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Mercedes-Strategie scharf kritisiert – Wirtschaftsministerium distanziert sich

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Von: Dominik Jahn

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Verkehrsminister Hermann kritisiert Mercedes
Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann kritisiert Mercedes für seine Luxus-Strategie. © dpa | Bernd Weißbrod/ Peerapon Boonyakiat/ Collage Jahn

Mercedes stand zuletzt in der Kritik. Die eingeschlagene Luxus-Strategie des Autoherstellers gefällt längst nicht jedem. Baden-Württembergs Verkehrsminister prophezeit sogar Probleme bei zukünftigen Projekten in der Heimat.

Bei Mercedes darf man sich aktuell als Umsatz-Gewinner fühlen. Die Stuttgarter Autohersteller verdienen 2022 mehr als Audi und der Mutterkonzern VW, wie echo24.de berichten. Probleme machte dem Konzern aber zuletzt das Luxus-Segment. Der Absatz einiger Modelle sei laut verschiedener Berichte zu gering. Genau für diesen Produkt-Bereich gab es zuletzt massive Kritik aus dem Verkehrsministerium - die aber nicht unbeantwortet blieb.

In einem Gespräch mit der „Stuttgarter Zeitung“ und „Stuttgarter Nachrichten“ hatte Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann Mercedes stark attackiert und die eingeschlagene Strategie infrage gestellt: „Wenn man nur noch Autos für Scheichs und für die Reichen dieser Welt produziert, bekommt man ein Akzeptanzproblem“.

Verkehrsminister setzt Mercedes mit Aussage unter Druck

Und Hermann wurde in seinen Ausführungen noch deutlicher. Er machte Mercedes für zukünftige Projekte in der Heimat wenig Hoffnungen mit der Luxus-Strategie: „Falls man hier wieder einmal einen Produktionsstandort errichten will, wird so mancher sagen: Dafür geben wir unsere schöne Landschaft nicht her. Die deutsche Autoindustrie wäre gut beraten, wenn sie auch bezahlbare E-Autos bringen würde.“

Unternehmen:Mercedes
Hauptsitz:Stuttgart
Gründung:November 2019
Einführungsjahr:1926
Dachorganisation:Mercedes-Benz Group

Auch unter den Auto-Experten blickt man auf die Luxus-Modelle eher kritisch. So äußerte sich Ferdinand Dudenhöffer bei der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zum Thema: „Man sollte nochmal sehr gründlich überlegen, ob das eine stabile Strategie für die Zukunft ist.“ Mercedes-Chef Ola Källenius bleibt dabei aber relativ gelassen, wie der BW24 berichtet.

Wirtschaftsministerium distanziert sich von der Kritik am Automobilhersteller

Wenig begeistert reagiert man unterdessen im Wirtschaftsministerium von Baden-Württemberg. Laut „Stuttgarter Zeitung“ erklärt eine Sprecherin des Ministeriums: „Wir sind froh und dankbar, dass mit der Mercedes-Benz Group einer der erfolgreichsten Automobilkonzerne der Welt in Baden-Württemberg seine Heimat hat.“

Mit der Kritik von Hermann gehe demnach eine Einmischung in die Unternehmenspolitik von Mercedes: „Die wirtschaftliche und strategische Ausrichtung der Unternehmen hingegen war und ist seit jeher Aufgabe der Unternehmen selbst. An dieser Arbeitsteilung wollen wir in einem partnerschaftlichen Miteinander festhalten.“

Mercedes setzt auch auf die neuen Abo-Angebote

Eine weitere Entwicklung in der Automobilindustrie, die Verkehrsminister Hermann nicht gefallen dürfte, sind die wachsenden Zahlen der Abo-Modelle. Wie echo24.de bereits berichtet hat, setzt Mercedes auf ein Abo-Angebot für mehr Geschwindigkeit.

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