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Corona-Studie: Wie lange die mRNA-Impfstoffe von Moderna und Biontech vor einer Infektion schützen

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Von: Sarah Neumeyer

Eine neue Studie gibt Aufschluss über die beeindruckende Wirkung der Corona-Impfstoffe von Biontech und Moderna.

Kassel – Brauchen viele Menschen in Deutschland schon bald eine Auffrischimpfung? Eine neue Studie zu den mRNA-Impfstoffen der Hersteller Biontech/Pfizer und Moderna macht nun Hoffnung, dass die Vakzine länger vor einer Infektion mit Corona* schützen als zunächst vermutet.

„Das Virus wird uns nicht wieder verlassen. Die aktuellen Corona-Impfungen werden deswegen nicht die letzten sein“, sagte der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, den Zeitungen der Funke Mediengruppe im Mai. „Grundsätzlich müssen wir uns darauf einstellen, dass möglicherweise im nächsten Jahr alle ihren Impfschutz auffrischen müssen.“

Laut einer amerikanischen Studie könnte das bei vielen Personen, die mit Biontech oder Moderna geimpft wurden – zumindest für einen längeren Zeitraum – überflüssig sein. Denn laut den Forschenden lösen die Impfstoffe eine Immunreaktion aus, die über Jahre vor einer Corona-Infektion schützen könnte, berichtet die New York Times.

Amerikanische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben untersucht, wie lange die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna vor einer Corona-Infektion schützen.
Amerikanische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben untersucht, wie lange die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna vor einer Corona-Infektion schützen. © Imago

Biontech und Moderna: Wie lange schützen die Impfungen vor Corona?

Die meisten Menschen, die mit den mRNA-Impfstoffen immunisiert wurden, brauchen laut den Ergebnissen der Studie keine Auffrischung, solange das Virus und seine Varianten sich nicht wesentlich über ihre aktuelle Form hinaus entwickeln. Bereits Genesene könnten laut den Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen sogar auch dann geschützt sein, wenn sich das Coronavirus signifikant verändert. „Das ist ein gutes Zeichen dafür, wie dauerhaft die Immunität durch diesen Impfstoff ist“, sagte der Immunologe Dr. Ali Ellebedy, Leiter der wissenschaftlichen Studie an der Washington University in St. Louis, der New York Times.

Weitere Impfstoffe wurden in der Studie, die in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht wurde, nicht berücksichtigt. Eine neue Studie zum Astrazeneca-Impfstoff zeigt jedoch, dass das Vakzin nach der dritten Impfung* eine starke Immunantwort erzeugt.

ImpfstoffComirnaty
HerstellerBioNTech/Pfizer
Empfehlung für die Verabreichung der zweiten ImpfdosisSechs Wochen nach der Erstimpfung
WirksamkeitEtwa 95 Prozent (14 Tage nach der Zweitimpfung)
Quelle: RKI

Nach Corona-Infektion: Immunzellen noch monatelang nachweisbar

Der US-Wissenschaftler Ali Ellebedy hatte in einer Studie zunächst untersucht, wie lange Genesene vor einer erneuten Corona-Infektion geschützt sind. Das Forscherteam um den Immunologen fand heraus, dass Immunzellen gegen das Coronavirus noch mindestens acht Monate nach der Infektion im Knochenmark nachweisbar sind. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass Genesene möglicherweise ein Leben lang Immunzellen gegen das Coronavirus produzieren werden.

Eine weitere wissenschaftliche Studie weist darauf hin, dass sogenannte Gedächtnis-B-Zellen noch mindestens ein Jahr nach der Infektion im Körper vorhanden sind. Nach einer Infektion bildet sich ein sogenanntes Keimzentrum, in dem sich B-Zellen weiterentwickeln. Je länger dieses aktiv ist, desto besser kann der Körper auf Virusvarianten reagieren. Das Forschungsteam um Ellebedy fand heraus, dass 15 Wochen nach der ersten Impfdosis von Biontech das Keimzentrum bei allen 14 Studienteilnehmern immer noch sehr aktiv war und dass die Anzahl der Gedächtniszellen, die das Coronavirus erkannten, nicht abgenommen hatte.

mRNA-Impfstoffe von Moderna und Biontech: Auffrischimpfung für einige Personen sinnvoll

„Die Tatsache, dass die Reaktionen fast vier Monate nach der Impfung anhielten - das ist ein sehr, sehr gutes Zeichen“, so Ellebedy. „Normalerweise ist nach vier bis sechs Wochen nicht mehr viel übrig“, erklärt der Immunologe Deepta Bhattacharya der New York Times. Bei den Keimzentren, die durch die mRNA-Impfstoffe stimuliert wurden, zeigte sich hingegen kein großer Rückgang.

Wie lange der Schutz durch die Impfstoffe von Biontech und Moderna tatsächlich anhält, ist laut den Wissenschaftlern jedoch schwer vorhersehbar. Einigen Personen raten die Forschenden trotz der vielversprechenden Studienergebnisse zu einer Auffrischimpfung. Ältere Personen und Menschen mit einem schwachen oder durch Medikamente geschwächten Immunsystem könnten demnach eine weitere Corona-Impfung benötigen. (sne) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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