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Edeka: Supermarkt schmeißt AfD-Produkt raus – „True Fruits“ reagiert sofort

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Von: Katja Becher

Edeka weigert sich, ein Smoothie-Produkt mit AfD-Aufdruck zu verkaufen. Für diese Entscheidung wird der Supermarkt jetzt im Netz gefeiert.

Zur Bundestagswahl hat sich „True Fruits“ eine Aktion ausgedacht, die jetzt für Aufregung und Diskussionen im Handel und im Netz sorgt. Denn seine Flaschen hat der Smoothe-Hersteller mit Namen und Programme verschiedener Parteien versehen – auch eine AfD-Version findet man neben CDU, Grünen und Co. in der Flaschenkampagne. Diese Tatsache stieß nicht nur im Netz auf wenig Begeisterung – auch Supermarkt-Riese Edeka hat nun reagiert und angekündigt die AfD-Smoothies aus den Filialen zu verbannen.

UnternehmenEdeka
HauptsitzHamburg
Gründung1898 in Berlin
Tochter-GesellschaftenNetto, Marktkauf

Edeka schickt „True Fruits“-Smoothie mit AfD-Aufdruck zurück – und löst Diskussion im Netz aus

„True Fruits“ sorgte bereits in der Vergangenheit mit seinen Flaschen-Aufdrucken und Werbekampagnen immer wieder für Diskussionen, wie HEIDELBERG24* berichtet. Hart kritisiert wurden zum Beispiel Werbekampagnen, die eindeutig rechte sowie sexistische Äußerungen enthielten. So bewarb der Smoothie-Hersteller eines seiner Getränke mit dem Satz: „Schafft es selten über die Grenze“. Auf eine schwarze Flasche wurde der Begriff „Quotenschwarzer“ aufgedruckt.

Die Flaschenkampagne von „True Fruits“ zur Bundestagswahl
Die Flaschenkampagne von „True Fruits“ zur Bundestagswahl © Facebook/True Fruits Smoothies

Gegen den neuesten Werbe-Coup von „True Fruits“ stellt sich nun Supermarkt-Gigant Edeka – und hat angekündigt, die Aktionsflaschen mit dem AfD-Aufdruck an den Hersteller zurückzuschicken. Auf Facebook postete der Lebensmittelkonzern ein Foto der umstrittenen Flasche mit dem Satz „Rechts ist bei uns kein Platz im Regal“ und ergänzte in einer Erklärung: „Der Edeka-Verbung steht für Vielfalt, Toleranz und die Förderung einer offenen Gesellschaft. Edeka hat die „AfD-Flaschen“ von True Fruits nicht bestellt und wird sie an den Hersteller zurücksenden.“ Es folgten unzählige Reaktionen im Netz – und auch „True Fruits“ höchstpersönlich begab sich in den Verteidigungsmodus.

Edeka vs. „True Fruits“: Netz-Schlacht um AfD-Smoothie – so reagiert die Internet-Community

Die Entscheidung von Edeka, den umstrittenen AfD-Smoothie gar nicht erst in den Verkauf zu nehmen, erhält im Netz gemischte Reaktionen. Viele Menschen stellen sich jedoch hinter den Lebensmittelkonzern. „Danke Edeka, True Fruits, ihr seid bei mir raus“, positioniert sich zum Beispiel ein Twitter-Nutzer. „Das ist eine absolut gute Reaktion, denn die Demokratie gehört geschätzt/privilegiert und nicht durch etwas Gewisses riskiert“, lobt ein anderer. Viele Menschen kündigen im Netz sogar an, nun häufiger bei Edeka einkaufen zu wollen.

Auch interessant: Bei Edeka besteht aktuell eine Rückruf-Warnung:* Ein beliebtes Käse-Produkt sollte auf keinen Fall gegessen und sofort zurückgegeben werden.

Edeka schickt AfD-Smoothies zurück: „True Fruits“ verteidigt umstrittene Flaschen-Kampagne

Gemischte Reaktionen erhält auch „True Fruits“ für seine Rechtfertigung. Die Internetbeiträge reichen von „Mich habt ihr als Kunden verloren“ bis zu „Macht weiter so“. Der Smoothie-Hersteller rechtfertigt seine umstrittene Flaschen-Kampagne übrigens so: „Liebe Edeka, ja, wir finden die AfD auch scheiße. Aber Aufklärung ist wichtiger als peinliches Social Signaling, wie ihr es hier versucht“, heißt es in einem Instagram-Post von „True Fruits“. Das Unternehmen habe darum bewusst alle großen Parteien des Deutschen Bundestages dargestellt. Das letzte Wort zwischen Edeka und „True Fruits“ dürfte hier wohl noch nicht gefallen sein. (kab) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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