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„Umfassende Neuausrichtung“: Salamander und Klauser beantragen Schutzschirmverfahren

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Von: Daniel Hagen

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Zwei Traditionsunternehmen sollen eine Neuausrichtung erhalten. Dafür ist ein Schutzschirmverfahren beantragt worden. Was das für die Filialen und Mitarbeiter bedeutet:

Vor sechs Jahren übernimmt der deutsche Schuhhersteller und -händler Ara AG die beiden Konkurrenz-Unternehmen Salamander Deutschland GmbH und Klauser GmbH & Co. KG. Damals ist das Ziel, eine stabile und langfristige Strategie für die beiden bekannten Marken zu finden. Dieses Vorhaben ist wohl gescheitert. Denn wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, haben beide Unternehmen ein sogenanntes Schutzschirmverfahren beantragt, durch das eine „umfassende Neuausrichtung“ erreicht werden soll.

Schutzschirmverfahren für Filialen von Salamander und Klauser beantragt

Schutzschirmverfahren bedeutet, dass ein Gericht einen Sachverwalter bestimmt, der die Aufsicht über die Rettungsmission hat, während die Geschäftsführung weiterhin die Kontrolle behält. Die nötigen Anträge haben Salamander Deutschland GmbH & Co. KG. und Klauser GmbH & Co. KG. bereits am 13. Dezember beim Amtsgericht Wuppertal eingereicht, wo sie bewilligt worden sind. Seitdem ist Dr. Christian Holzmann von der Kanzlei CMS Hasche Sigle zum vorläufigen Sachverwalter ernannt worden. Erst vor kurzem hat der Schuhhändler Görtz Insolvenz anmelden müssen.

„Die Marke Salamander befindet sich NICHT im Schutzschirm. Tatsächlich ist der größte Teil der ara Gruppe von dem Schutzschirmverfahren gänzlich unbetroffen. Dies gilt etwa für die bekannten Marken ara Shoes und LLOYD. Auch die Kinderschuhmarke Lurchi sowie die Handelsmarke Salamander sind nicht Teil des Schutzschirmverfahrens – es bezieht sich lediglich auf das Filialgeschäft von Salamander und Klauser“, erklärt ein Unternehmenssprecher der Ara AG gegenüber HEIDELBERG24.

Schuhkonzern Salamander
Salamander und Klauser beantragen Schutzschirmverfahren (Symbolbild) © Bernd Thissen/dpa

Von den insgesamt 93 Filialen von Salamander und Klauser in Deutschland soll aber keine geschlossen werden. Der Betrieb laufe uneingeschränkt weiter. Auch die rund 950 Beschäftigten bleiben. Die Gehälter seien bis Februar 2023 gesichert. Anders sieht es bei den Angestellten des insolventen Unternehmens Galeria Kaufhof aus.

Die Geschichte von Salamander und Klauser

Die beiden Traditionsunternehmen blicken auf eine lange – und teilweise holprige – Geschichte zurück. Vor allem Salamander hat seit seiner Gründung 1905 einiges durchgemacht. Im Jahr 2004 meldet das Unternehmen Insolvenz an, nachdem auch die damalige Muttergesellschaft diesen Weg gegangen ist. Ein Jahr später folgt die Übernahme durch EganaGoldpfeil. Als der Handtaschenhersteller 2009 ebenfalls insolvent geht, wird die Kette Salamander kurz darauf vom Schuhhaus Klauser übernommen.

Im April 2016 wird das 1936 gegründete Schuhhaus Klauser zusammen mit Salamander von der Ara AG übernommen. Doch laut der Wirtschaftswoche leidet das Unternehmen – wie so viele andere – unter der Corona-Pandemie. Im Jahr 2020 macht die Aktiengesellschaft knapp 36 Millionen Euro Verlust. „Nun kommen in Folge des Ukrainekriegs steigende Energiekosten, hohe Inflation und eine erhebliche Eintrübung des konjunkturellen Umfelds hinzu“, heißt es in der Mitteilung der Salamander Deutschland GmbH & Co. KG. und Klauser GmbH & Co. KG.. Bis spätestens 31. Mai 2023 wolle man den finalen Plan zur Neuausrichtung zur Abstimmung bringen.

In einer früheren Variante des Artikels heißt es, dass die Unternehmen Salamander und Klauser Insolvenz anmelden müssen. Da ein Schutzschirmverfahren aber sehr viel komplexer ist, ist der Artikel noch einmal überarbeitet worden. (dh)

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