Geheimnis aufgedeckt

Supermarkt-Mitarbeiter packen aus: Das passiert mit den Brötchen vom Vortag

Ein Mann steht vor einem Supermarkt-Regal voller Backwaren. (Symbolfoto)
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Backwaren im Supermarkt: Was passiert mit dem Brot, das nicht verkauft wurde? (Symbolfoto)

Supermarkt: Immer mehr Deutsche kaufen ihre Backwaren im Discounter oder Supermarkt. Doch was passiert eigentlich nach Ladenschluss mit den Backwaren? Landen sie im Müll?

  • Kaufland* und Co.: Viele Kunden kaufen Brot und Brötchen aus Backautomaten im Supermarkt oder Discounter.
  • Doch was passiert mit den Backwaren, die nicht verkauft wurden? Werden sie weggeworfen?
  • Das machen große Supermärkte wie Kaufland, Edeka oder Aldi am Ende des Tages mit den Resten:

Neben abgepackten Backwaren wie Brot und Brötchen verkaufen die großen Supermärkte und Discounter in Deutschland wie Kaufland oder Lidl auch frisch aufgebacken an sogenannten Backstationen. Doch während verpacktes Brot im Supermarkt auch mal mehrere Tage im Regal liegen kann, müssen die am Automaten aufgebackenen Backwaren nach viel kürzerer Zeit aus den Auslagen verschwinden. Doch was passiert mit Brot und Brötchen, die nicht verkauft wurden? Werden die Backwaren einfach weggeworfen oder sinnvoll weiterverwendet?

Kaufland und Co.: Was machen Supermärkte mit Backwaren, die nicht verkauft wurden?

Wie HEIDELBERG24* berichtet, bieten Kaufland, Edeka und Co. bereits seit Jahren Brot und Brötchen zu unschlagbaren Preisen an. Der Stern berichtet, dass in Deutschland mittlerweile jedes vierte frische Brot beim Discounter gekauft wird. Laut Bericht würden jährlich rund 130.000 vorgebackene Brote nach Deutschland importiert. Wachstum und Preisdruck können gelegentlich aber auch zu Fehlern führen – wie zuletzt eine Rückruf-Aktion bei Kaufland zeigte.

Mit der traditionell hergestellten Backwaren in der Bäckerei haben die Bake-Off-Brötchen allerdings wenig zu tun. So leidet die Qualität, aber nicht der Geldbeutel. Doch können Kunden ihr Brot und ihre Brötchen aus dem Supermarkt oder Discounter trotzdem guten Gewissens kaufen? Oder landen die Backwaren, die am Ende des Tages keinen Käufer gefunden haben, in der Tonne? Offenbar nicht! Denn Supermärkte wie Kaufland, Aldi, Lidl* und Penny orientieren sich an der Nachfrage der Kunden.

Backwaren aus dem Supermarkt: Wie Discounter Überschüsse bei Brot und Brötchen vermeiden

Wie chip.de berichtet, hätten mehrere Disounter dem Portal gegenüber bestätigt, dass ihre Mitarbeiter genau wüssten, wann sie vor Ladenschluss das letzte Mal den Backofen anschalten müssten, um Überschüsse an Backwaren zu vermeiden. „Für die frisch gebackenen Backwaren arbeitet daher jede Filiale mit einem sogenannten Backschema“, zitiert chip.de einen Lidl-Sprecher. Das heißt: Je geringer der tägliche Ansturm auf Brot und Brötchen aus dem Backautomaten, desto weniger wird auch gebacken. Es komme sogar eine Software zum Einsatz, die für die Supermarkt-Mitarbeiter die erwarteten Abverkäufe berechne.

Doch was ist, wenn doch mal etwas übrig bleibt? Zunächst werden die Backwaren am nächsten Tag für die Kunden reduziert – und das bis zu 30 Prozent. Sparen können Kunden von Supermärkten übrigens bald auch dank der Mehrwertsteuer-Senkung – denn dann verzichten Discounter auf einen altbekannten Trick bei den Preisen.* Alle Discounter und Supermärkte, die von chip.de angefragt wurden, haben außerdem erklärt, dass sie noch essbares Brot und Brötchen spenden würden – etwa an Einrichtungen wie die Tafel. Ein Blick hinter die Kulissen lohnt sich auch in diesem Fall: HEIDELBERG24* erklärt warum auf Aldi-Kassenzetteln das Restgeld nicht aufgeführt ist und welche Supermarktkette die höchsten Gehälter zahlt*.

Kaufland, Lidl und Co.: Supermärkte und Discounter spenden nicht verkaufte Backwaren

Und wenn das altbackene Brot nicht mehr genießbar ist? „Backwaren, die nicht mehr verkaufsfähig sind und nicht mehr gespendet werden könne, geben wir an weiterverarbeitende Betriebe ab. Diese verwenden sie unter anderem zur Herstellung von Tierfuttermittel“, zitiert chip.de einen Lidl-Sprecher. Manche Supermärkte und Discounter würden die Backwaren-Reste beispielsweise aber auch zur Herstellung von Rohbiogas an Biogasanlagen weiter geben – oder sie zu Paniermehl weiterverarbeiten. Aldi, Kaufland und Co. wollen übrigends das Kükenschreddern verhindern und ändern deshalb ihr Eier-Sortiment.

Aus alten Brötchen aus dem Supermarkt wird auch Paniermehl gemacht. (Symbolfoto)

In der Mülltonne landen nach Ladenschluss also höchstens die alten Preisschilder. Beim Einkaufen kann man ruhigen Gewissens zum günstigen Brötchen greifen – auch wenn man sich hin und wieder auch traditionell verarbeitete Backwaren von der Bäckerei um die Ecke gönnen sollte. Man schmeckt den Unterschied – und unterstützt, vor allem in Zeiten der Corona-Pandemie*, auch noch ein lokales Unternehmen. Augen auf beim Kauf heißt es jedoch aktuell umso mehr beim Fleisch aus dem Supermarkt*. Denn nach dem Corona-Ausbruch in der Tönnies-Fabrik in Gütersloh fragen sich viele Verbraucher, was sie nun beachten müssen. Stiftung Warentest hat zudem Grillfleisch aus Supermarkt und Discounter untersucht - und in zwei Dritteln der Produkte Keime gefunden!* Übrigens: Kaufland hat den Online-Shop der Warenhauskette Real übernommen* - und will das Portal umbennen Stiftung Warentest hat darüber hinaus auch Spülmaschinen-Tabs untersucht. Drei von 14 Hersteller fallen mit ihren Produkten dabei durch. (kab) *HEIDELBERG24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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