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Senf im Öko-Test 2021: Eindeutiges Labor-Ergebnis – Die Gewinner und Verlierer

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Öko-Test untersucht 20 Senf-Produkte auf Inhalt und Geschmack. Dabei stellt sich heraus, dass Bio-Marken besonders gut sind:

Er gehört auf die Bratwurst, zum Steak oder zum Honig: Senf! Egal, ob im Discounter, Supermarkt oder Bio-Laden – es gibt die unterschiedlichsten Senf-Marken. Öko-Test hat nun 20 mittelscharfe Senf-Marken untersucht und am Ende den Geschmackstest durchgeführt. Das Fazit: Acht Produkte erhalten die Bestnote „sehr gut“. In einigen anderen sind jedoch bedenkliche Inhaltsstoffe entdeckt worden, wie HEIDELBERG24* berichtet.

Senf im Öko-Test: Alle Bio-Marken erhalten die Bestnote „sehr gut“

Öko-Test erklärt, dass man mit Bio-Produkten nichts falsch machen kann. Sie enthalten keine Pestizide und andere Giftstoffe. Beim Verbrauchertest haben die Experten des Verbrauchermagazins erstmals auch auf den Problemstoff Bisphenol F geachtet. Dieser entsteht auf natürliche Weise in gelben Senfsaaten und steht auch im Verdacht wie ein Hormon zu wirken. Bei den Untersuchungen fällt Öko-Test außerdem auf, dass zwei Produkte gar nicht so viel Senf enthalten, wie es eigentlich vorgegeben ist. Dabei gilt Senf nicht nur als leckeres Gewürz, sondern kann sogar Krebs vorbeugen. Senföle haben eine antikanzerogene Wirkung, wie mehrere Forschungen zeigen.

Senf im Öko-Test: Glyphosat in der Häfte der Produkte gefunden

Wie Öko-Test* berichtet, ist in der Hälfte aller überprüften Senf-Marken das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat gefunden worden. Das Mittel wird häufig in der konventionellen Landwirtschaft eingesetzt und ist stark umstritten. Glyphosat tötet nicht nur Pflanzen ab, sondern entzieht Tieren auch eine wichtige Nahrungsquelle. Die Internationalen Krebsforschungsagentur (IARC) stuft das Pestizid auch als wahrscheinlich krebserregend für Menschen ein. Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) teilt diese Meinung wiederum nicht. „Zwar liegen die Gehalte, die wir gefunden haben, nur im Spurenbereich. Wir finden aber: Zur Sicherheit sollte Glyphosat schlicht gar nicht in Lebensmitteln vorkommen“, so Öko-Test.

Die Firma Bautz’ner Senf & Feinkost reagiert auf den Fund und teilt dem Verbrauchermagazin mit, dass die Umwelt bereits mit Glyphosat verseucht sei und deshalb das Mittel im Senf nachweisbar ist. „Die festgestellten Werte erklärt das unserer Meinung nach nicht“, so Öko-Test weiter. Der Hersteller erklärt auch, dass die Senfpflanze sonst absterben würde und man deshalb nicht Glyphosat einsetzte, aber auch hier widersprechen die Test-Experten. „Genau das ist eine mögliche Anwendung von Glyphosat: Landwirte können damit die Pflanzen vor der Ernte totspritzen, um die Reifung und den Erntezeitpunkt zu steuern.“

Öko-Test: Experten finden Hormon-Stoff und zu wenig Senf

Öko-Test untersucht die Senf-Produkte auf den Stoff Bisphenol F, der hormonell wirken soll. Die Experten finden in allen Senfen den Problemstoff. Man geht davon aus, dass er sich im Herstellungsprozess bildet, da er in gelben Senfsaaten enthalten ist. Die in den meisten Produkten festgestellten Spurengehalte seien unproblematisch. Als „erhöht“ kritisiert Öko-Test jedoch den Gehalt im Kania Delikatess Senf Mittelscharf von Lidl. Gesetzliche Grenzwerte für Bisphenol F gibt es nicht. Öko-Test hat kürzlich auch Sonnencremes untersucht, auch hier sind bedenkliche Stoffe gefunden worden*.

Ein weiterer Kritikpunkt finden die Tester bei K-Classic Delikatess Senf Mittelscharf und der Byodo Mittelscharfer Senf. Deren Senfanteil ist niedriger an die angegebene Mindestgrenze.

Senf im Öko-Test: Alle Marken überzeugen beim Geschmackstest

Die Senfe müssen sich auch in einem Geschmackstest von geschulten Sensoriker:innen beweisen. Die Prüfer finden jedoch keinerlei Beanstandungsgründe. Es schmecken zwar alle Produkte etwas anders, aber alle erhalten die Bestnote. Besonders positiv seien Proben mit frischen Senfnoten aufgefallen, die an Meerrettich erinnern und dem Senf einen Extra-Kick geben. Andere würden leicht süß oder nach Kräutern schmecken. Unterschiede gebe es auch in der Schärfe: Das Spektrum reicht von leicht bis stark scharf. Den Experten zufolge ist das für mittelscharfen Senf normal und, so wie die liebste Würstchensorte, Geschmackssache.

Senf im Öko-Test: Die Gewinner und Verlierer

Abschließend vergibt Öko-Test acht Marken die Bestnote „sehr gut“. Andere Marken schneiden jedoch schlechter ab. Doch zunächst die Gewinner:

Die drei Verlierer mit der Note „befriedigend“ sind:

(jol) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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