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Aldi: Preis-Explosion – wird Kaffee bald zum teuren Luxus-Artikel?

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Von: Marten Kopf

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Für viele Deutsche ist eine heiße Tasse Kaffee nicht nur ein morgendliches Muss, kein anderes Heißgetränk ist so beliebt. Doch schon bald könnte Kaffee zum echten Luxusgut werden.

Es ist kaum verwunderlich: Kaffee ist das mit Abstand beliebteste Heißgetränk der Deutschen. Im Schnitt 164 Liter trinkt jeder Bundesbürger – jährlich wohlgemerkt. Und mit unserer Liebe zum Kaffee stehen wir nicht alleine da. Verglichen mit anderen Ländern sind wir sogar nur Mittelmaß. Im kleinen Luxemburg beispielsweise trinken die Menschen gleich doppelt so viel, auch Niederländer, Finnen und Österreicher sind dem Kaffee noch inniger zugeneigt. Kaffee schmeckt, macht wach und ist dabei je nach Sorte nicht sonderlich teuer. Aber Letzteres könnte sich womöglich bald ändern. Denn der Kaffeepreis steigt. Dass Kunden das bislang noch nicht zu spüren bekommen, liegt vor allem an den großen Discounterketten wie Aldi* und Lidl, wie HEIDELBERG24* berichtet.

DiscounterAldi
HauptsitzEssen (Aldi Nord)/Mühlheim an der Ruhr (Aldi Süd)
GründerTheo & Karl Albrecht
Filialen weltweit11.235 (2019)
Jahresumsatz81,8 Milliarden Euro (2019)

Mit Abstand größter Kaffeeproduzent der Welt ist Brasilien. Schätzungsweise 4 Milliarden Kaffeebäume wachsen in dem riesigen südamerikanischen Land, etwa ein Viertel des weltweiten Gesamtbestands. Allein im Jahr 2020 werden 3,7 Millionen Tonnen Kaffee geerntet, mehr als doppelt so viel wie in Vietnam, das direkt dahinter auf Platz 2 der Liste liegt. Es folgen Kolumbien, Indonesien, Äthiopien und Peru. Besonders die auch in Deutschland beliebten Sorten „Arabica“ und “Robusta“ stammen aus Brasiliens sogenanntem „Kaffeegürtel“ entlang der tropischen und subtropischen Regionen des Landes.

Steigende Rohstoffkosten: Tchibo erhöht Preise deutlich

Das Problem: Die Kaffeeernte ist anfällig für Wetterschwankungen. Kaffee-Sträucher benötigen ein ausgeglichenes Klima ohne Temperaturextreme, ohne zu viel Sonnenschein oder Hitze. Der Anstieg der Durchschnittstemperaturen, die Änderung der jahreszeitlichen Verteilung der Niederschläge und Extremwetterereignisse durch den Klimawandel schmälern den Ertrag mitunter deutlich – und treiben so den Preis für das wertvolle Gut in die Höhe.

Auch deutsche Kaffeeproduzenten bekommen das derzeit zu spüren, allen voran der Branchenprimus Tchibo. Wie die Webseite wmn.de meldet, erhöht das Unternehmen seine Kaffeepreise derzeit je nach Sorte um 50 Cent bis 1,30 Euro pro Pfund. Die Marke „Feine Milde“ beispielsweise von 5,69 Euro auf 6,99 Euro. Das entspricht einem Anstieg von 22 Prozent. Grund seien die gestiegenen Rohkaffeepreise.

Höherer Kaffeepreis: Aldi verweigert sich

Glück für die Kunden: Die größten Abnehmer für Kaffee sind hierzulande die großen Discounter-Ketten wie etwa Aldi und Lidl. Allein durch die schiere Menge sind sie in der Lage, die Kaffeepreise entscheidend mitzudiktieren. Und bislang weigern sie sich, die höheren Preise zu zahlen. Das heißt aber nicht, dass das dauerhaft so bleiben wird. Möglich, dass auch Discounter-Kunden für das geliebte „schwarze Gold“ schon bald tiefer in die Tasche greifen müssen. Wenn nämlich auch Aldi und Lidl sich gezwungen sehen, die gestiegenen Preise nach unten weiterzugeben.

Noch bewirbt Discounter-Riese Aldi, der derzeit mit einem sinnlich angehauchten Werbespot* für durchaus gemischte Reaktionen unter seinen Kunden sorgt, seine Kaffeesorten zu gewohnten Preisen. Mit 4.159 Filialen allein in Deutschland kann sich das der größte Lebensmitteleinzelhändler des Landes das offenbar also noch leisten. Fragt sich nur wie lange. (mko) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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