Das denken Experten über das Vakzin

Sputnik V: So sicher soll der Corona-Impfstoff aus Russland wirklich sein

Der Corona-Impfstoff Sputnik V aus Russland wird aktuell als neuer Hoffnungsträger angesehen. Doch Experten sind nicht sonderlich begeistert:

Wir alle hoffen, dass die Corona-Krise bald vorbei ist. Damit die Pandemie ein Ende findet, muss ein Großteil der Bevölkerung geimpft sein. Allerdings sorgen Lieferengpässe und ein Entscheidungs-Wirrwarr um den AstraZeneca-Impfstoff für eine schleppende Impfkampagne in Deutschland. Damit die ganze Angelegenheit etwas mehr Schwung erhält, müssen Impfstoff-Hersteller wie BioNTech und Pfizer sowie Moderna mehr Vakzine produzieren. Gleichzeitig will Deutschland auf weitere Impfstoffe setzen. Diese werden unter anderem in den USA und Russland herstellt. Allerdings sorgt das Vakzin aus Osteuropa für jede Menge Gesprächsstoff. Das berichtet HEIDELBERG24*.

ImpfstoffSputnik V
HerstellungslandRussland
VarianteVektorbasierter Impfstoff

Corona-Impfstoff Sputnik V: Söder und Spahn verhandeln mit Russland

Der Corona-Impfstoff aus Russland trägt den Namen „Sputnik V“ und sorgte bereits im Sommer 2020 für jede Menge Aufsehen. Denn Russland kündigte bereits zu diesem Zeitpunkt an, ein wirksames Gegenmittel für eine Corona-Erkrankung entwickelt zu haben. Während die Einheimischen dann schon gespritzt wurden, wurde der Impfstoff hierzulande als Propaganda-Mittel kritisiert. Doch mittlerweile werden auch Stimmen in Deutschland immer lauter, die die Zulassung des Sputnik-Corona-Impfstoffes fordern.

Im Morgenmagazin der ARD und ZDF erklärt der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (STIKO), Thomas Mertes, dass es „prinzipiell gut“ sei, sich den Impfstoff zu sichern. Würde Sputnik V in Europa geprüft und zugelassen, hätte er gegen den Wirkstoff nichts einzuwenden. Er beruft sich dabei auf die im Fachmagazin „The Lancet“ veröffentlichten Daten, die seiner Meinung nach „sehr gut“ aussehen.

Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hält scheinbar große Stücke auf den Corona-Impfstoff aus Russland. Wie Spiegel berichtet, soll Söder bereits einen Vorvertrag für Bayern aufgesetzt haben. Darin sichere er dem Bundesland 2,5 Millionen Impfdosen zu. Gesundheitsminister Jens Spahn soll ebenfalls Verhandlungen mit Russland gestartet haben.

Sputnik V: EMA lässt Corona-Impfstoff prüfen – Zulassung kann Monate dauern

Allerdings zieht die europäische Arzneimittel-Agentur EMA bislang nicht mit. Sie hat zwar den Antrag des russischen Herstellers erhalten und das Prüfverfahren eröffnet, aber das bedeutet noch lange nicht, dass der Impfstoff zugelassen wird. Es würden noch viele wichtige Daten fehlen, wie die Tagesschau berichtet. Das Prüfverfahren könne so mehrere Monate dauern, weshalb wiederum Jens Spahn schon jetzt Gespräche mit Russland führen und unabhängig von der EMA-Entscheidung Impfdosen für Deutschland bestellen will.

Sputnik V: Diese Nebenwirkungen drohen beim Corona-Impfstoff

Spuntik V funktioniert ähnlich wie die Impfstoffe von Johnson & Johnson und AstraZeneca. Auch hier handelt es sich um einen vektorbasierten Impfstoff, der allerdings zwei unterschiedliche Trägerviren beinhaltet. Für die erste Impfung werden demnach anderen Viren in den Körper gespritzt, als in der zweiten. Damit erhofft man sich eine bessere Immunantwort im Körper. Bereits bei anderen Impfstoffen, wie beispielsweise für Ebola, wird dies angewandt. Ebenso wird dieses Verfahren aktuell bei AstraZeneca-Impfungen für unter 60-Jährige empfohlen. Die betroffenen Personen sollen bei der Zweitimpfung die Vakzine von BioNTech oder Moderna erhalten.

Laut dem Fachblatt „The Lancet“ bietet Sputnik V einen 91,6 prozentigen Schutz vor dem Coronavirus. Insgesamt haben 20.000 Personen hierfür an Studien teilgenommen. Allerdings wird von Experten kritisiert, dass die Studienbedingungen nicht immer gleich gewesen seien und so das Ergebnis verfälscht sein könnte. Auch bei den angegebenen Nebenwirkungen gibt es Bedenken. Laut The Lancet leiden die meisten Probanden an Grippe-ähnlichen Symptomen sowie Erschöpfung und Schmerzen am Arm. Der Molekularbiologe Enrico Bucci, der in Italien ein Institut für wissenschaftliche Integrität namens Resis leitet, erklärt aber, dass genaue Rohdaten immer noch nicht veröffentlicht seien und Transparenz fehle. Laut Tagesschau seien bisher vier Todesfälle infolge einer Sputnik-Impfung gemeldet worden. Allein in Russland haben 10 Millionen Menschen das Vakzin erhalten, in weiteren 49 Ländern wird Sputik ebenfalls benutzt. *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Mohammed Talatene/picture alliance/dpa

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