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Sonnenblumenöl im Test: dm-Produkt kassiert Klatsche

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Von: Klaudia Kendi-Prill

Öko-Test hat 21 Sonnenblumenöle unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Drei Produkte werden mit „mangelhaft“ bewertet, ein dm-Produkt sogar mit der Note 6.

Sonnenblumenöl gilt in der Küche als Alleskönner. Da es sehr hitzebeständig ist, eignet es sich besonders gut um Fleisch scharf anzubraten. Darüber hinaus zeichnet sich Sonnenblumenöl durch viel Vitamin E und ungesättigten Fettsäuren aus. Kaltgepresste Sonnenblumenöle passen durch ihr nussiges Aroma wiederum zu Salaten. Da raffiniertes Sonnenöl relativ neutral schmeckt, passt es zu einer Vielzahl von Gerichten. Doch welches Sonnenblumenöl ist das beste und für die Gesundheit am unbedenklichsten? Die Ergebnisse von Öko-Test hat HEIDELBERG24* zusammengefasst:

Die Experten von Öko-Test* haben 21 Sonnenblumenöle eingekauft von denen die meisten „nativ“, also unbehandelt sind. Darunter sind neun raffinierte und zwölf kaltgepresste. Alle der getesteten Sonnenblumenöle sind mit Mineralöl verunreinigt. Aus diesem Grund erhält nur eins der getesteten Sonnenblumenöle die Gesamtnote „sehr gut“. Dabei handelt es sich um das kaltgepresste Bio Planete Sonnenblumenöl nativ classic für 6,98 Euro. Auch in diesem Produkt finden sich Spuren von Mineralölbestandteile MOSH/Mosh-Analoge.

Sonnenblumenöl bei Öko-Test: Mineralölrückstände in allen getesteten Produkten

Die gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffe sammeln sich in menschlichen Organen wie der Leber an. Ob sie die Gesundheit negativ beeinträchtigen, ist noch unklar. Einen gesetzlichen Grenzwert gibt es nicht. Alle anderen getesteten Öle sind mit Gehalten belastet, die Öko-Test als „leicht erhöht“ bewertet. In Thomy Reines Sonnenblumenöl und in Penny Reines Sonnenblumenöl sind die Werte sogar „stark erhöht“. Mineralöle in Lebensmitteln können von Altpapierverpackungen, in der Produktion verwendeten Schmierstoffen oder Form-Walz- oder Klebstoffen herrühren.

Öko-Test untersucht Sonnenblumenöle: Krebserregende PAK in zwei Produkten gefunden

Die Experten von Öko-Test haben im Dennree Sonnenblumenöl kalt gepresst und in Gut Bio Sonnenblumenöl nativ kalt gepresst die krebserregende Substanz Benzoapyren nachgewiesen. Die polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) können unter anderem über Rauch und Abgase in Lebensmittel gelangen. Dies könnte bereits vor dem Trocknen und Pressen der Sonnenblumenkerne erfolgt sein. Die beiden Produkte kassieren beide die Note „mangelhaft“.

Sonnenblumenöl im Test: dm-Produkt kassiert Note 6

Besonders enttäuschend schneidet das Bio-Pflanzenöl von DM* ab. Mit dem Gesamturteil „ungenügend“ landet dm Bio Sonnenblumenöl, kaltgepresst auf dem letzten Platz. Im Labor ist aufgefallen, dass das Sonnenblumenöl vom dm stark erhöhte Werte des Schimmelpilzgifts Alternariolmonomethylether (AME) enthält. In Zellstudien hat sich AME als erbgutschädigend erwiesen. Bisher gibt es jedoch keinen gesetzlichen Grenzwert. Öko-Test hat sich bei der Bewertung an einem ersten Vorschlag der EU-Kommission für einen Richtwert orientiert. Dieses Schimmelpilzgift hat Öko-Test auch in mehreren Tomatenmark-Produkten entdeckt*.

Zudem steckt in dem dm-Produkt ein erhöhter Anteil an Mineralölrückständen. Die Sensorik-Experten haben auch am Geschmack des Öls etwas auszusetzen. Laut ihnen schmeckt es „leicht chemisch“. Im Penny-Öl kritisieren die Experten eine leicht saatige Note, das Gut Bio Sonnenblumenöl schmeckt leicht stichig.

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Sonnenblumenöl sollte nicht die erste Wahl sein

Wer Sonnenblumenöl mag, sollte es im Wechsel mit Raps- und Olivenöl verwenden. Denn Sonnenblumenöl enthält einen hohen Anteil an zweifach ungesättigter Linolsäure, die nach der Oxidation im Körper als Plaques in den Arterien abgelagert wird, so Speiseöl-Experte Bertrand Matthäus vom Max-Rubner-Institut: „Linolsäure wirkt entzündungsfördernd, während die etwa im Rapsöl enthaltene alpha-Linolensäure entzündungshemmend wirkt.“ (kp) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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