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Unwetter in Baden-Württemberg: Düstere Langzeit-Prognose – Es ist noch nicht vorbei!

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Von: Katja Becher

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Heftige Unwetter haben in Baden-Württemberg in den vergangenen Tagen immer wieder Schäden angerichtet – und das Chaos scheint noch nicht vorüber! Jetzt warnen Experten vor weiteren Stürmen:

Umgestürzte Bäume, überschwemmte Straßen und eine eingeschränkte Schifffahrt: Die heftigen Unwetter der vergangenen Tage haben Baden-Württemberg* hart getroffen. Die Folge sind nach wie vor zu sehen – und nach dem Wetter der vergangenen Tage werden die Kommunen, Landwirte und Hausbesitzer noch länger zu kämpfen haben. Doch obwohl die dunklen Wolken (vorerst) weitergezogen sind,* warnen Experten schon vor weiteren Unwetters dieser Größenordnung.

Unwetter in Baden-Württemberg: Mega-Chaos im Südwesten – über 550 Einsätze in Stuttgart

In den rund 24 Stunden von Montag- bis Dienstabend war die Feuerwehr Stuttgart bei über 550 Einsätzen gefordert* und durchgehend im Einsatz, wie sie am Mittwochabend mitteilte. Wie HEIDELBERG24* berichtet, standen nach den Unwettern in Baden-Württemberg etliche Keller unter Wasser, Autos sind Totalschäden und Straßen sind weiter gesperrt. Die Gewitter haben auch die Kirschernte verhagelt, Landwirte in mehreren Landkreisen müssen nach Angaben des Landesbauernverbands bis zu 100 Prozent von ihrem Mais, Getreide und ihren Kartoffeln abschreiben. Betroffen ist auch weiterhin die Schifffahrt auf dem Neckar. Bereits seit Montagnacht geht auf dem Fluss nichts mehr, weil der Wasserstand durch die starken Niederschläge innerhalb kurzer Zeit gestiegen ist und weiterhin hoch bleibt.

Stuttgart: Die Wurzel eines bei einem Unwetter umgestürzten Baumes liegen vor dem Opernhaus.
Stuttgart: Die Wurzel eines bei einem Unwetter umgestürzten Baumes liegen vor dem Opernhaus. © Bernd Weissbrod/dpa

Versicherer gehen nach den Ereignissen der vergangenen Tage von einem hohen Millionenschaden aus und erwarten weitere Anträge von Betroffenen. „Die aktuellen schweren Unwetter lassen die Schadenszahlen nach oben schnellen“, teilte die SV SparkassenVersicherung am Mittwoch mit. Es seien bereits mehr als 15.000 Schäden gemeldet worden

Unwetter in Baden-Württemberg: Innenminister Strobl mit düsterer Prognose

Auch die unwettergeplagte Staatsoper in Stuttgart kann frühestens an diesem Samstag ihren Bühnenbetrieb wieder aufnehmen. Nachdem der Sturm am Montagabend einen Teil des denkmalgeschützten Kupferdaches abgedeckt hatte, konnten am Dienstag erneut Tausende Liter Wasser in das Haus eindringen. Es sei „verdammtes Glück“ gewesen, dass beim Herunterfallen des Dachs niemand zu Schaden gekommen sei, sagte Innenminister Thomas Strobl am Mittwochabend in Stuttgart, als er sich im Schlossgarten ein Bild von den Schäden machte. „Es sieht aus wie zusammengeknülltes Papier.“

Ein Teil des Dachs des Opernhauses der Stuttgarter Staatsoper liegt vor der Gebäude.
Ein Teil des Dachs des Opernhauses der Stuttgarter Staatsoper liegt vor der Gebäude. © Christoph Schmidt/dpa

Die Baden-Württemberger müssen sich nach den Worten des Innenministers darauf einstellen, dass künftig häufiger Unwetter große Schäden anrichten. „Das hat etwas mit dem Klimawandel zu tun“, sagte Strobl. Der CDU-Politiker dankte den Einsatzkräften und kündigte an, sich bei den Beratungen über den Haushalt 2022 für eine finanzielle Stärkung der Wehren und des Krisenmanagements einzusetzen. „Sicherheit kostet Geld.“

Unwetter in Baden-Württemberg: Experten warnen vor weiteren Stürmen

Auch nach Ansicht des Meteorologen Uwe Schickedanz sind die Unwetter eine Folge des Klimawandels.* Sie passten in das Bild, das Klimaforscher zeichnen, mit sommerlicher Abwechslung zwischen Dürre und Starkregen-Ereignissen, sagte der Leiter des Deutschen Wetterdienstes dem „Südkurier“. Gewitterlagen wie die der vergangenen Tage seien in der Heftigkeit zwar immer noch ein relativ seltenes Ereignis. „Aber auch ich habe den Eindruck, dass sie in dieser Heftigkeit häufiger geworden sind“, sagte Schickedanz.

Landesumweltministerin Thekla Walker (Grüne) rief die Kommunen auf, die extremen Wetterlagen im Blick zu haben und sich vorzubereiten. Für die Hochwasser an Flüssen lägen Hochwassergefahrenkarten vor, mit denen sich die Kommunen ausmalen könnten, wie wahrscheinlich und wie stark sich verheerende Hochwasserereignisse in ihrer Region ereignen könnten. Außerdem lasse sich dort ablesen, wie hoch die zu erwartenden Schäden ausfallen könnten. Die jüngsten Unwetter „erinnern uns daran, dass wir uns darauf vorbereiten müssen, dass es künftig verstärkt zu Starkregen- und Hochwasserereignissen kommen kann. Auch am eigenen Wohnort“, mahnte sie. (dpa/kab) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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