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Stiftung Warentest: Schock-Ergebnis für Kuscheltiere – ein Spielzeug geht sogar in Flammen auf

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Von: Leon Berent

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Viele Kinder wünschen sich zu Weih­nachten Eiskönigin Elsa oder Peppa Pig als Spielkameraden. Die Stiftung Warentest hat 22 Plüschtiere und Figuren ins Labor geschickt, darunter Spielzeug von Disney, Kik und Steiff.

Kuscheltiere und Puppen begleiten uns durch die Kindheit, spenden Trost und helfen gegen Einsamkeit. Leider stehen Kuscheltiere und andere Spielzeuge aber auch immer wieder wegen zu hoher Schadstoffbelastung und anderen Sicherheitsmängeln in der Kritik. Verbraucherschützer verweisen in diesem Zusammenhang oft darauf, dass die gesetzlichen Regelungen in Deutschland nicht streng genug seien. Es handle sich eher um Mindestanforderungen, die keine wirkliche Sicherheit bieten. Die Stiftung Warentest klärt nun auf:

NameStiftung Warentest
Gründung4. Dezember 1964, Berlin
CEOHubertus Primus (seit 2. Jan. 2012)
HauptsitzBerlin

Stiftung Warentest: Steht das CE-Zeichen für Sicherheit?

Auf fast allen europäischen Produkten findet sich das sogenannte CE-Zeichen. CE steht für Conformité Européenne (frz. für „Europäische Konformität“). Das CE-Zeichen sagt aber weder etwas über die Qualität noch über die Sicherheit eines Produktes aus. Verbraucher sollten auf das deutsche Zeichen „GS - Geprüfte Sicherheit“ achten. GS-Produkte wurden von neutralen Stellen auf ihre Sicherheit hin überprüft. Derart zertifizierte Kuscheltiere und Spielzeuge sind auf Schadstoffe und andere Mängel untersucht worden.

Das «CE»-Zeichen sagt weder etwas über die Qualität noch über die Sicherheit eines Produktes aus.
Das «CE»-Zeichen sagt weder etwas über die Qualität noch über die Sicherheit eines Produktes aus. © Jens Schierenbeck/dpa/gms

Neben Prüfsiegeln lässt sich die Qualität eines Kuscheltiers bis zu einem gewissen Grad natürlich auch selbst überprüfen. Verbraucherschützer nennen folgende Anzeichen für Sicherheitsrisiken bei Spielzeugen:

Außerdem seien vor allem billig produzierte Spielzeuge oft minderwertig verarbeitet und hätten daher Sicherheitsmängel.

Stiftung Warentest: 22 Kuscheltiere und Spielzeuge im Test

Doch wie so oft räumt die Stiftung Warentest mit gängigen Klischees auf: In der test-Ausgabe 12/2020 knöpfen sich die Tester die Kuscheltiere vieler großer Marken vor. Darunter auch Steiff, Simba, Kik, IKEA, Nici, Rossman und dm. Die Bilanz: Die Prüfer können nur 11 der 22 getesteten Spielzeuge empfehlen.

Was überrascht: Die günstigen Produkte schneiden nicht schlechter ab als die teuren. So werden beispielsweise sowohl ein Bär von Kik (8 Euro) und ein Orang-Utan von IKEA (13 Euro) als auch ein Hase von Steiff (39,50 Euro) mit „Gut“ bewertet.

Und auch unter den drei mit der Note „Sehr gut“ bewerteten Produkten sind zwei vergleichsweise günstige Kuscheltiere: Ein Dino der dm-Eigenmarke Pusblu (5,95 Euro) und ein Hund der Eigenmarke Babydream von Rossmann (4,70 Euro). Ebenfalls „sehr gut“ ist ein Sorgenfresser von Schmidt Spiele (16,80 Euro).

Stiftung Warentest: Finger weg! – diese 8 Kuscheltiere und Puppen rasseln durch

Die Note „Mangelhaft“ vergeben die Tester an diese 8 Kandidaten:

Stiftung Warentest: Warnung vor verschluckbaren Kleinteilen und Erstickungsgefahr

Die schlechte Note der 8 oben genannten Kuscheltiere hat unterschiedliche Gründe: Bei den Produkten von „Käthe Kruse“ und „Senger Naturwelt“ ist die Verpackungsfolie zu dünn, wodurch Erstickungsgefahr droht. Bei Peppa Pig von „Ty“ löst sich der Aufkleber am Etikett zu leicht – was bei Kleinkindern zur Gefahr durch Verschlucken werden kann.

Gefahr durch verschluckbare Kleinteile besteht ebenso auch beim Einhorn von „Ty“, wo sich die Glitzer-Pailletten am Tier selbst lösen können. Eine ganz andere Gefahr geht von der Siamkatze von „Teddy Hermann“ aus: Beim Belastungstest geht das Kuscheltier in Flammen auf.

Stiftung Warentest: Krebserregende Kuscheltiere

Verschluckbare Kleinteile bei Kuscheltieren sind nicht akzeptabel, aber irgendwo nachvollziehbar. Bei einem anderen Mangel ist jedoch kein Verständnis angebracht: Bei einigen Plüschspielzeugen bestehen dem Test nach Risiken durch Schadstoffe. Beispielsweise haben die Tester im Schuh der Plüsch-Prinzessin Elsa von Disney den Stoff TCPP gefunden, der in Verdacht steht, krebserregend zu sein. Im Ohr von Kösens Terrier ist mit Formaldehyd ebenfalls ein krebserregender Stoff nachgewiesen worden. 

Auch das Kuscheltier „Mabel“ der Firma Sterntaler enthält mit Naphthalin eine Substanz, die „vermutlich Krebs erzeugen kann“, wie es das Bundesinstitut für Risikobewertung formuliert. Trotz der ernüchternden Bilanz einer 50-prozentigen Durchfallquote haben die Tester auch eine gute Nachricht: Die Schadstoffbelastung im aktuellen Test ist viel geringer als beim letzten Spielzeug-Test. (lpb)

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