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Nachts die Heizung besser nicht ganz ausschalten – trotz Heizkosten

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Von: Jason Blaschke

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In der Energie- und Preiskrise drehen viele Verbraucher mit Bedacht am Thermostat – doch Vorsicht, auch über Nacht sollte die Heizung nie ganz abgedreht werden.

Stuttgart – Zunächst Lebensmittel und Kraftstoffe und seit ein paar Wochen auch noch die Energie- und speziell die Heizkosten: In Deutschland werden die Verbraucher immer stärker mit der Energie- und Preiskrise konfrontiert. Egal ob Heizöl, Holz oder Pellets – zusammen mit dem Gas sind die Preise für nahezu alle Energieträger massiv angestiegen, was sich auch in der Rekord-Inflation von zehn Prozent (Stand: September 2022) widerspiegelt.

Heizung auch über Nacht besser nicht ganz abdrehen – Experten warnen

Die Hauptursache für die Inflationsrate seien primär die „enormen Preiserhöhungen bei den Energieprodukten“, sagt Georg Thiel, der Präsident des Statistischen Bundesamtes (Destatis). Viele Verbraucher versuchen genau an der Stelle anzusetzen und den Energie- und speziell den Heizkostenverbrauch zu senken. Im Netz finden sich mittlerweile eine Vielzahl von Spartipps – etwa, wie man mit einer Fritz!Box clever Strom und Geld sparen kann.

Am einfachsten ist es für viele Verbraucher aber noch, die Heizung nicht zu stark aufzudrehen. Gerade über die Nacht bietet es sich an, die Zimmertemperatur zu senken. Doch Vorsicht, die Heizung sollte nie ganz abgedreht werden, warnen Experten. Denn wird es in der Wohnung zu kalt, können Schäden wie Schimmel die Folge sein. Das Verbraucher-Portal CHIP 365 macht aber noch auf einen anderen Grund aufmerksam, der dabei bedacht werden sollte.

WohnraumTemperatur
Wohnzimmernicht mehr als 20 Grad
Schlafzimmer17 Grad
Küche18 Grad
bei Abwesenheit15 bis 18 Grad

Quelle: Umweltbundesamt

Heizung nicht komplett abdrehen: Umweltbundesamt gibt Temperatur-Empfehlung

Wer die Heizung über Nacht komplett abdreht, riskiert nicht nur Schäden wie Schimmel, sondern verbraucht im ungünstigsten Fall sogar mehr Energie, als eingespart wird. Der Hintergrund ist, dass am Morgen wieder mehr Energie verbraucht wird, da die Zimmer komplett aufgeheizt werden müssen. Innerhalb von kurzer Zeit muss die Heizung wieder stärker eingestellt werden, sodass ein für den Tag angenehmes Temperaturniveau erreicht wird.

Das Umweltbundesamt empfiehlt in seinen Heiztipps deshalb, auch über Nacht in der Wohnung die Temperatur lediglich um rund fünf Grad zu senken. Viele Heizungen haben bewusst auch einen Nachtmodus, den Verbraucher am Thermostat einstellen können. Alle Zeichen auf dem Heizkörper-Thermostat haben eine bestimmte Bedeutung und können dabei helfen, Energie zu sparen und damit auch die Heizkosten zu senken.

Heizkosten sparen, ohne die Heizung abzudrehen: Mit „Nachtsenkung“ klappt es

Nicht direkt am Heizkörper – aber an der Zentralheizung – kann zudem eine weitere Einstellung helfen, über Nacht Heizkosten zu sparen: die sogenannte „Nachtabsenkung“. In einer zuvor eingestellten Zeit pumpt die Heizung das Wasser mit einer niedrigeren Temperatur in die Heizflächen, sprich: Die einzelnen Heizkörper heizen automatisch nicht allzu stark auf und auch die Heizung selbst verbraucht weniger Energie.

Wer die genannten Empfehlungen zusätzlich noch mit anderen Spartipps bei der Heizung kombiniert, kann auch ohne die Heizung ganz abzudrehen seine Kosten minimieren. Verbraucherschützer empfehlen im Hinblick auf die teuren Heizkosten zudem, sich vor vermeintlichen Heizungsalternativen in Acht zu nehmen, nachdem ein regelrechter Run auf mobile Heizgeräte ausgebrochen war. In vielen Fällen sind E-Heizung, Gasofen und Co. als Heiz-Alternative sogar teurer als die normale Heizung.

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