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Valneva-Studie liefert neue Erkenntnisse – So gut wirkt der Impfstoff

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Von: Jason Blaschke

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Eine Booster-Studie bescheinigte Valneva eine schlechte Wirksamkeit. Doch eine neue Studie liefert nun ein ganz positives Ergebnis – mit einem Haken.

Für viele noch nicht-geimpfte Menschen und Experten ist das Vakzin ‚VLA2001‘ von Valneva* ein Hoffnungsträger. Der noch nicht in der EU zugelassene Impfstoff arbeitet mit inaktivierten Coronaviren – dabei handelt es sich um eine klassische, seit 60 bis 70 Jahren eingesetzte Impfstofftechnologie* mit bewährten Verfahren und sehr hoher Sicherheit, wie die EU-Kommission kürzlich festgestellt hatte. Das Wirkprinzip der ‚Totimpfstoffe‘* wird laut HEIDELBERG24* in vielen bekannten Vakzinen eingesetzt.

Viele Grippe-Impfstoffe sowie Impfstoffe für Kinderkrankheiten wirken wie das Vakzin von Valneva und werden zum Teil schon seit vielen Jahren erfolgreich eingesetzt. Auch deshalb hoffen Experten, dass der Impfstoff von Valneva noch so manchen Impfskeptiker zur Immunisierung bewegen kann. Nach der Zulassung könnte das Vakzin zunächst für die Grundimmunisierung eingesetzt werden – genau wie Novavax. Für die Auffrischungsimpfung empfiehlt die Stiko nach wie vor die mRNA-Impfstoffe.

Valneva ein schlechter Booster-Impfstoff? Das sagt der Hersteller dazu

Aber weshalb werden ausgerechnet die Vakzine von Biontech/Pfizer und Moderna als Booster eingesetzt? Ist es theoretisch nicht auch möglich, mit Novavax oder Valneva zu boostern, sofern der Impfstoff zugelassen ist? Die Antwort auf diese Frage ergibt sich aus einer britischen Booster-Studie zum Coronavirus, welche vor einigen Wochen die Wirksamkeit von verschiedenen Impfstoff-Kombinationen untersucht hatte. Das Ergebnis in Bezug auf ‚VLA2001‘ von Valneva war erschreckend.

Hersteller/EntwicklerValneva
ForschungsnameVLA2001
ImpfstoffartTotimpfstoff
ApplikationsformIntramuskuläre Injektion
KrankheitCovid-19 (SARS-CoV-2)

Die Forscher fanden heraus, dass der Valneva-Impfstoff als Booster beinahe wirkungslos* ist, wenn zuvor schon mit Biontech/Pfizer immunisiert wurde. Valneva hatte auf die Booster-Studie reagiert und mitgeteilt, dass die Teilnehmer der Booster-Studie die Dosis ‚VLA2001‘ nach einem kürzeren Intervall als üblich erhalten hätten. ‚Totimpfstoffe‘ – wie eben der von Valneva – würden aber in der Regel mehr Zeit benötigen, um ihre ganze Wirkung zu entfalten. Das konnte das Unternehmen nun zeigen.

Valneva: Neue Studie zeigt gute Booster-Wirkung – unter einer Voraussetzung

Mit Verweis auf eine eigene Studie teilte Valneva mit, dass ‚VLA2001‘ als Booster geeignet sei. Allerdings bloß, wenn der Geimpfte zuvor schon seine Grundimmunisierung mit ‚VLA2001‘ bekommen habe. Anders als in der britischen Studie wurde daher ‚VLA2001‘ für die ersten zwei Impfungen verwendet und eben nicht Biontech/Pfizer. Mit Blick auf die eigene Studie teilte Valneva mit, dass ein Booster mit ‚VLA2001‘ die Grundimmunisierung noch einmal „deutlich verstärkte“.

Die Valneva-Studie zeigt, dass der Impfstoff ein guter Booster sein kann – aber eben nicht für alle Menschen. Schlechter als andere Vakzine muss ‚VLA2001‘ deshalb aber nicht sein. Im Gegenteil, erst kürzlich hatten Forscher in einer Studie eine starke Wirkung von Valneva auf ‚Omikron‘* nachgewiesen. Und auch der neue Impfstoff von Novavax soll gut vor ‚Omikron‘ schützen*, heißt es in einer US-Studie. Schon ab 21. Februar soll der Novavax-Impfstoff in Baden-Württemberg* zum Einsatz kommen.

Valneva-Chef Thomas Lingelbach macht eine klare Ansage an Nicht-Geimpfte

Wann der ‚Totimpfstoff‘ von Valneva von der EMA zugelassen wird, ist nicht bekannt. „Ich rate niemandem, auf unseren Impfstoff zu warten“, sagte Valneva-Chef Thomas Lingelbach erst kürzlich im Spiegel-Interview dazu. Das wäre „ethisch inakzeptabel“. Er selbst empfehle Verwandten und Bekannten zurzeit Impfstoffe der anderen Hersteller zu bevorzugen. Er selbst habe sich erst kürzlich mit Biontech/Pfizer boostern lassen. (jsn) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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