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Stadtwerke ziehen Strompreis gewaltig an – teils mehr als 4.000 Euro im Jahr

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Von: Jason Blaschke

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In Baden-Württemberg machen mehrere Stadtwerke ernst und ziehen die Strompreise ab 1. Januar 2023 an. Lesen Sie hier, ob auch ihr Anbieter dabei ist.

Stuttgart – Die Kämpfe in der Ukraine und der davon ausgelöste Energie- und Gaskonflikt mit Russland wirken sich weiter massiv auf die Verbraucherpreise in Baden-Württemberg und ganz Deutschland aus. Eine Entwicklung, die auch die Inflation von aktuell 10,4 Prozent widerspiegelt. Die Hauptursache für die Rekord-Inflationsrate seien die weiter enormen Preissteigerungen bei Energieprodukten, bestätigt Georg Thiel, der Präsident des Statistischen Bundesamtes.

Stadtwerke in Baden-Württemberg ziehen Strompreis an – über 4.700 Euro/Jahr

Schon seit Monaten ziehen die Preise für Gas oder auch Heizöl kräftig an. Und auch der Strom gehört bald dazu. Erst vor ein paar Wochen wurde bekannt, dass der Strompreis ab 2023 gewaltig ansteigen soll. Und was vor Wochen noch eine Prognose war, ist bei vielen Stromanbietern bald Realität. Wie eine Auswertung von „CHECK24“ für BW24 zeigt, drehen mehrere Anbieter in Baden-Württemberg gerade gewaltig an der Preisschraube.

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Wer 2022 noch knapp 1.380 Euro pro Jahr für seinen Strom gezahlt hat, muss bei gleichem Verbrauch für 2023 mit über 4.600 Euro kalkulieren. Im genannten Beispiel sind das stolze 3.220 Euro mehr im Jahr. Kein Einzelfall, in der Auflistung von „CHECK24“ werden insgesamt 10 Stromanbieter genannt, die ab 1. Januar 2023 ihre Strompreise im Grundtarif anpassen. Die Preise in der Tabelle wurden auf Grundlage eines mittleren Jahresverbrauchs von 5.000 Kilowattstunden (kWh) ermittelt.

StromanbieterPreis für 5.000 kWh pro Jahr ab 01/23
Stadtwerke Neuffen AG4.703 EUR (2022: 1.758 EUR)
Stadtwerke Haslach4.617 EUR (2022: 1.382 EUR)
Gebr. Heinzelmann Stromhandels- und Vertriebs-GmbH & Co. KG4.612 EUR (2022: 1.763 EUR)
Stadtwerke Crailsheim GmbH4.359 EUR (2022: 1.781 EUR)
Stadtwerke Gengenbach Versorgungsbetriebe3.649 EUR (2022: 1.568 EUR)
Stadtwerke Walldorf GmbH & Co. KG3.441 EUR (2022: 1.546 EUR)
Stadtwerke Heidelberg Energie GmbH3.150 EUR (2022: 1.554 EUR)
Stadtwerke Mössingen2.947 EUR (2022: 1.405 EUR)
Stadtwerke Sindelfingen GmbH2.586 EUR (2022: 1.298 EUR)
Albstadtwerke GmbH3.401 EUR (2022: 1.710 EUR)

Quelle: CHECK24 Vergleichsportal Energie GmbH für BW24 (Stand, 24. November 2022)

Strompreis an der Börse kein gutes Omen: Experte mit düsterer Prognose

Die Tabelle umfasst nur die 10 Stromanbieter in Baden-Württemberg, die ihre Strompreise am stärksten verteuert haben. Doch bereits bei dieser Auswahl lässt sich der Preistrend nach oben deutlich erkennen. „Die Verbraucher müssen sie sich auf deutlich steigende Preise einstellen“, sagt Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei CHECK24.  Die Gaskraftwerke seien essenziell im deutschen Strommix, um schwankende erneuerbare Energien auszugleichen.

Bedeutet: „Die Gaskraftwerke bestimmen den Strompreis an der Börse maßgeblich mit“, erklärt Suttner. Stand 24. November 2022 kostet die Megawattstunde Strom an der Börse 289,90 Euro, berichtet das Statistikportal „Energy-Charts“. Vielen Verbrauchern ist 2022 zugutegekommen, dass ihr Stromanbieter im vergangenen Jahr noch zu günstigeren Preisen eingekauft hat – ein Vorteil, der ab 2023 verpufft. Dann müssen viele Stromanbieter die Mehrkosten an ihre Kunden weitergeben.

Die Verbraucher müssen sie sich auf deutlich steigende Preise einstellen.

Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei CHECK24

Strompreise schießen in die Höhe – „weg mit EEG-Umlage und CO2-Steuer“

Viele User auf Facebook fordert vonseiten der Politik deshalb mehr Unterstützung. „Weg mit der EEG-Umlagesteuer und der CO2-Steuer und schon haben wir gespart“, schreibt etwa ein Nutzer unter einen Beitrag von BW24. „Wir sollten in der Heizperiode in den sonnigen Süden fliegen“, meint ein anderer. Das klingt erst mal abstrus, kann sich in bestimmten Fällen aber rechnen. Welche fünf Länder für einen Langzeit-Urlaub in der Energiekrise preisgünstig infrage kommen, haben wir für Sie zusammengefasst.

Und ein Land macht sogar intensiv Werbung dafür: Griechenland. Mit den Worten „Wir warten auf Sie“ hat vor ein paar Wochen der griechische Tourismusminister für ein Winter-Asyl der Deutschen in Griechenland intensiv geworben. Im Hinblick auf die Reaktionen auf Facebook gibt es aber auch schon einige Entlastungen in der Energiekrise, die Verbraucher bekommen können. Mit Blick auf die Energiepreise ist das etwa der Heizkostenzuschuss von bis zu 800 Euro.

Strompreise belasten Verbraucher: Diese Entlastung kann man beantragen

Von der Ampel-Koalition wurde zudem eine Wohngeld-Reform ab Januar 2023 beschlossen, von der noch mehr Bürger als bisher in Baden-Württemberg und ganz Deutschland profitieren sollen. Gerade im Hinblick auf die rasant steigenden Energiepreise kann sich ein Antrag auf die monatliche Finanzspritze lohnen. Die Nachteile: Man muss seine gesamten Einnahmen offenlegen und oft dauert die Bearbeitungszeit bei der Wohngeldbehörde ihre Zeit.

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