannst Du ihn einfach wegschneiden – dies gilt auch für andere Hartkäse-Sorten. Wichtig hierbei: Der Käse muss am Stück sein. Geriebenen oder gehobelten Varianten mit Schimmelflecken gehören direkt in die Tonne.

Ist Wurst angeschimmelt, musst Du sie auch wegwerfen. Es sei denn, es handelt sich um eine Edelsalami. Achte darauf, dass Du diese nach dem ersten Anschnitt in den Kühlschrank legst – sonst verdirbt auch sie.

Obst und Gemüse mit Schimmel gehören eigentlich in den Müll – mit einer Ausnahme: Äpfel. Rolf Geisen vom Max Rubner-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel in Karlsruhe, erklärt gegenüber Spektrum: „Anders sieht es bei Äpfeln aus, die durch einen Schimmelpilz verdorben sind. Dort kann das Pilzmyzel zwar auch in die Apfelmatrix hineinwachsen. Aber das Schimmelpilzgift dringt von der verschimmelten Stelle nur bis zu zwei Zentimeter weiter in den Apfel vor.“ Man kann also den sichtbaren Schimmel großzügig abschneiden und den restlichen Apfel essen.

Schimmel vorbeugen – Darauf solltest Du achten

Neben der richtigen Lagerung (kühl, trocken, dunkel) sollte man auch auf Hygiene achten. Reinige regelmäßig Obst- und Gemüsefächer und generell den Kühlschrank. Auch der Brotkasten sollte „krümelfrei“ und sauber sein. Schimmelkäse sollte außerdem separat aufbewahrt werden. Kontrolliere bereits beim Einkauf das Essen und achte auch danach immer mal wieder auf einen möglichen Schimmelbefall. (jol) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant