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Sonnencremes im Öko-Test 2021: Diese 3 Marken sind „ungenügend“

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Öko-Test nimmt 22 Sonnencremes unter die Lupe. Drei Produkte fallen bei der Kontrolle kläglich durch, weil sie gefährliche Stoffe beinhalten:

Mit dem Juni beginnt auch der meteorologische Sommeranfang. Spätestens dann wünschen wir uns 30 Grad im Schatten, um gemütlich am See zu liegen und uns die Sonne auf den Pelz scheinen zu lassen. Doch niemals sollte beim Sonnenbad das Eincremen vergessen werden, denn sonst droht schmerzhafter Sonnenbrand. Wahrscheinlich hat sich jeder von uns schon einmal eine knallrote Haut nach einem längeren Aufenthalt in der Sonne zugezogen. Nach ein paar Tagen verschwindet zwar der Schmerz wieder und die Haut sieht ganz normal aus, allerdings ist der Sonnenbrand eine Hauptursache für schwarzen Hautkrebs. Um das zu vermeiden, sollte man eine gute Sonnencreme benutzen. Wie HEIDELBERG24* berichtet, hat Öko-Test nun 22 Produkte mit einem hohen Lichtschutzfaktor unter die Lupe genommen. Nur vier erhalten die Bestnote, bei zahlreichen anderen Marken haben die Experten große Bedenken.

Sonnencremes im Öko-Test: Vom Discounter bis Reformhaus – Experten untersuchen 22 Produkte

Öko-Test* kauft für die Untersuchung Sonnencremes vom Discounter, (Bio-)Supermärkten, Apotheke und Reformhäuser. Jede dritte Creme ist dabei eine zertifizierte Naturkosmetik. Bei der Forschung fallen den Experten mehrere unbefriedigende Inhaltsstoffe auf – vor allem in Sonnencremes mit UV-Filtern. Diese Produkte enthalten einen Stoff, der vermutlich krebserregend ist. Außerdem entdecken die Forscher noch andere bedenkliche Substanzen.

„Sonnencreme ist wichtig. Sie schützt vor Sonnenbrand und beugt so Hautkrebs vor. Deshalb gilt es, sich vorm Wandern, Radeln oder Planschen im Meer dick einzucremen. Leider folgt ein „Aber“: Denn mit manchen Sonnencremes schmieren wir uns Problemstoffe auf die Haut“, schreibt Öko-Test.

Sonnencremes im Öko-Test: Experten mit schockierender Entdeckung – UV-Filter sind krebserregend

Der erste Hauptkritikpunkt sind die UV-Filter in Sonnencremes. Laut Öko-Test ist Benzophenon, ein Zerfallsprodukt des UV-Filters Octocrylen, gefunden worden. Dieser Stoff gilt als wahrscheinlich krebserregend. Alle sieben getesteten Produkte mit einem UV-Filter erhalten Benzophenon und werden deshalb von den Experten bemängelt. Laut Öko-Test sind in den restlichen 15 Produkten deutlich geringere Werte des Zerfallsstoffes gefunden worden. Das Verbrauchermagazin weist jedoch auf Studien aus USA und Frankreich hin, wo Sonnencremes im Langzeit-Labor untersucht wurden. Dabei wurde klar: Benzophenon kann im Laufe der Zeit in allen Sonnencremes stark ansteigen.

Wie gefährlich Benzophenon wirklich ist, ist bislang noch unklar. Das wissenschaftliche Beratergremium der EU (SCCS) stuft den Stoff als „gefährliche Verunreinigung“ ein, das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) geht derzeit von keinen gesundheitlichen Beeinträchtigungen aus. Jedoch fehlen bislang repräsentative Daten, weshalb „eine grundsätzliche Empfehlung nicht möglich“ ist, zitiert Öko-Test das BfR.

Sonnencremes im Öko-Test: Finger weg von chemischen UV-Filtern

Nicht nur das Zerfallsprodukt, sondern auch der Stoff Octocrylen sieht Öko-Test bedenklich. Denn: Es gebe Hinweise für hormonelle Wirkungen in Laborversuchen. Zwar hält das SCCS Sonnencremes mit den erlaubten Höchstmengen für sicher, die Experten des Verbrauchermagazins raten aber von Sonnencremes mit Octocrylen ab. Sie bemängeln auch den UV-Filter Ethylhexylmethoxycinnamat. Warum? Auch er soll wie ein Hormon wirken.

Grundsätzlich zeigen die Sonnencreme-Untersuchungen, dass man mineralische statt chemisch-organische Filter bevorzugen soll. Zwar steht der in Naturkosmetik gefundene Filter Titandioxid auch im Verdacht krebserregend zu sein (wenn er einatme wird) aber: „Für ÖKO-TEST ist es nach jetzigem Kenntnisstand in Sonnencremes für die Haut immer noch die bessere Wahl als die chemischen Filter.“ Zum Vergleich: Chemische Filter legen sich nicht auf die Haut, sondern dringen ein und wirken wie ein Hormon.

Sonnencremes im Öko-Test: Trotz „wasserfest“ – Experten warnen vor Umweltproblemen

Neben den UV-Filtern finden die Experten von Öko-Test in einigen Sonnencremes PEG-Verbindungen, die die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen können. Auch werden halogenorganische Verbinden gefunden. Vielen von ihnen gelten als allergieauslösend, manche erzeugen Krebs und fast alle reichern sich in der Umwelt an. 

Apropos Umwelt: Sonnencremes können die Umwelt schädigen. So löst sich oft ein Film von der Haut und landet im Wasser. Selbst als wasserfest beworbene Cremes würden beim Baden nur teilweise auf der Haut bleiben. Auch achtet Öko-Test auf Plastik-sparende Verpackung und recyceltes Plastik.

Sonnencremes im Öko-Test: Die Gewinner und Verlierer

So, nun aber zu den Gewinner und Verlierern im Öko-Test. Vier der 22 Sonnencremes mit einem hohen Lichtschutzfaktor erhalten die Bestnote „sehr gut“. Aufgrund bedenklicher Inhaltsstoffe wird der Kauf von drei Sonnencremes abgeraten. Sie fallen mit „ungenügend“ durch. Auch bei After-Sun-Produkten gibt es neben zahlreichen sehr guten Lotionen von Öko-Test jeweils dreimal die Note „mangelhaft“ und „ungenügend“

Bestnote „sehr gut“:

Note „ungenügend“:

(jol) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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